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Aawiesenpark Herford
 

Am Rande der Altstadt wurde ab 1957 aus dem "Alten Friedhof ", der zwischen 1808 und 1873 belegt wurde, und einem ehemaligen Gärtnereigelände der ­ große moderne Aawiesenpark entwickelt.

Externe ID: T-P363N403-20070516-001
Erfassungsdatum: 16.05.2007
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)

Zugehöriges Objekt

Aawiesenpark Herford (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Herford, Postfach 2843, 32046 Herford. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Ravensberger Land; südwestlich der Innenstadt; Größe etwa 4,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Im Flusstal der Aa entwickelte sich am Rande der Altstadt aus einem alten Friedhof und einem ehem. Gärtnereigelände der heute etwa 4,5 ­ha große moderne Aawiesenpark. Zusammen mit dem städtischen und jüdischen Friedhof bildet er einen zentralen innerstädtischen Grünzug.

Die ältesten Herforder Friedhöfe liegen auf den Dünen und Niederterrassen der Aa. Bereits 1680 wurde der jüdische Friedhof eröffnet. Er gilt als einer der ältesten jüdischen Friedhöfe in Deutschland. Als ersten kommunalen Friedhof legte die Stadt den sogenannten "Alten Friedhof" im Jahre 1808 an. 1873 wurde er in südlicher Richtung wesentlich erweitert. Auf dem "Alten Friedhof" finden seit 1874 keine Bestattungen mehr statt. Auf dem Erweiterungsbereich und auf dem jüdischen Friedhof werden noch bis heute Bestattungen vorgenommen. Neben dem alten Baumbestand beeindrucken beide Anlagen durch ihre typischen Grabstätten.

Gebäude und Ausstattung
Auf einer Lichtung steht heute ein fast 6 ­­m­ hohes Kriegerdenkmal, das 1879 erbaut wurde und ursprünglich auf dem Alten Markt aufgestellt war. Es erinnert an die Gefallenen der Kriege Preußens gegen Dänemark (1864) und Österreich (1866) sowie des Deutsch-Französischen Krieges in den Jahren 1870 und 1871. Aus der Zeit des Historismus stammen zahlreiche Grabstellen und Obelisken.

Auffällig sind mehrere Grabdenkmäler der Renaissance und des Barock. Sie wurden vom ehemaligen Begräbnisplatz an der Münsterkirche hierher versetzt.

Art der Grünanlage
Moderner Stadtpark, historischer Friedhof.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte
1957 wurde der "Alte Friedhof" in eine öffentliche Grünanlage umgestaltet.

Nach dem 2. Weltkrieg entstanden auf den angrenzenden Flächen entlang des Flusslaufs der Aa ausgedehnte Kleingartenanlagen. Sie mussten zum größten Teil dem in den 1970er Jahren neu erbauten Berufsschulzentrum des Kreises Herford weichen. Nachdem 1986 eine zwischen dem Schulzentrum und der Altstadt gelegene Gärtnerei ihren Betrieb einstellte, war die weitere Nutzung der nun frei gewordenen Flächen in der Stadt heftig umstritten. Zur Diskussion standen die Anlage von Autostellplätzen für die Berufsschule oder die Erweiterung des "Alten Friedhofs" zum stadtnahen Park bis zur Aa. Glücklicherweise entschied sich der Stadtrat für den Park, sodass 1987 mit der weiteren Gestaltung der Parkanlagen begonnen werden konnte.

Heutiger Zustand / Nutzung
Der alte Friedhof ist heute durch alten Baumbestand, mit niedrigen Hecken gefasste Wege und über 300 gut erhaltene Grabsteine gekennzeichnet.

Die Gestaltung des angrenzenden Aawiesenparks ist durch ausgedehnte Wiesenflächen bestimmt. In den Randbereichen fallen großzügig angelegte, artenreiche Staudenrabatten auf. Ein großer Abenteuerspielplatz ist für Kinder und Eltern die Hauptattraktion im Park. Dem Standort in der Flussaue entspricht ein großer naturnah angelegter Teich mit ausgedehnten Röhrichtbeständen. Am Zugang von der Altstadt wurde eine leicht erhöht liegende rechteckige Rasen- und Sommerblumenfläche angelegt. Entlang des Flusslaufes der Aa ist es von hier aus nicht mehr weit bis zu den "grünen" Wallanlagen der Stadt.

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Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1895): Blatt 3818, Herford. Herausgegeben 1895, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
  • Huss, Anette (1997): Der städtische Friedhof an der Hermannsstrasse in Herford. In: Historisches Jahrbuch für den Kreis Herford 1997, Herford, Seite 99 - 108.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 54 - 56.
  • Martin, Petra / Watermann, Ute (1989): Alter Friedhof am Eisgraben und Jüdischer Friedhof in Herford. In: Lebendiges Zeugnis. Historische Betrachtungen zu Glocken, Kirchen und Friedhöfen in Herford. Freie und Hansestadt Herford, Band 6, Herford, Seite 198 - 247, Seite 198 - 247.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00002
Erfassungsdatum: 20.09.1999
Kategorie: Volkspark, Stadtpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1957
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10039507


In Karte anzeigen

1999: Aawiesenpark
1999: Aawiesenpark
1999: Aawiesenpark
1895: Alter Friedhof, Herford