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Heckentheater Kattenvenne, Lienen-Kattenvenne
 

Das Heckentheater Kattenvenne liegt sich im westfälischen Lienen-Kattenvenne (Tecklenburger Land). Das „Heckentheater Kattenvenne“ umfasst ein kleines Freilufttheater sowie eine schöne Gartenlandschaft mit einem Bauerngarten, romantische Wasserflächen und einem besonders eindrucksvoll angelegten Arzneipflanzengarten.

Externe ID: T-P363N504-20080408-0002
Erfassungsdatum: 08.04.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2002: Heckentheater Kattenvenne

Zugehöriges Objekt

Heckentheater Kattenvenne in Lienen-Kattenvenne (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Gartenanlagen sind nach Voranmeldung zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Ostmünsterland; etwa 1 ­km südöstlich von Kattenvenne; etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts haben zwei Gartenenthusiasten an ihrem westfälischen Fachwerkhaus verschiedenen Gartenanlagen geschaffen, die in ihren Gestaltungsdetails berühmte Vorbilder aus der Geschichte der Gartenkunst zitieren.

Gebäude und Ausstattung
Umgebautes westfälisches Fachwerkhaus und mehrere zeitgenössische Skulpturen.

Art der Grünanlage
Themengärten nach historischen Vorbildern.

Beschreibung
Die Zufahrt zum Anwesen führt durch einen englisch anmutenden Park mit mächtigen alten Bäumen, Rhododendren und kurz geschnittenen Rasenflächen. Als erstes führt der Weg zu einem Wassergarten mit verschiedenen Teichen, die in unterschiedlichen Ebenen zu einer kleinen Wasserkunst arrangiert sind. Vom oberen Fontänebecken verläuft das Wasser plätschernd über steinerne Wege und Stufen und sammelt sich im unteren Teich. Die ausgewählte und standortgerechte Bepflanzung mit verschiedenen Wasser- und Sumpfpflanzen, Gräsern, Farnen, Stauden und Gehölzen trägt zum naturnahen Bild bei. Zwei grüne Gartenlauben aus Hainbuchen laden mit ihren Bänken zum Verweilen und aufmerksamen Beobachten der Vorgänge im Wassergarten ein. Mehrere moderne Skulpturen haben im Garten einen würdigen und stimmungsvollen Standort gefunden.

Nach alten Vorbildern ist der von hohen Hainbuchen umgrenzte Bauerngarten südlich der Wasserkunst gestaltet. Die östliche Gartenhälfte des Bauerngartens wird mit zwei parallel verlaufenden Wegen erschlossen, die eine Querachse durchkreuzt. In der Tradition von alten Kloster- und Apothekergärten sind die Beete mit niedrigem Buchsbaum eingefasst und mit unterschiedlichsten Heilkräutern bepflanzt. Mit dem Wissen um die heilende Wirkung der verschiedenen Kräuter und einer im Zentrum aufgestellten Sonnenuhr, werden in diesem Gartenbereich die Gesundheit und die Zeit als die beiden wichtigsten Gaben des menschlichen Lebens veranschaulicht. Im westlichen Bereich des Bauerngartens symbolisieren zahlreiche verschiedene Rosensorten einen "Weg durch die Zeit". Die in ihrer Größe und Farbintensität variierenden Rosen wachsen und blühen symbolisch für die hellen und dunklen Abschnitte des Lebens. Mit der Anzahl von 28 Rosensträuchern wird der Zyklus des Mondes dargestellt. Der "Zeitweg" endet in einer Hainbuchenlaube mit einer bequemen Ruhebank. Von hier aus führt der Blick zurück über den Bauerngarten durch den Eingang direkt auf eine Steinskulptur, die "Große Mutter". Der mächtige Felsblock wurde ausschließlich von der Natur geformt und hat mit dem etwas weiter in einer Sichtachse aufgestellten "Großen Vater" ein passendes Gegenstück.

Herzstück der vielgestaltigen Gärten ist das Heckentheater, ein Theaterforum im Freien. Hohe Eibenhecken bilden zugleich die Kulisse, Bühnenabtrennung und eine Zuschauerarena. Das kreisrunde und mit vier Linden umpflanzte Theaterforum wird durch Stufen und Absätze gegliedert, um Räume für Inszenierungen zu schaffen. Vier markante Charakterköpfe des Künstlers Stephan Dornhauser akzentuieren den Theaterraum im Freien. Wie Masken stellen die Köpfe mit ihrer ausdrucksvollen Drastik einen Intellektuellen, einen Aufschneider, einen Kämpfer und einen Spitzzüngigen dar und thematisieren mit ihrer übersteigerten Ausdrucksform wichtige Inhalte mimischer Darstellung. Von der Idee und der Gestaltung ist das Heckentheater historischen Vorbildern von der Antike bis zum Barock nachempfunden.

Auf ein berühmtes, historisches Vorbild geht auch die Gestaltung des Farbgartens südwestlich des Heckentheater zurück. Vergleichbar mit dem in Fachkreisen weltbekannten "Weißen Garten" der Schriftstellerin und Gartenjournalistin Vita Sackville-West am Sissinghurst Castle in Südengland, ist auch der Farbgarten in Kattenvenne mit Sträuchern und Stauden so bepflanzt, dass sie vom Frühjahr bis in den Herbst hinein mit ihren weißen Blüten- und Blattfarben das Erscheinungsbild des Gartens bestimmen. Hinter dem "Weißen Garten" erstreckt sich bis zum nahen Wald ein unwegsames Biotop mit zwei Teichen.

Von den verschiedenen Themengärten südlich des Wohnhauses unterscheidet sich der Gartenbereich im Norden. Am Rande der mit weiten Rasenflächen und nur einzelnen Gehölzen gestalteten Anlage werden zwei "Grüne Zimmer" von hohen Hainbuchenhecken umgrenzt. Im "Kirschzimmer" wächst eine Wildkirsche und im "Nusszimmer" ein Walnussbaum. Zwischen den beiden Gartenräumen ist die "Große Tafel" plaziert, eine auf Findlingen ruhende mächtige Steinplatte. Das mit vier Kugelakazien umpflanzte Arrangement wird für gesellige Zusammenkünfte genutzt und weckt mit seiner kunstvollen Gestaltung vielfältige Assoziationen.

Pflegezustand
An ihrem Wohnsitz in Kattenvenne haben die beiden Eigentümer mit viel Wissen um die Bedeutung der Pflanzen, ihrer gestalterischen Anordnung und fachgerechter Pflege sehenswerte Gärten angelegt. Gestaltungsidee war dabei die sinnliche Veranschaulichung der Botschaft: Gartengeschichte ist Kulturgeschichte. Hier sind die Gärten nicht nur eine stille Oase zur Muße und Erholung, sondern zugleich ein kenntnisreich und anspruchsvoll gestalteter Freiraum zur kommunikativen Begegnung mit interessierten Menschen.

Literaturangaben

  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems [ein Projekt im Rahmen der Regionale 2004 links und rechts der Ems]. Münster-Hiltrup, Seite 42 - 47.
Externe ID: LWL-GUP00267
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Landschaftsgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1980
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037862


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2002: Heckentheater Kattenvenne
2002: Heckentheater Kattenvenne
2002: Heckentheater Kattenvenne
2002: Heckentheater Kattenvenne
2003: Heckentheater Kattenvenne
1897: Heckentheater Kattenvenne
2002: Heckentheater Kattenvenne