Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Gut Holzhausen, Nieheim
 

Die Familie von der Borch zählt mit zu den ältesten Adelsgeschlechtern in Westfalen. Im 16. Jahrhundert ließ sich das Rittergeschlecht am Rande der fruchtbaren Steinheimer Börde im kleinen Dorfweiler Holzhausen nieder. Nach dem Brand eines Vorgängerbaus lies Adrian Alhard von der Borch von 1802 bis 1807 ein neues zweigeschossiges Herrenhaus in klassizistischen Bauformen errichten, das von einer Gräfte umschlossenen wird.

Externe ID: T-P363N403-20071012-001
Erfassungsdatum: 12.10.2007
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)

Zugehöriges Objekt

Gutspark Holzhausen, Nieheim (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Der Hofbereich ist öffentlich zugänglich, der Garten ist nur bei Veranstaltungen zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland, Steinheimer Becken, 2 km südöstlich von Nieheim; Größe der Gartenflächen etwa 3 Hektar..

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die Familie von der Borch zählt mit zu den ältesten Adelsgeschlechtern in Westfalen. Bereits im 12. Jahrhundert hatte ein Ritter von der Borch unter dem Welfenherzog Heinrich dem Löwen gedient. Im 16. Jahrhundert ließ sich das Rittergeschlecht am Rande der fruchtbaren Steinheimer Börde im kleinen Dorfweiler Holzhausen nieder. Adrian Alhard von der Borch beauftragte nach dem Brand eines Vorgängerbaus zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Kasseler Baumeister Hisner mit Entwürfen für ein neues Herrenhaus, das von 1802 bis 1807 in klassizistischen Bauformen errichtet wurde.

Gebäude und Ausstattung:
Das zweigeschossige Herrenhaus wird von einer regelmäßigen, viereckigen Gräfte umschlossenen. Nach Norden ist dem Herrenhaus ein großer Wirtschaftshof vorgelagert, dessen denkmalgeschützte Gutsgebäude hauptsächlich aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammen. Ältestes Bauwerk ist ein beeindruckender Fachwerkspeicher von 1572.

Mehrere Skulpturen im Garten stammen entweder aus den Gartenanlagen des Vorgängerbaus oder des klassizistischen Herrenhauses. Ein großer Teil der figürlichen Skulpturen ist äußerst renovierungsbedürftig.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Nur spärlich sind die Hinweise zur Gestaltung der Gärten am ehemaligen Rittergut. Weil bisher keine Pläne oder Aufzeichnungen bekannt sind, muss vermutet werden, dass ein repräsentativer Garten entweder aus der Zeit des Vorgängerbaus stammt oder gleichzeitig mit der Errichtung des klassizistischen Herrenhauses angelegt wurde. Vermutlich waren hauptsächlich die Bereiche zwischen der inneren Hausgräfte und dem äußeren Gräftensystem gärtnerisch gestaltet. Ob dann im 19. Jahrhundert die größeren Flächen im Süden und Westen des Hauses landschaftlich gestaltet waren, ist bisher ebenfalls nicht nachzuweisen. Im Süden liegt der Familienfriedhof des Adelsgeschlechts.

An der Ostseite des Hauses hat man im frühen 20. Jahrhundert einen terrassierten Rosengarten mit einem runden Wasserbecken im Zentrum einer vorgelagerten ebenen Fläche angelegt. Bis auf die beiden gemauerten Terrassen mit einem zentralen Treppenaufgang und dem großen Wasserbecken hat sich von der einstmals aufwendigen Gestaltung des wahrscheinlich formal-geometrischen Rosengartens nichts erhalten.

Bemerkenswert ist im Westen der Gutsanlage eine historische Eichenallee. Sie führt genau in der Verlängerung der Achse, zwischen dem Gutshof und dem Herrenhaus, zum bewirtschafteten Wald. Die mächtigen Stieleichen sind bis zu 500 Jahre alt und werden als Naturdenkmale geschützt. Da einige Eichen bereits ihr Alter erreicht haben, lässt man sie unter Verzicht auf baumchirurgische Maßnahmen "in Würde sterben".

Heutiger Zustand / Nutzung:
Von den einstmals ausgedehnten Gärten haben sich alte Bäume und die bauliche Ausstattung mit Stützmauern, Treppen, Wasserbecken und Skulpturen erhalten. Die Gartenflächen werden als Rasen- oder Wiesenflächen gepflegt, auf Teilflächen steht eine Fichtenkultur. Die gesamte Gutsanlage und das Herrenhaus werden umfangreich restauriert.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta, Band 5, Seite 342 - 346

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4220, Bad Driburg (Driburg). Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld, Seite 342 - 346.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 184-186.
  • Wengerzink, Lothar (1992): Adelssitze im Kreis Höxter in lithografischen Ansichten des 19. Jahrhunderts. In: Jahrbuch Kreis Höxter 1992, Höxter, Seite 159 - 163.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Alber-Longère, Christine (1986): Burg Holzhausen in Holzhausen. In: Burgen,Schlösser, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 119 - 121.
Externe ID: LWL-GUP00059
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1501 - 1599
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10039408


In Karte anzeigen

1999: Gut Holzhausen
1999: Gut Holzhausen
1999: Gut Holzhausen
1896: Gut Holzhausen
1863: Gut Holzhausen