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Kurpark Holzhausen, Preußisch Oldendorf
 

Baulicher Mittelpunkt des Kurparks ist das Herrenhaus des ehemaligen Rittergutes Holzhausen. Bauherr des 1558 errichteten Herrenhauses war vermutlich Wilke von Schloen, genannt Gehle. Das Herrenhaus und das Wirtschaftsgebäude lagen ursprünglich auf einer Insel, die von einer breiten Gräfte umgeben war. Durch Erbstreitigkeiten kam die Anlage 1586 an Johann von Steding, dessen Nachkommen 1812 das Gut an die Familie von Oheimb verkaufte. Da die Oheimbs auch Eigentümer des benachbarten Rittergutes Hudenbeck waren, konnten beide Güter zu einem Besitz vereinigt werden. Zu Beginn der 1980er Jahre erwarb die Stadt Preußisch Oldendorf das Gut, seit Mai 1981 steht das ehemalige Herrenhaus als Haus des Gastes für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung..

Externe ID: T-P363N403-20071015-001
Erfassungsdatum: 15.10.2007
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)

Zugehöriges Objekt

Kurpark Holzhausen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:

Stadt Preußisch Oldendorf, Rathausstraße 3 - 5, 32361 Preußisch Oldendorf. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.


Naturräumliche Situation, Lage und Größe:

Norddeutsche Tiefebene, am Nordrand des Wiehengebirges; am südlichen Ortsrand von Holzhausen; Größe etwa 5 Hektar.


Allgemeine Angaben zur Geschichte:

Bauherr des 1558 errichteten Herrenhauses war vermutlich von Wilke von Schloen, genannt Gehle. Das Herrenhaus und das unmittelbar anschließende Wirtschaftsgebäude lagen ursprünglich auf einer Insel, die von einer breiten Gräfte umgeben war. Die Zufahrt zum Herrenhaus führte über eine mächtige Steinbrücke und eine Zugbrücke. Durch Erbstreitigkeiten kam die Anlage 1586 an Johann von Steding, dessen Nachkommen 1812 das Gut an die Familie von Oheimb verkaufte. Da die Oheimbs auch Eigentümer des benachbarten Rittergutes Hudenbeck waren, konnten beide Güter zu einem Besitz vereinigt werden. Zu Beginn der 80er Jahre erwarb die Stadt Preußisch Oldendorf das Gut, seit Mai 1981 steht das ehemalige Herrenhaus als Haus des Gastes für Veranstaltungen aller Art zur Verfügung.


Gebäude und Ausstattung:

Baulicher Mittelpunkt des Kurparks ist das Herrenhaus des ehemaligen Rittergutes Holzhausen. Das stattliche, zweigeschossige Gebäude wurde 1981 als Begegnungsstätte für die Kur- und Erholungsgäste des Luftkurortes umgebaut. Zum baulichen Ensemble gehören auch die Wirtschaftsgebäude und eine historische Wassermühle, die seit der Renovierung im Jahre 1983 als Museumsmühle genutzt wird.


Art der Grünanlage:

Historischer Gutspark mit modernen Elementen.


Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:

Im 18. Jahrhundert gab es am Rittergut neben verschiedenen Obst- und Gemüsegärten auch einen kleinen Barockgarten. Auf einem zeitgenössischen Plan sind hinter der Wassermühle im Norden vier mit Broderien kunstvoll gestaltete Beete und ein hölzerner Laubengang (Berceau) dargestellt. Der Weg vom Dorf führte damals direkt durch den kleinen repräsentativen Garten an der Mühle vorbei zur Brücke auf die Gräfteninsel. Von dieser Gartenanlage hat sich nichts mehr erhalten.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entstand am Rittergut ein Landschaftspark. Nachdem der nördliche und westliche Wassergraben verfüllt waren, begann man mit der Gestaltung und Bepflanzung der umliegenden Wiesen und Nutzgärten. Der verbliebene Rest der einstigen Gräfte wurde von einer weiteren Brücke überspannt und als malerische Teichanlage in die Parkgestaltung mit einbezogen. Noch heute ermöglichen die hausnahen Parkbereiche mit dem erhaltenen Altbaumbestand eine Vorstellung von der landschaftlichen Idylle des 19. Jahrhunderts.

In der nachfolgenden Zeit verwilderten weite Teile des Parks. Der nördliche Bereich wurde zudem mit einigen Wohnhäusern bebaut. Erst um 1980 entstand der heutige Kurpark, der die Geschichte der Anlage mit historisierenden Gestaltungselementen aufgreift. Nach dem Vorbild einer historischen Zufahrt wurde vom Ortszentrum aus einer Kastanienallee angelegt, die direkt bis zum Haupteingang des ehemaligen Herrenhauses führt. Auffälligstes Gestaltungsmerkmal ist unmittelbar vor dem Gebäude ein neues Gartenparterre mit barockisierenden Formen. Die vier mit niedrigen Buchsbäumen eingefassten und an den Eckpunkten mit pyramidalen Formbäumen gestalteten Beete werden durch ein rundes Wasserbecken mit Fontänen akzentuiert. Entlang des Bachlaufs der Großen Aue ist der Kurpark in südlicher Richtung erweitert worden. Ein Rundweg erschließt diesen modernen und naturnahen Parkbereich, zu dessen charakteristischer Gestaltung große naturbelassene Wiesenflächen und ein Teich mit ausgreifenden Röhrichtbeständen gehören.


Heutiger Zustand / Nutzung:

Der Kurpark lädt mit seinem historischen Ambiente zahlreiche Kurgäste und Besucher zum Verweilen ein. Im historischen Umfeld ist die Anlage als ein gelungenes Beispiel für die Gestaltung moderner Kuranlagen zu bewerten.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3717 Kirchlengern (Quernheim). Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. In: Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Heft 3, Band 3.3 Kreis Gütersloh, Kreis Minden-Lübbecke. Zugl. CD-ROM, Münster.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 20 - 23.
  • Besserer, Dieter (1993): Gutswassermühle Holzhausen-Hudenbeck. In: Mühlen an der Westfälischen Mühlenstraße, Heft 3, Minden.
  • Schmitt, Michael (Bearb.) (2002): Minden-Ravensberg Stadt Bielefeld - Kreis Gütersloh Kreis Herford - Kreis Minden-Lübbecke. In: Westfalia Picta, Band 7, Münster.
  • Maoro, Ernst (1986): Gut Holzhausen in Holzhausen. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 129 - 131.
  • Maoro, Ernst (1985): Rittergut Hudenbeck in Holzhausen wurde "Haus des Gastes". In: Der Minden-Ravensberger 57. Jg. 1985, Minden, Seite 44 - 45.
Externe ID: LWL-GUP00111
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Kurpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1700 - 1779
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10039705


In Karte anzeigen

2008: Kurpark Holzhausen
2008: Kurpark Holzhausen
2008: Kurpark Holzhausen
1896: Haus Hudenbeck
1864: Kurpark Holzhausen