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Kulturgut Haus Nottbeck, Oelde-Stromberg
 

Die Geschichte der ehemaligen Ritterburg im Stadtteil Oelde-Stromberg reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Heute sind von der ehemaligen Zweiinselanlage noch die Vorburg und einige Ökonomiegebäude erhalten.
Nachdem Ende der 1980-er Jahre der Kreis Warendorf mit einer besonderen Auflage Besitzer geworden war, begann man mit dem Ausbau zum „Kulturgut Haus Nottbeck“. Finanziert wurde dies Projekt durch die NRW-Stiftung Naturschutz, Heimatpflege und Kulturpflege, dem Land NRW sowie dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und der Stadt Oelde. Im Jahre 2001 konnte dann das „Westfälische Museum für Literatur“ eröffnet werden.

Externe ID: T-P363N504-20080428-0002
Erfassungsdatum: 28.04.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2002: Haus Nottbeck

Zugehöriges Objekt

Haus Nottbeck, Oelde-Stromberg (Kulturlandschaft)

 

­Eigentümer und Zugänglichkeit

Kulturgut Nottbeck GmbH / Kreis Warendorf; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; etwa 2­ km nordöstlich von Stromberg an der östlichen Stadtgrenze von Oelde; Gartenanlagen etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die Geschichte von Haus Nottbeck lässt sich bis ins 15. Jahrhundert zurückverfolgen, als die Herren von Nottbeck ein wehrhaftes, von einer doppelten Gräfte umgebenes Haus bewohnten. Um 1450 kam die Anlage an Balthasar von Oer, dessen Vater 1432 Burgmann von Stromberg wurde, und wechselte um 1640 an die Linie von Oer-Bruch (Broick) und um 1800 an die Linie von Oer-Egelborg. Clemens von Oer war von 1805 bis 1809 und von 1816 bis 1827 Landrat des Kreises Beckum und führte seine Amtsgeschäfte zeitweise von Haus Nottbeck aus. Als zweiter Sohn des Landrates wurde im Haus 1807 der vor allem im 19. Jahrhundert bekannte Historien-, Landschafts- und Porträtmaler ­Theobald von Oer geboren. Um 1840 erwarb die Familie Eissen das Anwesen. Das letzte Familienmitglied Anna Luise Eissen vermachte Haus Nottbeck mit ihrem Tod im Jahre 1987 dem Kreis Warendorf mit der Auflage, das Anwesen für kulturelle Zwecke zu nutzen. 2001 wurde im Herrenhaus das Museum für Westfälische Literatur eröffnet. In den ehemaligen Stall- und Scheunengebäuden wurde ein Zentrum für Musiktheater der Musikschule Beckum-Warendorf eingerichtet.

Gebäude und Ausstattung

Mittelalterliche Doppelgräftenanlage. Anstelle des alten Herrenhauses erfolgte um 1805 der Neubau eines zweigeschossigen, klassizistischen Herrenhauses mit doppelläufiger Freitreppe, Krüppelwalmdach und Giebelrisalit. Der Gewölbekeller des Hauses stammt noch vom Vorgängerbau aus dem 16. Jahrhundert. Zur gleichen Zeit entstand auch der eingeschossige Anbau mit eigenem Eingang. Der große Hof wird im Süden und Osten von rechtwinklig angeordneten Wirtschaftsbauten gerahmt. Die Scheunen und Ställe wurden vermutlich schon im 18. Jahrhundert errichtet und im 19. Jahrhundert durchgreifend umgestaltet. Im Ostflügel befindet sich die Durchfahrt als Zugang auf die Gräfteninsel. Im Norden der Gräfteninsel steht ein kleines Backhaus aus dem 19. Jahrhundert.

Art der Grünanlage

Gutsgarten

Beschreibung

Die Gärten von Haus Nottbeck umfassen etwa die Hälfte der nördlichen Gräfteninsel und einen ausgedehnten Obstgarten jenseits der Insel im Süden. Bis zum Neubau des Herrenhauses im frühen 19. Jahrhundert wurden die Anlagen vermutlich als Nutzgärten bewirtschaftet. Der weitläufige, von der inneren Gräfte umschlossene Bereich im Norden des Wirtschaftshofes diente vermutlich auch als Viehweide. Mit dem Neubau des Herrenhauses als Sitz des Landrates wurde wahrscheinlich unmittelbar am Wohnhaus und im nördlichen Bereich des Walls zwischen der inneren und äusseren Gräfte ein Ziergarten angelegt. Eine Beschreibung aus dem Jahre 1922 skizziert die Lage und den Zustand der Gärten: "... breitet sich der weite Hof aus, woran sich ein Blumengärtchen und sodann das schöne Landhaus anschliesst. ... Ein schön gepflegte, mit Blumen und Ziersträuchern geschmückte Gartenanlage zieht sich über einen der Wälle hin." Die Gartenanlagen der Gräfteninsel waren durch eine Einfriedung vom Hofraum getrennt. Leider ist ein wesentliches Gestaltungselement, die historische Einfriedung, die traditionell den Wohnbereich mit seinen Gärten vom Wirtschaftshof trennte, von einigen Jahren mit dem Ausbau zum Kulturzentrum abgerissen worden.

Pflegezustand

Auf der Grundlage der noch vorhandenen Gartenstrukturen wurden die Außenanlagen nach einer Planung der Garten- und Landschaftsarchitektin Hannelore Kossel aus Berlin für das Jahr 2004 neu gestaltet.

Literaturangaben

  • Dehio, Georg (1986): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Nordrhein-Westfalen, Bd. 2: Westfalen. bearb. von D. Kluge / W. Hansmann, München/Berlin.
  • Kreis Warendorf (Hrsg.) (o.J.): Haus Nottbeck. Musisch-künstlerisches Begegnungszentrum des Kreises Warendorf. Warendorf.
  • Gehre, Ulrich (1993): Ein schöner Landsitz am Müllgebirge? An Haus Nottbeck bei Oelde scheiden sich die Geister. In: Jahrbuch Westfalen 1993, Münster, Seite 49 - 53.
Externe ID: LWL-GUP00317
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1 : 5.000 (größer als 1 :20.000)
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1301 - 1399
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10038170


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2002: Haus Nottbeck
2002: Haus Nottbeck
2003: Haus Nottbeck
1897: Haus Nottbeck