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Kurpark Bad Seebruch / Bad Senkelteich, Vlotho
 

Seit 1753 sind Trink- und Badekuren sind in Bad Seebruch nachweisbar. In Bad Senkelteich wurde der Kurbetrieb ab 1866 offiziell aufgenommen. In der nachfolgenden Zeit entstand unmittelbar neben dem beeindruckenden Erdfall ein Kur- und Erholungsgarten für die Kur- und Badegäste. Ab 1982 wurde zwischen beiden Bädern ein moderner Kurpark angelegt.

Externe ID: T-P363N403-20071012-005
Erfassungsdatum: 12.10.2007
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)

Zugehöriges Objekt

Kurpark Bad Seebruch / Bad Senkelteich, Vlotho (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:

Stadt Vlotho, Lange Str. 60, 32591 Vlotho. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.


Naturräumliche Situation, Lage und Größe:

Weserbergland; südlich der Stadt Vlotho; Größe 4 Hektar.


Allgemeine Angaben zur Geschichte:

Reizvoll in die Landschaft des Weserberglandes eingebettet, breitet sich der Kurpark zwischen den beiden Heilbädern Bad Seebruch und Bad Senkelteich aus.

Schon vor mehr als 200 Jahren hat sich ein Kurbetrieb im Tal der Linnenbeeke etabliert. Die Entstehung der beiden Heilbäder geht auf eine geologische Besonderheit zurück. Die Lage über einer Störungszone mit zerrütteten Gesteinsschichten und Auswaschungen im tiefen Untergrund führt immer wieder zu Einbrüchen an der Erdoberfläche, zu sogenannten "Erdfällen". Der letzte Erdfall zerstörte noch vor einigen Jahrzehnten große Teile der Gebäude von Bad Seebruch. In den Trichtern der Erdfälle bildete sich von schwefelhaltigem Mineralwasser durchtränktes Moor, das sich hervorragend für Moorbäder eignet. Trink- und Badekuren sind in Bad Seebruch seit 1753 nachweisbar.

In Bad Senkelteich wurde der Kurbetrieb ab 1866 offiziell aufgenommen. In der nachfolgenden Zeit entstand unmittelbar neben dem beeindruckenden Erdfall ein Kur- und Erholungsgarten für die Kur- und Badegäste.

Ab 1982 entstand zwischen beiden Bädern ein moderner Kurpark.


Gebäude und Ausstattung:

Kurhäuser aus verschiedenen Zeitepochen, Haus des Gastes in ehemaligen Hofstelle.


Art der Grünanlage:

Historischer Kurgarten und moderner Kurpark.


Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:

Die heutige Grundstruktur des Gartens in Bad Senkelteich stammt vermutlich noch vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Am Südhang hinter dem Kurhaus gestaltete man einen kleinen durch mehrere Terrassen und Treppen gegliederten Garten. Eingebettet in den Hang liegt ein von höheren Mauern eingefasster Rosengarten, dessen gepflegte Pflanzungen durch kugelförmig geschnittene Buchsbäume betont werden.

1978 erfolgte für die beiden Bauernbäder Seebruch und Senkelteich die Anerkennung als Luftkurort mit eigenem Kurmittelbetrieb. Die Kurverwaltung richtete daraufhin in einem alten Bauernhaus zwischen den beiden Bädern das "Haus des Gastes" ein und legte 1982 im Tal der Linnenbeeke einen etwa vier Hektar großen Kurpark an. Kennzeichnend für die Anlage ist der Bachlauf der Linnenbeeke. Zu beiden Seiten des Baches erstrecken sich ausgedehnte Rasen- und Wiesenflächen, in die sich harmonisch ein großer Teich und eine Obstwiese einfügen. Oberhalb des Kurparks ist der Bachlauf als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die von dem Mittelgebirgsbach durchflossene Talaue bietet mit landschaftstypischen Wiesen, aufgestauten Teichen und großzügigen Gehölzanpflanzungen den Rahmen für einen naturnahen Kurpark.


Heutiger Zustand / Nutzung:

Für das Jahr 2000 wurden im Park zusätzliche Attraktionen geschaffen. Regelmäßig durchzuführende Pflegemaßnahmen wurden durch die Neuanlage von Staudenbeeten und die Sanierung des Wegenetzes ergänzt. Der Schwerpunkt der Maßnahmen gilt jedoch der Schaffung eines "Klang- und Heilgartens". Im Heilgarten werden 37 Wildpflanzenarten kultiviert, auf denen das vom englischen Arzt Edward Bach entwickelte Arzneisystem beruht. Die in der Bachblütentherapie verwendeten Pflanzentinkturen unterstützen die Stärkung der menschlichen Psyche. Als Klanggarten entsteht nach den Ideen des Philosophen und Künstlers Hugo Kückelhaus ein sogenanntes "Erfahrungsfeld der Sinne". Hier werden verschiedene Stationen angelegt, an denen spielerisch die Entfaltung der Sinne geprobt wird. Beispiele sind ein "Summstein", eine "Klangsäule" - ein riesiges Xylophon aus Steinen - das "Lithophon", die "Rufsäulen" und der "Wasserstrudel". Durch das aktive Betätigen der jeweiligen Objekte soll eine intensivere Wahrnehmung und Empfindung gefördert werden.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1910): Blatt 3819, Vlotho. Herausgegeben 1910, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 51 - 54.
  • Kaspar, Fred (1993): Brunnenkur und Sommerlust - Gesundbrunnen und Kleinbäder in Westfalen. Bielefeld.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 85 Minden. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 85, Bonn-Bad Godesberg.
Externe ID: LWL-GUP00108
Erfassungsdatum: 31.08.1999
Kategorie: Kurpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1982
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10039465


In Karte anzeigen

2008: Bad Senkelteich - Bad Seebruch, Kurpark
2008: Bad Senkelteich - Bad Seebruch, Kurpark
2008: Bad Senkelteich - Bad Seebruch, Kurpark
2008: Bad Senkelteich - Bad Seebruch, Kurpark, Haus des Gastes
1896: Bad Seebruch / Bad Senkelteich
1896: Bad Seebruch - Bad Senkelteich