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Gartenanlagen am Haus Venne, Drensteinfurt-Mersch
 

Haus Venne ist ein Wasserschloss aus dem frühen 18. Jahrhundert in Drensteinfurt-Mersch im Münsterland.

Externe ID: T-P363N504-20080705-0001
Erfassungsdatum: 07.05.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2007: Haus Venne

Zugehöriges Objekt

Gartenanlagen am Haus Venne, Drensteinfurt-Mersch (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Gartenanlagen sind nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; etwa 4 ­km südlich von Drensteinfurt, etwa 10 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Haus Venne wird erstmalig im 13. Jahrhundert erwähnt. Vermutlich zuerst im Eigentum der Herren von Venne, kam es an die Herren von Galen und gelangte 1574 an die Herren von Karthausen. Seit 1611 Sitz der Herren von Ascheberg. Anstelle eines adeligen Gräftenhofes erfolgte von 1710 bis 1716 der Neubau einer barocken Gesamtanlage für Johann Matthias von Ascheberg und seine Gattin Elisabeth von Lipperheide nach Plänen des westfälischen Barockbaumeisters Lambert Friedrich Corfey. Die Familie von Ascheberg war über 200 Jahre Besitzer des Wasserschlosses. 1936 gelangte das Anwesen durch Heirat an die Familie Dietrich, die noch heute im Herrenhaus wohnt.

Gebäude und Ausstattung
Die Schlossanlage umfasst in symmetrischer Anordnung das aus Backstein errichtete zweigeschossige Haupthaus mit Krüppelwalmdach und vier querliegende vorgelagerte Nebengebäude, die den Schlosshof rahmen. Dem 1710 vollendeten Haupthaus folgten bis 1716 die symmetrisch angelegten Nebengebäude, die den Schlosshof hufeisenförmig umschlossen. Die Zwischenbauten der quergelagerten Nebengebäude wurden bei Umbauten zwischen den Jahren 1830 bis 1860 niedergelegt. Das dem Herrenhaus nordwestlich vorgelagerte Gebäude mit Dachreiter beherbergt die 1716 fertiggestellte Kapelle Mariä Himmelfahrt. Der Kapelleninnenraum wurde zwischen 1769 bis 1771 im Stil des Rokoko prachtvoll ausgebaut. 1767 wurde nordöstlich des Haupthauses ein zweigeschossiges Gartenhaus errichtet, dessen achteckiger Hauptraum der Familie von Ascheberg als Gruftstätte diente. Die Planung für das Gartenhaus wird Johann Conrad Schlaun zugeschrieben. Da keine Archivalien oder Pläne bekannt sind, bleibt die Autorenschaft Schlauns fraglich. Östlich vom Wasserschloss steht ein barockes Mühlenhaus mit einem Wirtschaftsgebäude. Im Garten ist eine Figurengruppe des Hl. Antonius von Padua aufgestellt. Zur Ausstattung des Gartens gehören mehrere Sandsteintische und eine Sandsteinbank.

Art der Grünanlage
Barockgarten und Landschaftsgarten

Beschreibung
Gegenwärtig überlagern sich im Garten von Haus Venne mehrere Zustände. Schon vor dem barocken Ausbau im frühen 18. Jahrhundert existierte im Nordosten eines unregelmäßigen und wehrhaften Gräftenhofes mit insgesamt fünf Inseln eine großzügige Garteninsel. Sie war von der Vorinsel des Gräftenhofes mit dem Torhaus und mehreren Wirtschaftsbauten über eine Brücke aus zugänglich. Die Flächen- und Beetaufteilung der vermutlich als Nutzgarten bewirtschafteten Garteninsel war einem regelmäßigen Schema untergeordnet. Mit dem Ausbau zum barocken Wasserschloss erhielt die Garteninsel eine regelmäßig geometrische Grundform und wurde mit der Mittelachse genau auf die Gartenseite des Herrenhauses hin ausgerichtet. Die Garteninsel war in einzelne regelmäßige Parterres unterteilt. Die Anlage und Gestaltung des nördlichen Gartenbereichs im Anschluss an die Garteninsel erfolgte wahrscheinlich erst zur 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und steht im engen Zusammenhang mit der Errichtung des barocken Gartenhauses im Jahre 1767. Der so um fast die doppelte Fläche erweiterte Barockgarten wurde nun auch durch eine auffällige Querachse erschlossen, die von der Landstraße im Süden ausgehend, vorbei an dem Mühlengebäude direkt auf das barocke Gartenhaus zuführte. Von der barocken Gartenphase haben sich bis heute noch die Flächengrundform des Gartens, ein Teil der Gräften, die Querachse und mehrere alte Gehölze erhalten. Neben ursprünglich geschnittenen Buchen, Eichen und Linden fallen einige durchgewachsene Eibenhecken und vor allem zwei alte Eiben auf, die genau in der Mittelachse des Gartens stehen. Wie lange der Barockgarten bestand, ist bisher nicht bekannt. Wahrscheinlich wurde besonders der nordöstliche Gartenbereich im Verlauf des 19. Jahrhunderts in eine landschaftliche Anlage umgestaltet und das dem Herrenhaus unmittelbar gegenüberliegende Parterre mit einzelnen Solitärbäumen bepflanzt. Während dieser Zeit wurden die meisten der heute noch im Garten vorhandenen alten Laub- und Nadelgehölze gepflanzt. Weitere Gehölzpflanzungen und Aufforstungen erfolgten auch noch während des 20. Jahrhunderts, so dass der heutige Zustand des Gartens nur schwer eine eindeutige Struktur erkennen lässt. Bis in die 1950er Jahre wurde der östliche Bereich des Gartens als großer Nutzgarten zur Versorgung der Bewohner des Anwesens und zum Weiterverkauf auf dem Wochenmarkt bewirtschaftet.

Zwei kleinere Ziergärten lagen auf der Hausinsel im Norden und Süden des Herrenhauses. Der südliche Bereich wird noch heute von den Eigentümern als kleiner Hausgarten benutzt. Beachtenswert ist das große, ovale Rasenparterre auf dem Hof. Das Parterre wurde im 19. Jahrhundert angelegt, das kreisrunde Wasserbecken ist eine Zutat des 20. Jahrhunderts. Die gesamte Wasserschlossanlage ist entlang der Wege und Zufahrten in ein System aus verschiedenen Alleen mit Ahorn, Linden, Kastanien und Pappeln eingebunden.

Pflegezustand
Die Grundstruktur der gärtnerischen Anlagen ist bis heute erkennbar erhalten geblieben. Stellenweise wurden Gartenflächen aufgeforstet oder sind verwildert.

Literaturangaben

  • Schulze Dernebockholt, Ulrike (1989): Garten- und Parkanlagen des Wasserschlosses Haus Venne in Drensteinfurt. Osnabrück, Diplomarbeit Fachhochschule Osnabrück.
Externe ID: LWL-GUP00307
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Archäologische Grabung
  • Auswertung historischer Karten
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1710 - 1767
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10038422


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2007: Haus Venne
2007: Haus Venne
2004: Haus Venne
2004: Garten von Haus Venne
2004: Gartenhaus Haus Venne
2003: Drensteinfurt
1897: Drensteinfurt