Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Schloss Surenburg, Hörstel-Riesenbeck
 

Die erste urkundliche Erwähnung der Surenburg stammt aus dem Jahre 1474. Bis 1612 war ein befestigtes Haus im Besitz der Herren von Langen und gelangte durch Erbgang an die alte westfälische Adelsfamilie von Münster. 1786 erwarb der niederländische Landadelige Carl Heinrich Heereman von Zuydtwyck das Anwesen. Das Wasserschloss ist seitdem Wohnsitz der Familie und wohl das bekannteste im Tecklenburger Land.

Externe ID: T-P363N504-20080401-0001
Erfassungsdatum: 01.04.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

2012: Schlosspark Surenburg

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Surenburg, Hörstel-Riesenbeck (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Anlage ist nur jenseits der Gräfte von außen zu besichtigen.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Ostmünsterland; etwa 1 ­km südwestlich von Riesenbeck; Garteninsel etwa 6 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung der Surenburg stammt aus dem Jahre 1474. Bis 1612 war ein befestigtes Haus im Besitz der Herren von Langen und gelangte durch Erbgang an die alte westfälische Adelsfamilie von Münster. 1786 erwarb der niederländische Landadelige Carl Heinrich Heereman von Zuydtwyck das Anwesen. Das Wasserschloss ist seitdem Wohnsitz der Familie.

Gebäude und Ausstattung
Das heute einheitliche Erscheinungsbild der nach Osten geöffneten dreiflügeligen Schlossanlage ist das Ergebnis mehrerer Bauphasen. Ältester Gebäudeteil ist der nördliche Bauflügel aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Mittelbau und der Südflügel wurden erst während der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet. Im Giebelfeld des Mittelbaus wurde das spätbarocke Allianzwappen der Eheleute Carl Heinrich Heereman und Clara Franziska von Merode angebracht.

Bis ins frühe 19. Jahrhundert war der Zugang auf die Hausinsel nur über eine Vorinsel möglich. Die heutige Hausinsel entstand durch das Verfüllen der Gräfte zwischen beiden Inseln. Anstelle der Wirtschaftsbauten auf der Vorinsel wurde 1832 die klassizistische Rentei errichtet. Von 1864 bis 1867 ließ Maximilian Friedrich Freiherr Heereman von Zuydtwyck an die Rückseite des Wasserschlosses eine neugotische Kapelle anbauen. Die Pläne für den romantischen Sakralbau stammen vom Kölner Dombaumeister Hilger Hertel d. Ä. Das einheitliche Erscheinungsbild der Schlossanlage geht auf die nach 1868 durchgeführten Umgestaltungen der Dachzone zurück. Erst um diese Zeit wurde das Haus mit den für die Renaissance typischen, kunstvollen Dreistaffelgiebeln ausgestattet. Zwischen dem Mittelbau und dem östlichen Flügel entstand 1878 der gotisierende Treppenturm mit seinem spitzem Zeltdach. 1881 wurde die große doppelläufige Freitreppe am Hauptportal errichtet. Die ausgedehnten Ökonomiebauten auf dem Wirtschaftshof im Südosten des Wasserschlosses stammen vorwiegend aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Hier ist ein moderner land- und forstwirtschaftlicher Betrieb mit Ackerbau, Rinder- sowie Schweinemast und Pferdezucht untergebracht.

Art der Grünanlage
Schlossgarten und Landschaftsgestaltung

Beschreibung
Etwas abseits der Landstraße von Emsdetten nach Riesenbeck führt die repräsentative Zufahrt zum Schloss durch eine doppelreihige Allee aus hochgewachsenen Buchen- und Eichen. Das Bemerkenswerte der Schlossanlage sind die gartenkünstlerischen Gestaltungen im Zeitalter des Barock. Sie umfassen die Garteninsel im Südwesten des Schlosses und die umliegende Landschaft. Die fast sechs Hektar große Garteninsel wird von einem breiten umlaufenden Graben begrenzt, der das Wasser aus der nah vorbei fließenden Bevergerner Aa in die Schlossgräfte leitet. Während der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts legten die damaligen Bewohner des Herrensitzes, die Freiherren von Münster zu Meinhövel, auf der Garteninsel einen großartigen geometrischen Barockgarten nach französischem Vorbild an. Ein im Hausarchiv aufbewahrter Gartenplan zeigt die kunstvolle Gestaltung des Gartens und der weiteren Umgebung. Gestalterisches Hauptelement der barocken Anlage war eine lange Mittelachse, die von der Brücke zwischen Haus- und Garteninsel in ganzer Länge durch den langgestreckten Garten bis hinaus in die Landschaft führte. Zur gartenkünstlerischen Gestaltung der Garteninsel gehörten zwei große barocke Wasserbassins, ein größerer Teich und ein streng geometrisches Wegesystem. Durch die regelmäßige Aufteilung der Flächen und Wege wurde der Raum des Gartens effektvoll gegliedert. Zur Garteninsel gehörte auch ein Boskett, das durch einen schmalen Kanal vom großen Garten abgetrennt war. Die großzügig angelegte Garteninsel wurde vorwiegend als Nutzgarten bewirtschaftet. Gegenüber der Hausinsel wurde im nördlichen Bereich ein kunstvoller Lustgarten mit prächtigen Gartenparterres angelegt.

Die umfassende gartenkünstlerische Gestaltung umfasste nicht nur die Garteninsel mit ihren verschiedenen Bereichen, sondern auch die Umgebung des barocken Herrensitzes. Ein ausgedehntes Alleen- und Achsensystem führte aus verschiedenen Himmelsrichtungen auf die Schlossanlage zu. Nicht weit vom Schloss entfernt wurde im Südwesten ein großer geometrischer Jagdpark angelegt. Mit dem differenzierten Wege- und Achsensystem und den gartenkünstlerisch gestalteten Räumen und Plätzen entsprach die Anlage fast detailgetreu einem Muster aus einer damals in Adelskreisen weit verbreiteten "Gartenbibel". Unter dem Titel "La Théorie et La Practique du Jardinage" stellte der französische Gartentheoretiker Antoine Joseph Dézallier d´Argenville in dem 1709 erstmals veröffentlichten Werk verschiedene Möglichkeiten zur Anlage von Lustgärten und Parks vor. Zur Unterhaltung und Belustigung der Zeitgenossen hatte man auch noch am Rande des barocken Jagdparks einen kleinen Irrgarten angelegt.

Noch heute sind die Grundstrukturen der außergewöhnlichen Garten- und Landschaftsgestaltung des Barocks auf der Garteninsel und in der näheren Umgebung wahrnehmbar. Besonders die inzwischen ausgewachsenen oder aufgeforsteten ehemaligen Bosketts werden durch ein weit verzweigtes System aus langen Wege- und Sichtachsen gegliedert. Mitten im Wald haben sich an einer Wegkreuzung noch mehrere alte Torpfeiler und niedrige Mauern als bauliche Zeugnisse des einstigen Jagdparks erhalten.

Als eine der letzten Orangerien an adeligen Herrenhäusern in Westfalen wurde auf der Garteninsel von 1850 bis 1852 das klassizistische Gebäude errichtet. Das vom Baumeister Hilger Hertels d. Ä. noch ganz auf den barocken Lustgarten ausgerichtet Gebäude wurde seitlich vom Schloss ganz an den Rand des Gartens plaziert. Auf das Hauptportal der Orangerie lief genau die barocke Querachse des Lustgartens zu. Unmittelbar vor der Orangerie legte man zum Aufstellen der exotischen Gewächshauspflanzen im Freien einen kleinen Platz an.

Erst zwischen 1873 und 1874 erfolgte die Umgestaltung des barocken Lustgartens in einen Landschaftsgarten. Mit der Planung beauftragte Maximilian Friedrich den bekannten Dülmener Hofgärtner Charles Barnard. Er zeichnete für den Bereich zwischen der Orangerie und dem Wirtschaftshof zwei Pläne, die aber nur zum Teil ausgeführt wurden. Anstelle der regelmäßig barocken Flächen- und Weggliederung umfasste nun ein großzügiger Umgangsweg eine weite Rasenfläche, auf der geschickt mehrere seltene Solitärbäume, Strauchgruppen und Beete mit Blumenschmuck arrangiert wurden. Bei der landschaftlichen Umgestaltung blieb das zentrale Gestaltungsmotiv des barocken Gartens, die weit über die Anlage reichende Sichtachse, erhalten. Noch im Laufe des 19. Jahrhunderts gestaltete man vor dem Ehrenhof des Schlosses ein großes Rasenparterre, das die repräsentativen Vorfahrt im Schlosshof schmückt. Nördlich des Schlosses führt noch ein schmaler Teil von der Garteninsel um das Haus herum. Dieser Bereich wurde einst als Bleichwiese genutzt und im späten 19. Jahrhundert durch die Anlage eines kleinen Rundweges und der Pflanzung von Solitärgehölzen, Strauch- und Staudengruppen als kleiner Landschaftsgarten gestaltet.

Pflegezustand
Die Struktur und das Erscheinungsbild der gärtnerischen Anlagen hat sich in den letzten Jahrzehnten nicht grundlegend verändert. Zur fachgerechten Pflege ist eigens ein Gärtner angestellt, der auch für die Anzucht von Obst, Gemüse und der zahlreichen Zierpflanzen in den Gewächshäusern auf der Garteninsel verantwortlich ist.

Literaturangaben

  • Schopf, Regine von (1988): Barockgärten in Westfalen. Worms.
  • Strotdrees, Gisbert (1997): Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwyck. Münster.
  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4, Band 3, Seite 478.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems [ein Projekt im Rahmen der Regionale 2004 links und rechts der Ems]. Münster-Hiltrup, Seite 16 - 21.
  • Linten, Claudia Simone (1997): Orangerien in Westfalen. Europäische Hochschulschriften Reihe 28, Kunstgeschichte, Band 327. Zugleich: Münster, Universität, Dissertation, Frankfurt/Main.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, Seite 150 - 154.
  • Breuing, Rudolf (1984): Haus Surenburg. In: Unterwegs im Kreis Steinfurt, Greven, 2. überarbeitete Auflage, Seite 154 - 157.
Externe ID: LWL-GUP00256
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1474
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037736


In Karte anzeigen

2003: Schlosspark Surenburg
2002: Schlosspark Surenburg
2002: Schlosspark Surenburg
2002: Schlosspark Surenburg
2002: Schlosspark Surenburg
2002: Schlosspark Surenburg
2002: Schlosspark Surenburg
2003: Schloss Surenburg
1897: Schloss Surenburg