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Kurpark Bad Waldliesborn, Lippstadt
 

Das staatlich anerkannte Heilbad Bad Waldliesborn, ein Stadtteil von Lippstadt, liegt am östlichen Zipfel des Münsterlandes und grenzt sowohl an Ostwestfalen-Lippe als auch an das nahe gelegene Sauerland.

Externe ID: T-RED-BARNARD-20131010-0001
Erfassungsdatum: 10.10.2013
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2011: Kurpark Bad Waldliesborn

Zugehöriges Objekt

Kurpark Bad Waldliesborn (Kulturlandschaft)

 

Hinweis: Die in Klammern gesetzten Zahlen im Text beziehen sich auf die Nummern im Lageplan. 

Eine vergleichsweise junge Kurparkanlage der Hellwegregion ist in Bad Waldliesborn. In dem rund 5.000 Einwohner zählenden Ortsteil Lippstadts wird erst seit gut 100 Jahren Salz zu medizinisch-therapeutischen Zwecken gewonnen - und das aufgrund eines Zufalls: 1900 stieß man bei Bohrungen zur Ausweitung des Kohlebergbaus in Suderlage, einem Ortsteil Liesborns, in einer Tiefe von 908 Metern auf eine Solquelle. Die wirtschaftliche Perspektive Liesborns wandelte sich infolge dessen vom "schwarzen" zum "weißen Gold" und es begann eine wechselvolle Geschichte des heutigen Kurbades. Bis heute wird im Brunnenhaus der Solquelle I (1 ) die heilsame, 38 Grad warme Sole gefördert.
Der Hamburger Kaufmann Wilhelm Eichholz eröffnete 1904 in den Nebengebäuden der Gaststätte "Lindenhof" (2) das Privatbad "Bad Eichholz".  Mit dem Bau eines Bade- und Kurmittelhauses (es wurde nie fertiggestellt und als Ruine Ende der 1930er Jahre abgerissen) sowie fünf Villen (3) als Unterkünfte für die Kurgäste an der heutigen Quellenstraße legte Eichholz den Grundstein für die Entwicklung der Gesundheitseinrichtungen. Der hohe Salzgehalt der Liesborner Sole von 11,8%, vier Mal so hoch wie der des Nordseewassers und annähernd doppelt so hoch wie in der Sole der umliegenden Bäder Sassendorf und Westernkotten, ließ bei Rheuma und orthopädischen Krankheiten gute Heilanzeigen und somit auch einen wirtschaftlichen Erfolg erwarten.
1908 beauftragte Eichholz die renommierten Kasseler Architekten Karst und Fanghänel mit der Planung und Anlage eines 10 Hektar großen Kurparkes (4) im Bereich der Solquelle.
Schon 1913 übernahm jedoch nach der Insolvenz des Privatbades die "Badegesellschaft Hamburg-Altona zu Liesborn" das "Bad Liesborn". 1914 wurde unter dem neuen Namen Bad Waldliesborn ein Haltepunkt (5) an der Rhedaer Bahn auf der Bahnlinie Lippstadt-Münster errichtet. Heute erinnern der alte Haltepunkt, die zum Flanieren einladende, gärtnerisch gestaltete lange Achse und die im Boden verbliebenen Gleise an die Ende der 1970er Jahre stillgelegte Bahnstrecke.
Nach einem weiteren Besitzerwechsel übernahm der Provinzialverband Münster gemeinsam mit dem Kreis Beckum, dem Amt Liesborn Wadersloh und der Gemeinde Liesborn 1944 das Bad. Der Kurpark wurde in zwei Schritten, unter anderem westlich der Quellenstraße um den sogenannten Eulenpark erweitert. In seiner Blütezeit wurde Bad Waldliesborn, das auch liebevoll "Walibo" genannt wird, 1974 als Thermalsoleheilbad staatlich anerkannt. Seit 1975 gehört der Kurort zu Lippstadt. Ab 2004 ist die Stadt Eigentümerin des Bades.
Mit großem bürgerschaftlichen Engagement erhält und pflegt seit 2009 der Verein "Unser Kurpark" den heute etwa 12 Hektar großen Park, der das grüne Zentrum des Kurortes bildet. Eine Vielzahl mittlerweile stattlicher und zum Teil exotischer Bäume sowie weite, offene Rasen- und Wiesenflächen lassen den Spaziergang durch den Kurpark zu einem besonderen Erlebnis werden. Ein "Baumentdeckerpfad" mit 15 Stationen lädt zum Erkunden der botanischen Vielfalt ein. So kann man neben den klassischen heimischen Parkbäumen wie Buche, Stieleiche oder Linde auch Gehölze aus fernen Ländern wie die kaukasische Flügelnuss (Pterocarya fraxinifolia) mit ihren eschenähnlichen Blättern oder den aus Nordamerika stammenden Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) (6), der im April / Mai mit einer tulpenähnlichen Blüte aufwartet, entdecken.
Aus einer Kunstausstellung in den 1970er Jahren stammen die ersten der heute über zwanzig im Kurpark ausgestellten Bronzeskulpturen des Sendenhorster Künstlers Bernhard Kleinhans (1926 bis 2004). Mal spielerisch, mal sagenumwoben, mal religiös, mal musikalisch oder tänzerisch, an vielen Stellen im Park trifft man auf die ausdrucksstarken Werke des Künstlers.
An heißen Sommertagen laden die waldartigen Partien des Parkes zu schattigen Spaziergängen ein. Vorwiegend für die Jüngeren wurde der "Kletterwald Lippstadt" (7) in den hohen Bäumen westlich der Parkstraße errichtet. In luftiger Höhe garantieren Parcours in vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen Nervenkitzel und abenteuerliche Erlebnisse.
Ruhiger und gelassener geht es hingegen im südlichen Parkbereich (8) zu. Vor der Kulisse alter Bäume finden in den Sommermonaten zahlreiche Aufführungen im Musikpavillon (9) und auf der großen Wiese statt. Das "Sommerfest im Park" ist eine der bei Jung und Alt beliebten Veranstaltungen. Hier kommt auch der Puppenspieler zum Einsatz, der im Bereich des Minigolfplatzes (10) und der "Milchbar" sein kleines "Theater im Park" betreibt.
Der Kurpark in Bad Waldliesborn ist aufgrund seiner Größe und seines Abwechslungsreichtums ein ganzjährig beliebter Naherholungsort für die heimische Bevölkerung sowie für auswärtige Gäste und die Patienten des Heilbades. Wer den Park in seiner ganzen Ausdehnung "erfahren" möchte, kann mit dem "Walibo-Express" bequem eine Runde durch den Park, den Ort und darüber hinaus fahren oder fußläufig an einer der angebotenen Themenführungen wie "Bäume erzählen" oder dem "Kräuterspaziergang" teilnehmen.

Literaturangaben

  • Kalle, Hartmut et al. (2013): Parks + Gärten in Südwestfalen Kreis Soest, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Hochsauerlandkreis und Märkischer Kreis. Steinfurt.
Externe ID: LWL-GUP01003
Erfassungsdatum: 10.10.2013
Kategorie: Kurpark
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1 : 5.000 (größer als 1 :20.000)
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1900
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10062665


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2012: Kurpark Bad Waldliesborn
2012: Kurpark Bad Waldliesborn
2012: Kurpark Bad Waldliesborn
2012: Kurpark Bad Waldliesborn
2011: Kurpark Bad Waldliesborn