Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Gärten am Stift Freckenhorst, Freckenhorst
 

Die Gründung eines adeligen Kanonissenstifts in Freckenhorst erfolgte im 9. Jahrhundert durch den sächsischen Edelherrn Everward und seine Gemahlin Geva. Vor 1240 Annahme der Augustinerregel und 1495 Umwandlung des Klosters in ein freiweltliches Damenstift. Mit der Aufhebung der Abtei im Jahre 1812 ging das umfangreiche Besitztum an den preussischen Staat über. 1840 wird die Anlage von der Familie von Merveldt erworben und seit dieser Zeit als Wohnsitz genutzt.

Externe ID: T-P363N504-20080411-0001
Erfassungsdatum: 11.04.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

2002: Gärten am Stift Freckenhorst

Zugehöriges Objekt

Gärten am Stift Freckenhorst, Freckenhorst (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Gartenanlagen sind nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; östlich des Ortskerns von Freckenhorst; Klostergarten etwa 1,5 Hektar, Landschaftspark etwa 0,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Im 9. Jahrhundert Gründung eines adeligen Kanonissenstifts durch den sächsischen Edelherrn Everward und seine Gemahlin Geva. Vor 1240 Annahme der Augustinerregel und 1495 Umwandlung des Klosters in ein freiweltliches Damenstift. Mit der Aufhebung der Abtei im Jahre 1812 ging das umfangreiche Besitztum an den preußischen Staat über. 1840 wird die Anlage von der Familie von Merveldt erworben und seit dieser Zeit als Wohnsitz genutzt.

Gebäude und Ausstattung
Im Osten der mit einem ottonischen Westwerk ausgestatteten 1129 geweihten Stiftskirche St. Bonifatius gehören einige Bauten zur barocken Abtei und dem späteren Schloss. Der Zugang von der Kirche zur Abtei erfolgte durch eine Seitenpforte der Renaissance mit von Löwen begleitetem Muschelgiebel aus dem Jahre 1567. Die Hauptzufahrt zur barocken Abtei und ihren Nebengebäuden erfolgte aus nördlicher Richtung durch ein Haupttor mit zwei kreuzförmigen Backsteinpfeilern. Südlich vom Haupttor wurde 1779 ein zweigeschossiger Fachwerkbau als Pförtnerhaus errichtet. Anstelle eines spätgotischen Vorgängerbaus wurde die barocke Abtei zwischen 1739 bis 1749 als zweigeschossiger, verputzter Bruchsteinbau mit einem großen rückwärtigen Flügel nach Plänen des Paderborner Hofbaumeisters Franz Christoph Nagel errichtet. Die Schauseite ist nach Süden orientiert. Der Mittelrisalit über der elegant geschwungenen Freitreppe trägt im Giebelfeld das Wappen der Erbauerin Clara Franziska von Westerholt-Lembeck, die von 1721 bis 1763 Äbtissin in Freckenhorst war. 1903 wurde das ursprüngliche Walmdach durch ein Mansarddach ersetzt und der Balkon über dem Portal angebaut. Im Südosten der barocken Abtei steht ein eingeschossiges, verputztes Bauhaus von 1777 mit Krüppelwalmdach. Am östlichen Ende des Abteigeländes befindet sich eine 1720 errichtete Toranlage mit begleitenden Mauerzügen, die Torpfeiler wurde 1891 restauriert. Um 1900 errichtete man nördlich vom Haupttor ein Wirtschaftsgebäude aus Backstein.

Art der Grünanlage
Klostergarten und Landschaftspark

Beschreibung
Auf einem um 1800 gezeichneten und kolorierten Plan ist im Nordosten des Abtei eine ausgedehnte Grünfläche dargestellt, die mit einem vom Nordflügel der Abtei ausgehender diagonalen Weg erschlossen wird. Der Weg führt mit einer Brücke über einen schmalen Graben und verläuft weiter durch offene Wiesen- oder Weideflächen und einen Obstgarten oder eine Hudewiese bis zu einem breiten Wassergraben, der die südliche Längsseite einer barocken Gartenanlage begrenzt. Der Zugang in den von den adeligen Stiftsdamen genutzten (Lust-) Garten erfolgte über eine weitere Brücke und führte direkt auf ein zentrales Rondell zu, in dessen Mitte eine Skulptur aufgestellt war. Der fast 5000 ­qm großen Barockgarten war in insgesamt acht geometrische Parterres unterteilt. Wie lange der Garten nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1812 in der dargestellten Form weiter genutzt wurde, ist bisher nicht bekannt. Jedenfalls wurde die Gartenanlage noch auf einem Katasterplan von 1828 mit ihrer charakteristischen Wege- und Flächenaufteilung dargestellt. Mit der Nutzung der barocken Abtei als Wohnsitz der Familie von Merveldt wurde auch der Garten um die Mitte des 19. Jahrhunderts landschaftlich umgestaltet. Im weiteren Verlauf des Jahrhunderts wurde an der Südseite vor dem repräsentativen Haupteingang des Gebäudes ein ovales Rasenparterre angelegt, das dem jeweiligen Zeitgeschmack entsprechend mit unterschiedlichen Wechselbepflanzungen geschmückt wurde. Die wirkungsvolle Vorfahrt ging dann in eine kleine landschaftliche Parkanlage über, die besonders durch die im Westen und Osten als Kulisse angepflanzten Sträucher und Bäume den Blick in die Landschaft führte.

Pflegezustand
Der barocke Abteigarten bzw. die später landschaftlich umgestaltete Anlage ist heute überwiegend mit Tannen aufgeforstet. Die breite Gräfte im Süden des Gartens wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts abschnittsweise verfüllt. Wohl noch zur Phase der landschaftlichen Umgestaltung des barocken Gartens gehören noch mehrere stattliche Solitärbäume, unter denen besonders ein mächtiger Trompetenbaum und eine alte Blutbuche auffallen. Am schmalen Fußweg in Norden der Anlage steht noch eine alte, ursprünglich beschnittene Hainbuche. Sie könnte noch aus der Zeit des barocken Abteigartens stammen. Die Zufahrt vom Haupttor im Norden zum Schloss wird von einer Lindenreihe flankiert. An der Südseite des Schlosses wird die kleine landschaftliche Parkanlage heute als Hausgarten genutzt und gepflegt.

Literaturangaben

  • Gruhn, Klaus (Hrsg.) (2000): Freckenhorst 851-2001. Aspekte einer 1150jährigen Geschichte. Quellen und Forschungen zur Geschichte des Kreises Warendorf, Band 38, Freckenhorst.
  • o.A. (1996): Freckenhorst in alten Ansichten. Zaltbommel/NL.
  • Gruhn, Klaus / Meister, Jürgen (1982): Freckenhorst und seine Stiftskirche. Warendorf.
  • Schmitt, Michael (Bearb.) (2002): Münsterland Kreis Borken - Kreis Coesfeld - Kreis Steinfurt - Kreis Warendorf. Westfalia Picta, Band VI, Münster, Seite 372 - 374.
Externe ID: LWL-GUP00340
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Fotos
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Literaturauswertung
  • Archivauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1660 - 1780
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037904


In Karte anzeigen

2004: Gärten am Stift Freckenhorst
2003: Gärten am Stift Freckenhorst
2003: Gärten am Stift Freckenhorst
2003: Warendorf
1897: Warendorf
2003: Warendorf