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Amtshausberg Vlotho
 

Komplex mit Burganlage, Jugendhof, Gärten und Apothekerweg am Südhang des Amtshausberges in Vlotho.

Externe ID: T-P363N403-20070525-002
Erfassungsdatum: 25.05.2007
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)

Zugehöriges Objekt

Amtshausberg Vlotho (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Vlotho, Postfach 1705, 32591 Vlotho, Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Jugendhof), verschiedene private Eigentümer. Das Gelände ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Exponierte Bergkuppe am Nordrand des Lipper Berglandes unmittelbar über der Weseraue, an den historischen Stadtkern von Vlotho anschließend. (Aue etwa 50 m über NN, Amtshausberg etwa 130 m über NN. Größe des Gesamtkomplexes etwa 17 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte

Der Komplex Amtshausberg besteht aus drei Teilbereichen:

  • Burganlage Vlotho,
  • Jugendhof,
  • Gärten und Apothekerweg am Südhang des Berges.
Die Burg Vlotho geht wahrscheinlich auf eine karolingische Festung des 9. Jahrhunderts zurück. Um 1250 entstand eine Höhenburg, die 1368 abbrannte. Es wurde eine neue Burg errichtet, die eine der Amtsburgen der Grafschaft Ravensberg wurde (die übrigen Burgen der Grafschaft waren die Ravensburg, Sparrenburg und Limburg). Nachdem die Grafschaft Ravensberg 1614/66 an Brandenburg fiel, verfiel die Burg. Am Ende des 17. Jahrhunderts wurden durch Beschluss des preußischen Königs die Gebäude geschleift und das brauchbare Material an Bürger der Stadt Vlotho verkauft.

1882 erwirbt der Verschönerungsverein, später Heimatverein, die Burgruine, restauriert und rekonstruiert Teile der Mauern, errichtet eine Gaststätte und entwickelt so ein Erholungsgebiet für die Vlothoer Bürger.

1936 erwirbt der Kreis Herford die Anlage, um im Zusammenhang mit der entstehenden Schule (s. Jugendhof) ein kulturelles Wahrzeichen des NS-Staates zu errichten. Ein zu diesem Zeitpunkt erstellter Lageplan der Burg zeigt vor der Gaststätte eine Gartenanlage mit Aussichtsturm und Musikbühne. Die Arbeiten werden bei Kriegsende abgebrochen, eine Ruine bleibt zurück. Nach dem Krieg übernimmt die Stadt Vlotho erneut die Burg und entwickelt sie in Anlehnung an die Gaststätte zu einem Zentrum für Freiluftfeste und Veranstaltungen. Mittlerweile weisen die aus den 50er Jahren stammenden Anlagen deutlich bauliche und funktionale Mängel auf.

1938 errichteten die Nationalsozialisten auf den an die Burg angrenzenden Ackerflächen, durch Versetzen von Fachwerkhäusern, die "Bannerführerschule Herzog Widenlind". Nach dem Krieg wurde diese Einrichtung für den Aufbau einer demokratischen Jugendarbeit umgebaut und erweitert. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe betreibt hier den Jugendhof als Fortbildungsstätte für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendhilfe.

Seit 1796 wurde der südexponierte Hang parzelliert und von den Bürgern der Stadt Vlotho als Hanggärten bewirtschaftet. Diese Gartennutzung wurde in den 1950er Jahren aufgegeben, das Gelände verwilderte. Damit gingen auch traditionelle Sichtverbindungen von der Burg in die Stadt und die Weseraue verloren.

Art der Grünanlage
Erholungsgebiet

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte
Siehe: Allgemeine Angaben zur Geschichte.

Heutiger Zustand / Nutzung
Die Wiederherstellung als auch nachhaltige Entwicklung des Amtshausberges als attraktives Naherholungsgebiet ist ein Projekt der REGIONALE 2000 in OWL.
Im Jahre 2000 haben die entsprechenden Arbeiten begonnen.

Die Mauern der Burgruine wurden von Gehölzen freigestellt und teilweise rekonstruiert und saniert. Geplant sind die Errichtung von Anlagen für Feste und Veranstaltungen, Lichtinstallationen und die Umgestaltung eines Sendemastes.

Im Bereich der Gärten sind noch Fragmente der Terrassenmauern und anderer Garteneinrichtungen sowie durchgewachsene Heckenstrukturen erkennbar. Hier wurden Gehölze beseitigt, Freiflächen und Sichtachsen geschaffen sowie der die Stadt mit der Burg verbindende Apothekerweg instand gesetzt.

Der großflächig versiegelte Parkplatz zwischen Jugendhof und Burg soll umgestaltet werden. Die Gartenanlagen des Jugendhofs werden momentan (Stand: Frühjahr 2000) umgestaltet. Ziel ist es, Elemente ökologischer Gartengestaltung mit Schwerpunkt Trockenmauern mit der Funktion als Kommunikations- und Freizeitraum für den Jugendhof zu verbinden.

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Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1910): Blatt 3819, Vlotho. Herausgegeben 1910, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Regionale Heilgarten 2000 (Hrsg.) (1998): Magisches Wasserland - Abschlussdokumentation. Bad Salzuflen.
  • Planungsbüro LOMA (o.J.): Projektdokumentation Amtshausberg Vlotho. Kassel.
Externe ID: LWL-GUP00004
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Grünflächen
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Archivauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1796
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10039535


In Karte anzeigen

2002: Amtshausberg Vlotho
2002: Amtshausberg
2000: Ruine Amtshausberg
2001: Amtshausberg, Apothekerweg
2001: Blick vom Amtshausberg
1937: Amtshausberg Vlotho
1896: Burg Vlotho, Amtshausberg