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Haus Geist, Oelde-Bauerschaft Ahmenhorst
 

Als prachtvolle Wasserburg der Lippe-Renaissance wird Haus Geist zwischen 1560 bis 1568 vom Baumeister Laurenz Brauchum und seinen Söhnen Rotger und Johannes erbaut. Auftraggeber waren das Ehepaar Sophie von Nesselrode und Franz von Loe. 1593 gelangt die Anlage durch Heirat an die Edelherren von Büren. Moritz von Büren vermacht die gesamte Anlage 1640 dem Jesuitenorden, der es anschliessend als Kloster nutzte. Mit der Auflösung des Ordens durch Papst Clemens XIV. im Jahre 1773 gelangte das Anwesen an den Fürstbischof von Münster. Seit 1803 befindet sich die Anlage im Eigentum des Staates. Die meisten Gebäude und die umliegenden land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen sind verpachtet.

Externe ID: T-P363N504-20080430-0001
Erfassungsdatum: 30.04.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2002: Haus Geist

Zugehöriges Objekt

Garten am Haus Geist, Oelde-Bauerschaft Ahmenhorst (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Studienfonds Münster (Land NRW); die Anlage ist teilöffentlich zugänglich und kann am besten von den vorbei führenden Wegen eingesehen werden.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; etwa 3 km westlich von Oelde am Rande des Waldgebietes Geisterholz; ehemaliger Garten östlicher der Hausinsel etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte­
Als prachtvolle Wasserburg der Lippe-Renaissance wird Haus Geist zwischen 1560 bis 1568 vom Baumeister Laurenz Brauchum und seinen Söhnen Rotger und Johannes erbaut. Auftraggeber waren das Ehepaar Sophie von Nesselrode und Franz von Loe. 1593 gelangt die Anlage durch Heirat an die Edelherren von Büren. Moritz von Büren vermacht die gesamte Anlage 1640 dem Jesuitenorden, der es anschließend als Kloster nutzte. Mit der Auflösung des Ordens durch Papst Clemens XIV. im Jahre 1773 gelangte das Anwesen an den Fürstbischof von Münster. Aus den Einkünften der Besitztümer wurde als Stiftung einen Studienfonds eingerichtet, der unter anderem der Universität zugute kam. Seit 1803 befindet sich die Anlage im Eigentum des Staates. Die meisten Gebäude und die umliegenden land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen sind seit 1884 an die Familie Pellengahr verpachtet.

Gebäude und Ausstattung
Ehemalige Wasserburg der Lippe-Renaissance auf zwei Inseln. Ein Teil des Wassergrabensystems der Vorburginsel wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts aufgefüllt. Als einziges Gebäude hat sich von der ursprünglichen Renaissanceanlage auf der Vorburg der Ostflügel der Wirtschaftsbauten erhalten. Das alte Brauhaus wurde 1982 restauriert. West- und Nordflügel der hufeisenförmig angelegten Wirtschaftsbauten wurden aus Backstein mit Renaissance-Spolien aus Sandstein errichtet . Die eisernen Maueranker in Ziffernform geben das Erbauungsjahr mit 1651 an. Ein Scheunengebäude wurde um 1900 ergänzt.

Auf der Hauptinsel erfolgte nach dem Brand des Nordflügels zwischen 1750 bis 1755 ein schlichter barocker Neubau des gleichen Flügels mit zwei Vollgeschossen und Mansarddach nach Plänen des Paderborner Hofarchitekten Franz Christoph Nagel. Die Bauleitung hatte der Jesuitenbruder Franz Pfisterer. Von 1806 bis 1809 wurden die verbliebenen Renaissancebauten der Hauptinsel abgetragen. Von der mehrflügeligen, mit Ecktürmen flankierten Renaissanceanlage haben sich bis heute hauptsächlich noch das Portal am Eingang des Torhauses, ein Portikus im Durchlass, das Schmuckwerk auf der Hofseite des Torhauses und die noch sichtbaren Grundmauern und Fundamente erhalten. Das schmiedeeiserne Gartentor an der Ostseite der Hausinsel wurde vermutlich zur Zeit des Jesuitenklosters im 18. Jahrhundert angefertigt und 1967 bis 1968 vom Kunstschmied Fischer aus Münster vereinfacht restauriert.

Art der Grünanlage
Ehemaliger Renaissance- oder Barockgarten.

Beschreibung
Der Garten des Wasserschlosses und späteren Klosters lag jenseits der Hausinsel im Osten der Anlage. Ob der Garten schon zur Zeit der Renaissance im 16. Jahrhundert oder erst in der nachfolgenden Zeit angelegt wurde, ist nicht bekannt. Einen konkreten Hinweis auf Garten liefert erst das repräsentative Gartentor im Osten der Hauptinsel, durch das der Zugang in den Garten über eine Gräftenbrücke erfolgte. Die lange Sichtachse, die vom ausgedehnten Waldgebiet des Geisterholzes zum Wasserschloss reichte, wurde vermutlich erst im 18. Jahrhundert angelegt. Sie war genau auf die Gräftenbrücke und das Gartentor hin ausgerichtet. Der historische Garten wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein als großzügiger Obst und Gemüsegarten bewirtschaftet.

Etwa 350 m südlich von Haus Geist sind noch vier Teiche vorhanden, die wohl den Jesuiten zur Fischzucht dienten. Aus südlicher Richtung führt der Weg zum Haus Geist durch eine alte Eichenallee.­

Anstelle des historischen Gartens wurde in den letzten Jahren der von den alten Grundmauern des Renaissanceschlosses begrenzte Hof der Hausinsel mit ausgewählten Solitärgehölzen und abwechslungsreichen Zwiebel- und Staudenpflanzungen gärtnerisch angelegt.

Pflegezustand
Der alte Garten wurde inzwischen in eine Ackerfläche umgewandelt. Die lange Sichtachse auf das Schloss ist im Geisterholz noch durch den Verlauf des Forstweges nachvollziehbar. Der Blickkontakt zum Haus Geist ist jedoch wegen dichten Gehölzaufwuchses zwischen dem ehemaligen Garten und dem Geisterholz nicht mehr möglich.

Literaturangaben

  • Wasel-Nielen, Franz (1987): Oelde - die Stadt in der wir leben. Oelde, Seite 801 - 812.
  • Gehre, Ulrich (1990): Nur noch ein Torso früherer Pracht. Haus Geist bei Oelde - Niedergang eines alten Prachtschlosses. In: Jahrbuch Westfalen´90, Münster, Seite 143 - 147.
Externe ID: LWL-GUP00313
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Archivauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1560
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10038212


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2002: Haus Geist
2002: Haus Geist
2002: Haus Geist
2003: Oelde
1897: Oelde