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Kurpark Bad Sassendorf
 

Das Moor-und Soleheilbad Bad Sassendorf liegt im Zentrum der Soester Börde zwischen Münsterland, Haarstrang und dem Sauerland. Die Ursprüne des Heilbades begannen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts und mit Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt es dann das Prädikat "Bad".

Externe ID: T-RED-BARNARD-20131016-0001
Erfassungsdatum: 16.10.2013
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2009: Kurpark Bad Sassendorf

Zugehöriges Objekt

Bad Sassendorf Kurpark (Kulturlandschaft)

 

Hinweis: Die in Klammern gesetzten Zahlen im Text beziehen sich auf die Nummern im Lageplan. 

In der Hellwegregion, zwischen Sauerland und Münsterland gelegen, lockt das Heilbad Bad Sassendorf jährlich tausende Besucher, Gäste und Patienten zur Erholung und Genesung in gepflegter und ruhiger Atmosphäre. Ein schönes Ziel für einen Ausflug oder Aufenthalt ist das Herz des Heilbades, der rund 30 Hektar große Kurpark.

Ausgangspunkt für den Kurpark ist die 2001 neu gestaltete Promenade. Sie verbindet den Ortskern mit dem Kurpark. Am Beginn der Promenade liegt ein Brunnen in Form eines blauen Pfau. Die Skulptur, die sich aus blauen Mosaiken zusammensetzt, wurde 1982 von Wolfgang Kreutter aus Bad Berleburg geschaffen. Etwas seitlich versteckt und privat genutzt, liegt das Haus Sassendorf, eine denkmalgeschützte Gräftenanlage mit gut erhaltenem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert.
Im Verlauf der Promenade liegt dann der Hof Hueck, ein mächtiges Bauernhaus aus dem 14. Jahrhundert. Dieser Hof stand bis 1971 im rund 45 Kilometer entfernten Unna-Massen. Das Vierständer-Haus wurde in seine Einzelteile zerlegt und weitestgehend im Originalzustand in Bad Sassendorf wieder aufgebaut. Heute kann man hier im historischen Ambiente die gehobene westfälische Küche genießen.
Der Bocholter Künstler Jürgen Ebert schuf die bei kunstinteressierten Besuchern besonders beliebte Figurengruppe "Flüsternde" der beiden Mädchen am Hof Hueck. Lässt man seinen Blick schweifen, so fallen einem die im Park verteilten Kunstwerke am Wegesrand, auf den Wiesen und am Wasser auf. Sie stellen meist Szenen aus der Geschichte des Ortes als Heilbad dar. Die Gästeinformation hält eine Broschüre bereit, die den Weg zu den Skulpturen im Park leitet.
Direkt gegenüber des Hofes Hueck befindet sich der Schnitterhof, ein 200-jähriger Teil eines alten westfälischen Gutsbesitzes, in dem heute ein Hotel untergebracht ist.
Der "Platz Nass" am Ende der Promenade hat sich zu einem beliebten Ort im Park entwickelt. Besonders an warmen Tagen ist die große Fontäne ein erfrischender Spielplatz für Kinder. Dank eines Windsensors wird die Höhe der Fontäne dem Wetter entsprechend reguliert. Vom Platz Nass aus verzweigen sich die weiteren Wege im Kurpark.
Das weithin sichtbare, 10 Meter hohe und 60 Meter lange Gradierwerk ist nicht nur ein Denkmal der Sälzervergangenheit des Heilbades, sondern auch ein Ort der Entspannung in wohltuender Salzluft, innen und außen. Die Wände des Gradierwerkes sind dicht mit Schwarzdornzweigen bestückt. Schwarzdorn (Prunus spinosa), auch Schlehdorn oder Schlehe genannt, gehört zur Familie der Rosengewächse. Als Heckenpflanzen sind die Schlehen in Europa weit verbreitet. In der Landschaft erfreuen sie im Frühjahr durch ihren üppigen weißen Blütenschmuck und im Herbst und Winter durch ihre bereiften, blauen Früchte, die auch gerne zu Schlehenwein oder anderen Spirituosen verarbeitet werden. Auch in der Naturheilkunde findet der Schwarzdorn traditionell eine Verwendung.
Beim Gradieren läuft das Solewasser an den Schwarzdornzweigen herab. Durch natürliches Verdunsten mittels Wind und Sonne erhöht sich der Salzgehalt in der Sole. So spart man Heizenergie beim anschließenden Sieden der Sole zur Salzgewinnung. Die Umgebungsluft ist vergleichbar mit dem Seeklima. Hierin liegt der therapeutische Nutzen des Gradierwerkes.
Vom Gradierwerk aus bietet sich ein kleiner Abstecher zurück zum Fontänenplatz an, vorbei an der Sole Therme, der Kinderfachklinik und der Vogelvoliere. Im Kurpark sind über 150 unterschiedliche Baum- und Straucharten zu finden. Man trifft neben heimischen Rotbuchen auch auf einige beeindruckende exotische Gehölze wie eine große Sumpfzypresse (Taxodium distichum) sowie mehrere bereits stattliche Urweltmammutbäume (Metasequoia glyptostroboides).
In den Sommermonaten bietet der Kurpark einen schönen Rahmen für das Kurorchester, das bei gutem Wetter im Musikpavillon spielt. Zu ihm gelangt man über eine Brücke, die die Rosenau überquert. Die Rosenau, durchfließt den gesamten Kurpark von Süden nach Norden bis in einen weiteren, weitläufigen Teil des Kurparkes.
Vorbei am Minigolf- und Bouleplatz und einem stattlichen Silberahorn (Acer saccharinum) öffnet sich der Blick zum langgestreckten großen Teich, dem Zentrum dieses Kurparkteils. Von seiner über das Wasser reichenden Pyramide erschließt sich ein weiter Blick in den Park. Am Ufer des Teiches und im gesamten Kurpark laden Bänke zum Ausruhen und Verweilen ein.
Weit über die Grenzen Bad Sassendorfs hinaus bekannt ist der sechs Hektar große Rhododendronpark, eine weitere Attraktion des Kurparks. Im lichten Schatten eines Wäldchens blühen die prächtigen Pflanzen von Ende April bis in den Juni. Schon bevor die Rhododendronblüte diesen Parkteil bestimmt, umsäumt im zeitigen Frühjahr ein Meer frisch austreibender, hellgrüner Farne die mit Holzhäcksel versehenen, romantischen Wege. In den Rhododendronpark gelangt man, wenn man auf Höhe der Pyramide erneut die Rosenau überquert und das 2011 errichtete Bienenhaus passiert.
Nördlich des Rhododendronparks, am Ende des großen Teiches liegt ein weiteres Farb- und Dufterlebnis, der 1998 angelegten Rosengarten. Im leicht ansteigenden, etwa einem Hektar großen Garten wachsen circa 70 verschiedene Arten und Sorten der Königin der Blumen. Von Weiß über zartes Hellrosa und Gelb zu dunklem Rot sind alle Farbschattierungen vertreten und verströmen zur Blütezeit ihren lieblichen Duft. Umrahmt werden sie von zahlreichen Stauden. Entlang des Teiches führen uferbegleitende Rundwege, die immer wieder neue Eindrücke von Flora und Fauna im Park bieten. Westlich vom Hof Hueck liegt der 24 Hektar große Freiherr-von-Wintzingerode-Park. Das Besondere dort, die Tiere laufen frei umher und sind daher besonders für Kinder faszinierend anzusehen. Ohne störenden Zaun wirken Mufflons, Pfauen und Damhirsche ganz naturnah. Schwingt man sich aufs Rad, erreicht man auch das Naturschutz- und Moorabbaugebiet "Woeste". Auch dort trifft man auf Vierbeiner wie schottische Hochlandrinder und Wasserbüffel.
Das breite und gern genutzte Angebot an ganzheitlichen Aktivitäten wie Meditationen oder Qi Gong, sowie die zahlreichen ganzjährigen Veranstaltungen wie Parkführungen und Konzerte, machen den Kurpark zu einem wichtigen und beliebten Aufenthaltsort, der das grüne Herz Bad Sassendorfs bildet.
Zur Geschichte Bad Sassendorfs: Schon auf die Zeit Karls des Großen um 800 gehen die Siedlungsgeschichte und die Salzgewinnung des heutigen Heilbades zurück. 1175 schenkte Philipp von Heinsberg dem Soester Kloster St. Walburgis das erste Salzhaus (domum salinam) in Sassendorp. Seit 1231 sind die Salzburen urkundlich erwähnt, als Erbsälzer verfügen sie ab Mitte des 14. Jahrhunderts über die Salzwasserrechte. Im frühen 19. Jahrhundert wird die Verwendung der Sassendorfer Sole zu Bade- und Heilzwecken bekannt und mit dem Aufstellen einiger Holzbadewannen wird 1852 die Grundlage für den Badebetrieb im ersten Kurmittelhaus gelegt. Ebenfalls im 19. Jahrhundert wurde der Grundstock für den Kurpark angelegt. 1906 erhält der Ort die Bezeichnung Bad Sassendorf. 

Literaturangaben

  • Dehio, Georg (2011): Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Nordrhein-Westfalen, Band 2: Westfalen. Berlin /München.
  • Kalle, Hartmut et al. (2013): Parks + Gärten in Südwestfalen Kreis Soest, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis und Märkischer Kreis. Steinfurt.
Externe ID: LWL-GUP01000
Erfassungsdatum: 16.10.2013
Kategorie: Kurpark
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1 : 5.000 (größer als 1 :20.000)
Erfassungsmethode:
  • Archivauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1852
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10062805


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2012: Kurpark Bad Sassendorf
2012: Kurpark Bad Sassendorf
2011: Kurpark Bad Sassendorf
2011: Kurpark Bad Sassendorf
2011: Kurpark Bad Sassendorf
2009: Kurpark Bad Sassendorf
2012: Kurpark Bad Sassendorf