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Burgberg Tecklenburg, Tecklenburg
 

Die mächtige Burganlage, die einzige Höhenburg des Münsterlandes, war viele Jahrhunderte lang Sitz der Grafen von Tecklenburg, deren Herrschaftsbereich einst von Cloppenburg bis nach Greven reichte. 1661 verlegten die Grafen ihre Residenz ins westfälische Rheda bei Gütersloh. Nachdem die Grafschaft 1707 nach Preußen kam, verfiel die Burg im weiteren Verlauf des 18. Jahrhunderts und wurde von den Tecklenburger Bürgern als Steinbruch für ihre eigenen Wohnbauten benutzt. Von der Burg blieben neben den Resten der Befestigungsmauern hauptsächlich nur noch das beeindruckende Torhaus von 1657 erhalten.
Gegen 1882 gründeten die Bürger der Stadt einen Verschönerungsverein, der den Ausbau des malerischen Burgberges mit einem Promenadenweg und mehreren Ruhe- und Aussichtsplätzen mit weiten Blicken in die Umgebung anregte. 1887 wurde dann auf dem Burgberg ein Aussichtsturm errichtet, den man nach dem Tecklenburger Arzt Dr. Johann Wier benannte.

Externe ID: T-P363N504-20080403-0002
Erfassungsdatum: 03.04.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2003: Burgberg

Zugehöriges Objekt

Burgberg Tecklenburg, Tecklenburg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Tecklenburg; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Weserbergland - Osnabrücker Osning; auf einem Höhenzug des Teutoburger Waldes.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Zu den beliebtesten Ausflugszielen im nördlichen Münsterland gehört die idyllische Altstadt des Luft- und Kneipp- Kurortes Tecklenburg. Bis heute wird das reizende Städtchen auf den Höhen des Teutoburger Waldes von den Ruinen der einzigen Höhenburg des Münsterlandes überragt.

Die mächtige Burganlage war viele Jahrhunderte lang Sitz der Grafen von Tecklenburg, deren Herrschaftsbereich einst von Cloppenburg bis nach Greven reichte. 1661 verlegten die Grafen ihre Residenz ins westfälische Rheda bei Gütersloh. Nachdem die Grafschaft 1707 nach Preußen kam, verfiel die Burg im weiteren Verlauf des 18. Jahrhunderts und wurde von den Tecklenburger Bürgern als Steinbruch für ihre eigenen Wohnbauten benutzt.

Die ersten Sommerfrischler fanden ihren Weg nach Tecklenburg in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Gegen 1882 gründeten die Bürger der Stadt einen Verschönerungsverein, der den Ausbau des malerischen Burgberges mit einem Promenadenweg und mehreren Ruhe- und Aussichtsplätzen mit weiten Blicken in die Umgebung anregte. 1887 wurde dann auf dem Burgberg ein Aussichtsturm errichtet, den man nach dem Tecklenburger Arzt Dr. Johann Wier benannte. Der Tourismus erfuhr dann ab 1901 mit dem Bau der Teutoburger-Wald-Eisenbahn einen enormen Aufschwung.

Gebäude und Ausstattung
Von der einzigen Höhenburg des Münsterlandes blieben neben den Resten der Befestigungsmauern hauptsächlich nur noch das beeindruckende Torhaus von 1657 erhalten.

Vor mehr als 75 Jahren wurde auf dem Burgberg im stimmungsvollen Ambiente der historischen Ruine eine Freilichtbühne eröffnet. Sie zählt heute mit 2400 Sitzplätzen zu den größten ihrer Art in Deutschland. Zur Spielzeit von Mai bis September können fast 2000 Plätze mit einer mobilen Überdachung vor Witterungseinflüssen geschützt werden.

Art der Grünanlage
Garten, Park, Landschaftsgestaltung

Beschreibung
Zur Burg gehörten großzügige Gärten, die außerhalb der wehrhaften Anlage im Osten angelegt wurden. Pläne aus dem frühen 18. Jahrhundert zeigen neben ausgedehnten Nutzgärten eine kunstvoll geometrische Gartenanlage, zu der noch ein größeres Gartenhaus gehörte. An die alten Burggärten erinnert heute noch die Straßenbezeichnung "Herrengarten".

Südlich der Freilichtbühne findet sich ein kleine Grünanlage. Gestalterisches Hauptelement ist ein Denkmal von 1857, das an den Besuch des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. erinnert.

Eine Besonderheit des Tecklenburger Burgberges ist ein kleiner Weinberg in steiler Terrassenlage oberhalb des öffentlichen Parkplatzes in Richtung Hotel Burggraf. An dieser Stelle hatten schon die Tecklenburger Grafen im Mittelalter Wein angebaut. 1987 wurden genau 99 Weinstöcke mit den Sorten Dornfelder und Müller-Thurgau neu aufgerebt. Seitdem wird der Weinberg vom Besitzer der nicht weit vom Markt entfernten italienischen Eisdiele liebevoll bewirtschaftet. Nach der Lese im Herbst werden die Trauben dann im eigenen Weinkeller gekeltert.

Beim leicht ansteigenden Verlauf des Weges, vorbei am Hotel Burggraf in Richtung Altstadt und Burgberg, ist gegenüber vom Kreisheimathaus, am südöstlichen Berghang ein sehenswerter, privater Steingarten angelegt. Der für die Region durch seine topografische Lage einzigartige Liebhabergarten kann durch ein Gittertor an der Hofzufahrt bewundert werden. Die ausgesuchte Bepflanzung mit Sukkulenten, Stauden, Rosen und Koniferen schafft zu jeder Jahreszeit vielfältige Gartenbilder.

Der Umgangsweg um den Burgberg ist stellenweise zugewachsen. Mehrere Sichtachsen und "Fenster" könnten weite Ausblick in die umliegende Landschaft ermöglichen.

Literaturangaben

  • Poeschel, Hans-Claus (1994): Tecklenburg. In: Städte und Gemeinden in Westfalen, Band 1: Der Kreis Steinfurt, Geographische Kommission für Westfalen (Hrsg.), Münster, Seite 189 - 196.
  • Ministerium für Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen - Referat für Presse und Öffentlichkeitsarbeit (Hrsg.) (1995): Dokumentation: Historische Stadt- und Ortskerne in Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf, Seite 284 - 291.
  • Kleinert, Annette (1992): Weinanbau in Tecklenburg. In: Unser Kreis 1993. Jahrbuch für den Kreis Steinfurt, Burgsteinfurt, Seite 202 - 204.
  • Kienemann, Wilhelm (2002): Von den Heiligen Wellen in Tecklenburg zum modernen Heilbad. In: Unser Kreis 2003. Jahrbuch für den Kreis Steinfurt, Burgsteinfurt, Seite 200 - 203.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, Seite 163 - 166.
  • Holwitt, Bernhard (1989): Die Tecklenburg im Jahre 1672. In: Unser Kreis 1990. Jahrbuch für den Kreis Steinfurt, Burgsteinfurt, Seite 7 - 10.
Externe ID: LWL-GUP00289
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Burganlage
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: naturfern (stark verändert/beeinflusst)
Historischer Zeitraum: ab 1139
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037792


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2003: Burgberg
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2003: Burgberg
2003: Tecklenburg
1897: Tecklenburg