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Emsseepark, Warendorf
 

Die bekannteste und weitläufigste Grünanlage der Stadt Warendorf ist heute das Freizeit- und Erholungsgebiet am Emssee. Der Emsseepark umfasst den Lohwall, den alten Park des Sophienstiftes, den alten Park der Fabrikantenfamilie Brinkhaus und die in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gestalteten Uferbereiche links und rechts der Ems.

Externe ID: T-P363N504-20080317-0001
Erfassungsdatum: 17.03.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2002: Emsseepark im Bereich Sophienstift

Zugehöriges Objekt

Emsseepark, Warendorf (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Warendorf; die Anlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Ostmünsterland; nördlich der Altstadt unmittelbar an der Ems; etwa 25 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
In der dicht bebauten, mittelalterlichen Stadt Warendorf hatten die Bewohner nur wenig Raum für ausgedehnte Gartenanlagen. Deshalb legten sie ihre Gärten vor den Toren der Stadt an. Als eines der wenigen Zeugnisse der alten Warendorfer Bürgergärten hat sich an der Freckenhorster Straße noch ein barockes Gartenhaus erhalten, das einst dem Stadtkommandanten Lambert Friedrich Corfey gehörte. Er war der Vater des bekannten westfälischen Barockbaumeisters gleichen Namens. Ob das schmucke, achteckige Gartenhaus auf der kleinen Insel zu einem barocken Lustgarten gehörte oder als Pavillon einen großen Nutzgarten verschönerte, ist nicht bekannt. Jedenfalls hatten wohlhabende Bürger der Stadt vergleichbare Gartenhäuser gerne als "Sommerfrische" genutzt. Die ausgedehnten Bürgergärten wurden noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein kultiviert und verschwanden erst mit der städtebaulichen Entwicklung des Ortes im Verlauf des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Die bekannteste und weitläufigste Grünanlage der Stadt ist heute das Freizeit- und Erholungsgebiet am Emssee. Der Emsseepark umfasst den Lohwall, den alten Park des Sophienstiftes, den alten Park der Fabrikantenfamilie Brinkhaus und die in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gestalteten Uferbereiche links und rechts der Ems.

Gebäude und Ausstattung
Mitten in der Alten Ems steht am Lohwall eine Edelstahlskulptur des Warendorfer Arztes und Künstlers Winfried Totzek. Der kleine, flötenspielende Putto am Parkeingang von der Sassenberger Straße entstand anlässlich eines Bildhauersymposiums zum 800jährigen Jubiläum der Stadt im Jahre 2000. Am Ende des Sees steht eine Skulptur aus Corten-Stahl vom Künstler Mahmond Torabi mit dem Titel "Visionen zum Frieden". Die Skulptur gelangte nach der Skulpturenausstellung 1998 in Münster als Leihgabe nach Warendorf.

Art der Grünanlage
Villengärten, Wallpromenade, Park

Beschreibung
Die Parkanlagen erstrecken sich nördlich der Altstadt entlang des Flusstales über eine Länge von mehr als 1,5­ km­. Der Ausbau des Emssees erfolgte zwischen 1974 und 1975. Am östlichen Abschluss des Sees dient der von einer Brücke überspannte Damm als Überlaufschwelle, in die das Hochwasser des Flusses abgeleitet wird. Insgesamt hat der See eine Wasserfläche von mehr als 7 Hektar und eine Tiefe von 2 bis 3 Meter.

Im Bereich des Lohwalls lagen einst die mächtigen Befestigungsanlagen des Emstores. Der Fluss bildete mit seinem Lauf und dem daraus abgezweigten Wassergrabensystem die nördliche Begrenzung der Altstadt. Am Lohwall wurde bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein die Wäsche noch im Fluss gewaschen und anschließend zum Trocknen aufgehängt. Die gärtnerische Gestaltung des Lohwalls erfolgte als Arbeitsmaßnahme der NS-Zeit im Jahre 1936 und wurde als besondere Leistung zur Verschönerung der Stadt gefeiert. Heute ist die teilweise umgestaltete Schmuckanlage mit ihrem Fontänenbrunnen ein wichtiges grüngestalterisches Bindeglied zwischen den zahlreichen Autostellplätzen am Emsufer vor den Toren der Altstadt.

Nach dem überqueren der Brücke über die Alte Ems kommt man in den Park des ehemaligen Sophienstifs. Die mächtigen Platanen, Eichen und Blutbuchen gehörten einst zum Villengarten des Fabrikantenehepaars Sophia und Eduard Wiemann. Sie ließen 1870 unmittelbar an der Straße eine prachtvoll ausgestattete spätklassizistische Villa errichteten, zu der 1898 im Garten noch ein Mausoleum als Begräbnisstätte der Eheleute hinzugefügt wurde. In der später als "Sophienstift" von den Clemensschwestern als Altersheim genutzten Anlage wurden 1974 trotz vehementer Proteste aus der Bevölkerung alle Bauten abgerissen. Erhalten blieb der alte Villengarten, der zur öffentlichen Grünanlage umgestaltet und erweitert wurde. Anstelle des Mausoleums erinnert heute ein Findling mit einer Bronzeplakette an die Erbauer der Villa mit ihrem wertvollen Park.
Insgesamt gesehen ist der Emsseepark im nördlichen Bereich weitgehend naturnah gestaltet und hauptsächlich mit heimischen, standortgerechten Gehölzen und Stauden bepflanzt. Der sich weiter anschließende Parkbereich zeichnet sich durch ausgedehnte Blumenwiesen aus, die ohne großen Aufwand gepflegt werden. Durch die zurückhaltenden Pflegeeingriffe wird in diesem Bereich im Zusammenspiel mit den Teichen und Tümpeln die natürliche Artenvielfalt der Flora und Fauna gefördert.
Der südliche Park ist gärtnerisch intensiver gestaltet und wird durch ausgewählte Gehölzpflanzungen bestimmt. Die mit Laub- und Nadelgehölzen unterschiedlich angelegten Pflanzungen werden immer wieder durch Rhododendrongruppen und abwechslungsreich gestaltete Zierpflanzenbeete mit Rosen, Stauden und Sommerblumen ergänzt. Nicht weit vom Freibad entfernt, weist eine Markierung auf den 8. Längengrad der Erdkugel hin, der mitten durch den Park verläuft. Weiter nach Westen zur Altstadt hin, wurde der alte Villenpark des bekannten Warendorfer Textilherstellers Brinkhaus in die Gestaltung der Emsseeanlagen mit einbezogen.

Literaturangaben

  • Ring, Klaus G. (2002): Der Heimatverein und das Sophienstift in den Jahren 1972 - 74. In: Warendorfer Schriften 30-32, 2002, Warendorf, Seite 97 - 103.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, Seite 84 - 87.
  • Leidinger, Paul (Hrsg.) (2000): Geschichte der Stadt Warendorf, (in 3 Bänden). Münster, Band 3.
  • Ring, Klaus G. (1973): Das Sophienstift in Warendorf. In: Warendorfer Schriften, Heft 3, Warendorf, Seite 47 - 62.
  • Stadtbauamt Warendorf (1974): Das Naherholungsgebiet Emssee. In: Warendorfer Schriften, Heft 4/5, 1974/75, Seite 101, Warendorf.
Externe ID: LWL-GUP00332
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Bürgerpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Auswertung historischer Fotos
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1870
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037610


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2002: Emsseepark
2002: Emsseepark am Lohwall
2002: Emsseepark
2002: Emsseepark
Emsseepark im Bereich Sophienstift
2002: Emsseepark
2003: Warendorf, Emsseepark
1897: Warendorf