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Botanischer Garten Bielefeld
 

Der "Botanische Garten" in Bielefeld wurde 1912 als Terrassengarten am Südhang des "Kahlen Berges" angelegt und in den folgenden Jahren mehrfach erweitert.

Externe ID: T-P363N403-20070706-002
Erfassungsdatum: 06.07.2007
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)

Zugehöriges Objekt

Botanischer Garten Bielefeld (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Stadt Bielefeld, 33597 Bielefeld; öffentlich

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ravensberger Land/Teutoburger Wald; westlich des Stadtzentrums; etwa 3,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das ursprünglich nur 1 Hektar große Wald- und Wiesengelände am Südhang des "Kahlen Berges" wurde 1910 auf Vorschlag des ersten städtischen Gartenbaudirektors Paul Meyerkamp für die Erweiterung des benachbarten Johannisfriedhofes erworben. Nach seinem Plan entstand 1912 ein Terrassengarten, dessen systematische Anpflanzungen zwei wesentliche Kriterien erfüllen sollten: Die Beschaffung von Anschauungsmaterial für den naturkundlichen Unterricht an Schulen und die Funktion als Schaugarten mit vielen heimischen und fremdländischen Pflanzen. Die Anordnung und Kultur der Pflanzen sollte interessierten Fachleuten Anschauungsmaterial liefern, darüber hinaus aber auch gezielt Gartenliebhabern und Kleingärtnern Anregungen für die Gestaltung des eigenen Gartens bieten. Es sollte kein eingefriedeter Garten nach streng wissenschaftlichen Grundsätzen, sondern eine für die Allgemeinheit anschaulich gestaltete Anlage entstehen. Diese Prinzipien gelten nach verschiedenen Erweiterungen und Veränderungen noch heute.

Gebäude und Ausstattung:
Mittelpunkt der Anlage ist ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1823.

Art der Grünanlage:
Botanischer Garten mit historischen und modernen Elementen.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Der Ausbau zum Botanischen Garten begann 1914 - 1915 mit der ersten großen Erweiterung und der Anlage eines Alpinums. Der erlesene Steingarten ist mit Gesteinsblöcken aus heimischem Muschelkalk gestaltet und zeigt vielfältig die kleinwüchsige Flora aus verschiedenen Hochgebirgsregionen der Erde.

Nach der zweiten großen Erweiterung von 1925 - 1927 entstanden ein Seerosenbecken und ein Rosarium. Anstelle des Rosariums wurden Anfang der 1950er Jahre unterschiedlich gestaltete Beete mit Sommerblumen angelegt. Ein neuer Rosengarten entstand 1955 bis 1956 im Bereich des Seerosenbeckens. Das Seerosenbecken wurde zum 50-jährigen Jubiläum des Botanischen Gartens erneuert und vergrößert. Seitdem wird die daran anschließende Terrasse mit Pergola} gerne aufgesucht, um das vielfältige Leben am und im Wasser zu beobachten. Aber nicht nur die verschiedensten Zier- und Blütenpflanzen sollen das Interesse der Besucher wecken, sondern auch die heimische Flora. Bereits 1957 wurden in einem Buchenwäldchen auf der Nordseite des Botanischen Gartens einstmals natürlich vorkommende Pflanzen wie Hartriegel, Seidelbast, Anemone, Hexenkraut und Leberblümchen neu angepflanzt. Heute bietet dort die Ansiedlung von etwa 200 bedrohten Pflanzenarten der "Roten Liste" einen besonderen Sammlungsschwerpunkt.

Anfang der 1960er Jahre entstand ein bemerkenswerter Heidegarten mit typischen Pflanzen wie Besenheide, Birke, Wacholder und Zwergkiefer.

Zum 75-jährigen Jubiläum ist der Botanische Garten mit einer zusätzlichen Besonderheit ausgestattet worden. Mit einer Erdzeituhr sollen die geologischen Zeitabschnitte durch die Verwendung von typischen Steinmaterialien und Pflanzen sichtbar gemacht werden.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Bis an die Ränder des Teutoburger Waldes erstreckt sich im Stadtgebiet von Bielefeld der Botanische Garten. Hier breiten sich unter mächtigen Buchen, Eichen und Kiefern prächtige Azaleen- und Rhododendronbestände aus, die besonders zur Blütezeit ein unvergleichlicher Anziehungspunkt sind. Daneben zeigen vielfältige Gehölzpflanzungen und Wildstaudenflächen, ein Rosen- und Staudengarten, ein Arznei- sowie Gewürzgarten und ein Heidegarten die unterschiedlichen Anwendungs- und Gestaltungsmöglichkeiten für den privaten Hausgarten. Ein Bereich mit gefährdeten Arten aus der "Roten Liste" vervollständigt die Pflanzensammlung des Botanischen Gartens. Heute führen zahlreiche Rundwege die Besucher nicht nur durch den Botanischen Garten mit seinen umfangreichen Pflanzensammlungen, sondern erschließen ebenso die nähere Umgebung der größten Stadt in Ostwestfalen-Lippe. Ein reizvoller Spaziergang über die Höhen des Teutoburger Waldes lässt die großstädtische Hektik schnell vergessen.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 84 - 87.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Nowarra, Evelyn (1987): Der Botanische Garten Bielefeld am "Kahlen Berg". Das Gartenamt 6/1987, Hannover, Seite 397 - 398.
  • Richard, Winfried (1984): Vom Naturideal zum Kulturideal. Ideologie und Praxis der Gartenkunst im deutschen Kaiserreich. Zugleich: Berlin, Technische Universität, Dissertation, 1983, Berlin, Seite 356.
  • Nowarra, Evelyn (2000): Der Botanische Garten Bielefeld. Garten + Landschaft 6/1987, München, Seite 4 - 5.
Externe ID: LWL-GUP00008
Erfassungsdatum: 25.05.1999
Kategorie: Botanischer Garten
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1 : 5.000 (größer als 1 :20.000)
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Archivauswertung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1912
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10039620


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2013: Botanischer Garten Bielefeld
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2013: Botanischer Garten Bielefeld
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1999: Botanischer Garten
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1921: Botanischer Garten