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Haus Diek, Ennigerloh
 

Ehemaliges Freckenhorster Burglehen, nachweisbar seit Anfang des 14. Jahrhunderts im Besitz der Ritter ton Dyke. Das Anwesen wechselte mehrfach den Besitzer und befindet sich heute im Eigentum der Familie von Bose. Das schlichte Herrenhaus wurde 1771 als Landhaus nach französischem Vorbild (Maison de Plaisance) im Norden einer Gräfteninsel errichtet, auf der schon das Torhaus von 1615 mit Remisen, eine sich im rechten Winkel anschließende Jägerei und das alte Herrenhaus aus Fachwerk standen.

Externe ID: T-P363N504-20080430-0002
Erfassungsdatum: 30.04.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2006: Haus Diek

Zugehöriges Objekt

Garten am Haus Diek, Ennigerloh-Westkirchen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Außenanlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; am nördlichen Ortsrand von Westkirchen; etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Ehemaliges Freckenhorster Burglehen, nachweisbar seit Anfang des 14. Jahrhunderts im Besitz der Ritter ton Dyke. Das Rittergeschlecht leistete gleichzeitig in Sassenberg Burgmannsdienste. Die Erbtocher Jutta brachte Haus Diek um die Mitte des 15. Jahrhunderts an das Geschlecht derer von Karsem. Nach dem Tode Jobst von Karsems im Jahre 1566 kam das Besitztum an die Familie Buck und gelangte 1735 durch Erbschaft an die Familie von Hanxleben. 1816 gelangte das Anwesen durch die Erbtochter Luise von Ketteler-Hanxleben an Graf Franz von Nesselrode-Ereshoven, dessen Sohn das gesamte Besitztum 1867 an den Freiherrn von Nagel-Doornick auf Haus Vornholz bei Ostenfelde verkauft. Durch Erbschaft befindet sich das Anwesen heute im Eigentum der Familie von Bose.

Gebäude und Ausstattung
Das reizvolle aber schlichte Herrenhaus wurde 1771 als Landhaus nach französischem Vorbild (Maison de Plaisance) für den Freiherrn Leopold von Hanxleben und seine Frau Aloisia von der Recke errichtet. Der zweigeschossige Putzbau wurde im Norden einer Gräfteninsel errichtet, auf der schon das Torhaus von 1615 mit Remisen, eine sich im rechten Winkel anschließende Jägerei und das alte Herrenhaus aus Fachwerk standen. Im Osten der Insel wurde ein Brauhaus aus dem 16. Jahrhundert schon im 19. Jahrhundert abgebrochen. Die große Holzterrasse und die Holzbrücke an der Gartenseite des barocken Herrenhauses sind Zutaten des 20. Jahrhunderts.

Am Westrand des Gartens hat sich noch ein Gartenhaus aus Fachwerk mit Pyramidendach aus dem 18. Jahrhundert erhalten. Westlich der Zufahrt von der Landstraße L 793 steht eine 1771 datierte Sandsteinskulptur der Maria Immaculata. An der nordwestlichen Außenseite des Gartens steht ein stark verwitterter barocker Bildstock aus Sandstein. Zwei auffällige Pflanzschalen an der Gartenseite des barocken Hauses stammen aus dem 20. Jahrhundert.

Art der Grünanlage
Schlossgarten

Beschreibung
Die ursprüngliche Gestaltung des Gartens nördlich der Gräfteninsel zeigt ein 1788 bis 1789 vom Geometer Lamb. Hammer gezeichneter und kolorierter Plan. Die fast rechtwinkelige Gartenfläche war nach Osten und Norden vollständig und nach Westen zur Hälfte von einem schmalen Graben begrenzt. Von der Hausinsel gelangte man über eine steinerne Brücke in den regelmäßigen Garten, dessen Wege und Parterres als radialsymmetrische Anlage auf ein Rondell im Zentrum hin orientiert waren. Die äußere Umrahmung und die Eckparterres des Gartens waren wahrscheinlich mit Hecken und niedrigen Strauchpflanzungen eingefasst. In westlicher Richtung zum Gartenhaus gingen die Parterres vermutlich in einen Boskettbereich über. Gegenüber vom alten Herrenhaus war jenseits der Hausgräfte eine kleine landschaftliche Anlage mit Schlängelwegen angelegt. An die landschaftliche Partie schlossen sich mehrere regelmäßig gestaltete Beete an. Dieser auch vom Gartenhaus zugänglich Bereich wurde vermutlich als Nutzgarten bewirtschaftet. Wie lange die auf dem detaillierten Plan dargestellte spätbarocke Gartenanlage existierte, und ob diese in der nachfolgenden Zeit umgestaltet wurde, ist bisher nicht bekannt. Heute zeichnet sich auf der ebenen Gartenfläche genau in der Mittelachse des Hauses ein langgestrecktes Gartengeviert ab, das an einigen Eckpunkten noch von kleinen Buchsbäumen akzentuiert wird.

Pflegezustand
Der Garten ist heute eine große Wiese mit nur noch wenigen Gehölzen und einer Hecke. Gartenarchäologischen Grabungen könnten die vorherigen Gestaltungen des Gartens klären.

Literaturangaben

  • Matzner, Florian / Schulze, Ulrich (1995): Johann Conrad Schlaun 1695-1773. Das Gesamtwerk. Stuttgart.
  • Karl Hölker (Bearbeiter) (1936): Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Kreis Warendorf. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 42, Münster.
  • o.A. (1979): Ennigerloh, Enniger, Ostenfelde und Westkirchen in alten Ansichten. Zaltbommel/NL.
Externe ID: LWL-GUP00312
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Fotos
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1771
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10038226


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2006: Haus Diek
2006: Haus Diek
2006: Haus Diek
2002: Haus Diek
2003: Westerkappeln
1897: Westerkappeln
Haus Diek