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Haus Rothenberge, Wettringen-Rothenberge
 

Das zweigeschossige Landhaus liegt in landschaftlich reizvoller Lage auf der Höhe des Rothenberges und hebt sich weithin sichtbar aus der umliegenden, weitgehend flachen Gegend ab.

Externe ID: T-P363N504-20080602-0002
Erfassungsdatum: 02.06.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2007: Haus Rothenberg

Zugehöriges Objekt

Haus Rothenberge, Wettringen-Rothenberge (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Bertha Jordaan-van Heek Stiftung; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Westmünsterland; etwa 2 ­km nordwestlich von Wettringen auf der Höhe des Rothenberges; etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die gebildete und kunstsinnige Bertha van Heek (1876 bis 1960) war die Tochter eines Textilfabrikanten, der zur Gründerzeit während der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Niederlassungen im deutsch-niederländischen Grenzgebiet zu großem Vermögen kam. 1907 heiratete sie den wohlhabenden Jan Jordaan. Er wurde 1863 als Sohn eines Spinnereidirektors in Gronau geboren und übernahm später die Leitung der Jordaan´schen Privatbank in Paris. Am Beginn der 1920er Jahre fasste Bertha den Entschluss, von ihrem ererbten Vermögen fern der Weltstadt Paris ein elegantes Landhaus zu erbauen. Hier wollte sie ihre eigenen Vorstellungen vom Leben in und mit der Natur verwirklichen. Ab 1925 wurde dann Haus Rothenberge vor allem in den Sommermonaten zu ihrer zweiten Heimat. Der Nachlass des Ehepaares ging 1960 an die gemeinnützige Bertha Jordaan-van Heek Stiftung über. Ab 1962 wird das Landhaus als Gäste- und Seminarhaus der Westfälischen Wilhelms-Universität genutzt. Das Gebäude wurde am Ende der 1980er Jahre umfassend renoviert und modernen Nutzungsbedürfnissen angepasst.

Gebäude und Ausstattung
Das Landhaus liegt in landschaftlich reizvoller Lage auf der Höhe des Rothenberges und hebt sich weithin sichtbar aus der umliegenden, weitgehend flachen Gegend ab. Die Architektur des zweigeschossigen, verputzten Landhauses ist eine gelungene Mischung aus barocken und klassizistischen Bauformen und Gestaltungselementen. Es wurde von 1923 bis 1925 nach Plänen des Regierungsbaumeister Alfred Hensen (1869 bis 1931) aus Münster errichtet. Als Vorbilder dienten die Landhäuser des französischen Adels (Maison de plaisance) aus dem 18. Jahrhundert. Die malerische Zufahrt zum Landhaus wird durch eine neubarocke Toranlage gesichert. Die beiden Gartenskulpturen auf der Terrasse des Hauses sind eine neuere Zutat. Etwa 150 m westlich vom Landhaus ist eine Kapelle mit der Gruft des Ehepaars.

Art der Grünanlage
Landschaftspark

Beschreibung
Bei der Erbauung des Landhauses war der Rothenberg an der höchsten Stelle und entlang der Zufahrt aus nordöstlicher Richtung weitgehend dicht bewaldet. Das Landhaus wurde genau am Scheitelpunkt eines freien, unbewaldeten und nach Süden abfallenden Hanges errichtet. Durch geschickte Pflanzungen von markanten Einzelbäumen wie Zeder, Douglasie und Hängebirke sowie mit Baumgruppen aus Eichen und Kiefern am Hang erreichte man eine stilvolle Rahmung und Einbindung des Gebäudes in die umliegende Landschaft. Der vorhandene Gehölzbestand wurde als Stimmungsträger weiter kultiviert und durch gärtnerische Pflanzungen ergänzt. So erhielt beispielsweise der kleine Wald auf dem höchsten Punkt des Rothenbergs eine Unterpflanzung aus Rhododendren und einen Umgangsweg. An der Zufahrt wurde der Nordhang unterhalb der Kapelle als kleiner Steingarten gestaltet und mit einem Schlängelweg erschlossen. Unmittelbar am Haus wurde an der Südseite eine Gartenterrasse mit einer großen geschwungenen Freitreppe und einem zentralen Wasserbecken angelegt. Der Terrasse wurde ein symmetrischer Ziergarten mit Beeten zur jahreszeitlichen Wechselbepflanzung vorgelagert und im Zentrum eine alte Sonnenuhr aufgestellt. Ein weiterer Terrassenabsatz führt mit einer dreistufigen Treppe über die große Hangwiese und ermöglicht weite Blicke in die umliegende Landschaft. In der südöstlichen Ecke des abfallenden Hanggrundstücks ist vor einigen Jahren ein Brunnenbecken mit einer zentralen Brunnenfigur eingebaut worden.

Literaturangaben

  • Jakob, Volker (2000): Das Vermächtnis der alten Dame. In: Westfalenspiegel 2, 2000, Münster, Seite 36 - 37.
  • Trippen, Ludwig (1992): Das Landhaus Rothenberge und der Förderverein der Uni Münster. In: Unser Kreis 1993 - Jahrbuch für den Kreis Steinfurt, Burgsteinfurt, Seite 36 - 39.
Externe ID: LWL-GUP00294
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Landschaftsgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1920
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10038408


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2003: Haus Rothenberge
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1897: Haus Rothenberge