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Abtei Liesborn, Wadersloh-Liesborn
 

Die Abtei Liesborn wurde vermutlich schon zur 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts als Kanonissenstift in der Nähe des Flüsschens Liese gegründet. 1131 wurde der Frauenkonvent aufgelöst und das Kloster den Mönchen des Benediktinerordens aus Werden übertragen. Im 15. Jahrhundert erfolgte der Anschluss des Bendediktinerklosters an die Bursfelder Kongregation, einer vorreformatorischen Erneuerungsbewegung. Zur Zeit des Barock wurden hauptsächlich unter Abt Gregor Waltmann zwischen 1698 bis 1739 die Gebäude erneuert sowie Gärten und Fischteiche angelegt. 1803 erfolgte die Auflösung des Klosters durch die Säkularisation. In den beiden nachfolgenden Jahrzehnten wurden die meisten Kloster- und Wirtschaftsbauten abgerissen. Das Dorf Liesborn entwickelte sich erst nach der Auflösung des Klosters. 1828 kam das Klostergut an den Herzog von Croy in Dülmen. Die erhaltenen Abteigebäude werden seit 1966 vom Museum Abtei Liesborn des Kreises Warendorf genutzt.

Externe ID: T-P363N504-20080418-0003
Erfassungsdatum: 18.04.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2004: Abteikirche Liesborn

Zugehöriges Objekt

Klostergarten an der Abtei Liesborn, Wadersloh-Liesborn (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Kath. Pfarrgemeinde, Gemeinde Wadersloh; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; südlich von Wadersloh; Aussenanlagen etwa 0,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die Abtei Liesborn wurde vermutlich schon zur 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts als Kanonissenstift in der Nähe des Flüsschens Liese gegründet. 1131 wurde der Frauenkonvent aufgelöst und das Kloster den Mönchen des Benediktinerordens aus Werden übertragen. Im 15. Jahrhundert erfolgte der Anschluss des Bendediktinerklosters an die Bursfelder Kongregation, einer vorreformatorischen Erneuerungsbewegung, und erlebte unter Abt Heinrich von Kleve mit der "Liesborner Malerschule" eine künstlerische und geistige Blütezeit. Zur Zeit des Barock wurden hauptsächlich unter Abt Gregor Waltmann zwischen 1698 bis 1739 die Gebäude erneuert sowie Gärten und Fischteiche angelegt. 1803 erfolgte die Auflösung des Klosters durch die Säkularisation. In den beiden nachfolgenden Jahrzehnten wurden die meisten Kloster- und Wirtschaftsbauten abgerissen. Das Dorf Liesborn entwickelte sich erst nach der Auflösung des Klosters. 1828 kam das Klostergut an den Herzog von Croy in Dülmen. Die erhaltenen Abteigebäude werden seit 1966 vom Museum Abtei Liesborn des Kreises Warendorf genutzt.

Gebäude und Ausstattung
Die heutige Pfarrkirche St. Cosman und Damian stammt aus verschiedenen Epochen der Klostergeschichte. Der massive Westturm wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Das Langhaus mit dem Chor nach 1300 begonnen und nach langer Bauunterbrechung erst 1465 vollendet. Nach der Beseitigung des südlichen Seitenschiffs 1886 erneuerte man das Masswerk der Fenster und das Portal.

Von den ausgedehnten Klostergebäuden ist nur die barocke Abtei erhalten geblieben. Die repräsentative Dreiflügelanlage mit Mittelrisalit und Freitreppe entstand wahrscheinlich nach Plänen des Tirolers Michael Spanner. Der mittlere und südliche Flügel wurde unter Abt Gregor Waltmann von 1725 bis 1735 und der Nordflügel von 1739 bis 1751 von Abt Heinrich Hase errichtet. Der Nordflügel wurde 1831 abgebrochen und 1952 vereinfacht wiederaufgebaut.

Art der Grünanlage
Klostergarten und Friedhof.

Beschreibung
Von den ausgedehnten Klostergärten hat sich nur noch wenig erhalten. Noch kurz vor der Auflösung des Klosters war die gesamte Anlage im Norden von einem verzweigten Gräftensystem mit mehreren Fischteichen umgeben. In diesem Bereich lag auch der Konventgarten mit vier großen Parterres. Nach Aufzeichnungen des letzten Klosterabtes Karl von Kerssenbrock war der Garten nach Westen und Osten mit allerlei herrlichen Spalierbäumen als Heckengang angelegt und mit einigen "Lustbarkeiten" ausgestattet. In Verlängerung der Querachse des Gartens führte eine Holzbrücke über die Gräfte zur Abtei. Der Bereich des Konventgartens ist heute mit dem Veranstaltungszentrum Klosterhof und einer Sporthalle bebaut. Auch der Bereich eines kleineren Konventgartens, er lag unmittelbar hinter dem Hospital des Klosters, ist heute bebaut. Im Süden des Klosters haben sich mit dem Friedhof und dem Abtgarten noch zwei Grünflächen aus der Zeit des Klosters erhalten. Unmittelbar an der Kirche lag der Klosterfriedhof. Er ist heute eine öffentliche Grünfläche mit noch einigen wenigen Grabdenkmälern. Bis zur Umgestaltung im Jahre 1974 war der Friedhof traditionell von einer Hecke umgrenzt. Mit einer hohen Hecke war bis zu dieser Zeit auch noch der alte, vormals ummauerte Abtgarten im Süden der Abtei umpflanzt. Durch die Hecken des Friedhofs und des benachbarten Abtgartens wurde der Weg zum Südportal der Kirche eingerahmt. Mit der Neugestaltung dieses Bereiches wurde die überkommene Gestaltung beider Grünflächen beseitigt und eine moderne "architekturgerechte" Schauseite auf die Abtei und die Kirche geschaffen. Die ursprüngliche Flächengliederung des alten Abtgartens wurde mit geometrischen Plattenwegen als vierteiliges Rasenparterre und einem zentralen Pflanzbeet mit dem Abguss einer alten Sonnenuhr neu interpretiert. Auf ein Rasenparterre wurde eine Skulptur des Künstlers Bernhard Kleinhans platziert. Sie stellt den Heiligen Michael als Drachentöter dar.

Zusammen mit den Grünanlagen im Süden wurde 1974 auch der nach Westen orientierte Ehrenhof der Abtei neu gestaltet. Die Flächengliederung, die Bepflanzung mit geschnittenen Eibenpyramiden und die Beleuchtung mit "preussischen Kandelabern" tragen zur "Historisierung" dieses Raumes bei. Ursprünglich ging der Ehrenhof in die weite Hoffläche des klösterlichen Gutshofes über und war nur mit einer Baumreihe ungefähr im Verlauf der heutigen Straße geschmückt.

Literaturangaben

  • Priddy, Bennie (1997): Dreissig Jahre Museum Abtei Liesborn. In: Münsterland. Jahrbuch des Kreises Warendorf 1997, Warendorf, Seite 186 - 191.
  • Mette, Michael (1993): Studien zu barocken Klosteranlagen in Westfalen. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen, Band 25. Zugleich: Münster, Universität, Dissertation, 1988, Bonn.
Externe ID: LWL-GUP00329
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Klosteranlage
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1698 - 1739
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10038030


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2004: Museum Abtei Liesborn
2004: Abtei Liesborn
2004: Abteikirche Liesborn
2003: Wadersloh-Liesborn
1897: dersloh-Liesborn