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Doppelschlossanlage Harkotten mit Gärten und Parks, Sassenberg
 

Unmittelbar an der Landesgrenze zu Niedersachsen liegt die beeindruckende Doppelschlossanlage Harkotten. Ritter Heinrich II. von Korff errichtete hier im frühen 14. Jahrhundert als Lehnsherr der Bischöfe von Münster eine strategisch wichtige Grenzburg. 1324 teilten seine beiden Söhne als Erben die Burg und den Besitz auf. Seit dieser Zeit existieren auf der Wasserburg zwei voneinander getrennte Herrenhäuser. Das östliche Anwesen gelangte im frühen 17. Jahrhundert durch Heirat an die Familie von Ketteler. Somit ergab sich die Benennung der jeweiligen Herrensitze als Harkotten-von Korff im Westen und als Harkotten-von Ketteler im Osten der Anlage. Die Bauten der Vorburg mit zwei kleinen Torhäuschen am Burgtor, eine Mühle, das Gerichtshaus mit Kerker und auf der Hausinsel die Försterei mit angebautem Wirtschaftsgebäude und die katholische Schlosskapelle verblieben im gemeinsamen Besitz.

Externe ID: T-P363N504-20080313-0001
Erfassungsdatum: 13.03.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2004: Schloss Harkotten

Zugehörige Objekte

Gartenanlage am Haus von Korff, Sassenberg-Füchtorf (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Ostmünsterland; etwa 1 ­km nördlich von Füchtorf.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Nicht weit vom Flüsschen Bever entfernt, liegt unmittelbar an der Landesgrenze zu Niedersachsen die beeindruckende Doppelschlossanlage Harkotten. Ritter Heinrich II. von Korff errichtete hier im frühen 14. Jahrhundert als Lehnsherr der Bischöfe von Münster eine strategisch wichtige Grenzburg. 1324 teilten seine beiden Söhne als Erben die Burg und den Besitz auf. Seit dieser Zeit existieren auf der Wasserburg zwei voneinander getrennte Herrenhäuser. Das östliche Anwesen gelangte im frühen 17. Jahrhundert durch Heirat an die Familie von Ketteler. Somit ergab sich die Benennung der jeweiligen Herrensitze als Harkotten-von Korff im Westen und als Harkotten-von Ketteler im Osten der Anlage. Die Bauten der Vorburg mit zwei kleinen Torhäuschen am Burgtor, eine Mühle, das Gerichtshaus mit Kerker und auf der Hausinsel die Försterei mit angebautem Wirtschaftsgebäude, die Brauerei und die katholische Schlosskapelle verblieben im gemeinsamen Besitz. Haus Korff wird heute noch immer von den Nachkommen des Burggründers bewohnt.

Gebäude und Ausstattung
Die Familie von Korff zu Harkotten lebt in einem noblen klassizistischen Herrenhaus, mit dessen Errichtung nach Plänen des Baumeisters Adolf von Vagedes ab 1805 begonnen wurde. Der langgestreckt rechteckige Werksteinbau hat zwei Stockwerke und ein flaches Walmdach. Die nach Westen ausgerichtete Hauptfassade wird durch drei Risalite gegliedert, von denen die beiden äußeren Risalite mit einer Balustrade abschließen. Der Mittelrisalit trägt einen flachen Dreiecksgiebel. Am Eingang hatte der Portikus mit vier Säulen ursprünglich ebenfalls einen Dreiecksgiebel und wurde erst 1831 zur Vorhalle mit Balkon ausgebaut. Das langgestreckte Wirtschaftsgebäude im Norden des Vorplatzes wurde mit seinem zweigeschossigen Mittelbau erst 1830 errichtet. Auf die Planung des Baumeisters geht auch die Gestaltung des Vorplatzes mit einem runden Teich, der leicht ansteigenden Vorfahrt und die Pflanzung einer großen Allee zurück, die einst aus westlicher Richtung direkt auf das Herrenhaus zuführte. Mit dem Neubau des Herrenhauses ließ Adolf von Vagedes im Umfeld des Gebäudes das ausgedehnte Gräftensystem zuschütten und somit das Erscheinungsbild der ursprünglich mittelalterlichen Wasserburg zugunsten einer großzügigen Landvilla verändern. Einige Jahre nach der Fertigstellung von Haus Korff wurde von Vagedes als großherzoglicher Baudirektor nach Düsseldorf berufen und nahm entscheidenden Einfluss auf den klassizistischen Ausbau der Residenzstadt.
Am Rande der Zufahrt zum Haus von Korff steht die barocke Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk. Sie stand ursprünglich genau in der Sichtachse, die vom Haus Korff in westlicher Richtung durch die große Westallee führte.

Art der Grünanlage
Schlossgarten und Landschaftsgestaltung.

Beschreibung
Die gärtnerische Gestaltung des Vorplatzes mit seinen ausladenden Rasenflächen hat sich im Laufe der Zeit nicht wesentlich verändert. Hinter der Schlossbrücke ist am Fusse der leicht ansteigenden Zufahrt ein großer runder Teich angelegt, über den hinweg der freie Blick auf das Herrenhaus führt. Die sparsame Bepflanzung mit einigen schmal- und breitwachsenden Koniferen unterstreicht die noble und zurückhaltende Gestaltung der klassizistischen Villa. Ein kleines Rundbeet am Scheitelpunkt des Vorplatzes wurde schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts gegenüber vom Portikus angelegt. Unmittelbar südlich am Haus ist anstelle eines Hausgartens eine großzügige Rabatte mit verschiedenen kleineren Gehölzen, Stauden und einjährigen Blütenpflanzen angelegt. Südwestlich vom Vorplatz sind ausgedehnte Nutzgärten und Weideflächen. Leider sind vor einigen Jahren die altersschwachen Bäume der großen, sich weit nach Westen erstreckenden Westallee abgeholzt und nicht wieder ersetzt worden. Die große Allee wurde im frühen 19. Jahrhundert als neue Zufahrt zum klassizistischen Herrenhaus angelegt und führte mitten durch das angrenzende Waldgebiet geradewegs auf die Wegverbindung zu, über die man vom westfälischen Füchtorf ins niedersächsische Glandorf gelangte. Der alte Weg ist heute zur Bundesstraße B 475 ausgebaut.

Pflegezustand
Die Außenanlagen sind gut gepflegt. Die große Westallee sollte wieder angepflanzt werden.

Externe ID: LWL-GUP00344
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1805
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037596


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2002: Doppelschlossanlage Harkotten - Haus Korff
2002: Doppelschlossanlage Harkotten - Haus Korff
2003: Doppelschlossanlage Harkotten mit Gärten und Parks
1897: Schloss Harkotten
1837: Schloss Harkotten

Gartenanlage am Haus von Ketteler, Sassenberg-Füchtorf (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Ostmünsterland; etwa 1 km nördlich­ von Füchtorf.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Nicht weit vom Flüsschen Bever entfernt, liegt unmittelbar an der Landesgrenze zu Niedersachsen die beeindruckende Doppelschlossanlage Harkotten. Ritter Heinrich II. von Korff errichtete hier im frühen 14. Jahrhundert als Lehnsherr der Bischöfe von Münster eine strategisch wichtige Grenzburg. 1324 teilten seine beiden Söhne als Erben die Burg und den Besitz auf. Seit dieser Zeit existieren auf der Wasserburg zwei voneinander getrennte Herrenhäuser. Das östliche Anwesen gelangte im frühen 17. Jahrhundert durch Heirat an die Familie von Ketteler. Somit ergab sich die Benennung der jeweiligen Herrensitze als Harkotten-von Korff im Westen und als Harkotten-von Ketteler im Osten der Anlage. Die Bauten der Vorburg mit zwei kleinen Torhäuschen am Burgtor, eine Mühle, das Gerichtshaus mit Kerker und auf der Hausinsel die Försterei mit angebautem Wirtschaftsgebäude und die katholische Schlosskapelle verblieben im gemeinsamen Besitz.

Ein umfangreiches Wassersystem aus Gräben und Teichen umgibt noch heute die gesamte Doppelschlossanlage. Den barocken Schlossbau von Haus Ketteler führte der fürstbischöfliche Baumeister Johann Leonhard Mauritz Gröninger in den Jahren 1754 bis 1758 und 1763 bis 1767 aus. Die Unterbrechungen beim Bau waren durch den Siebenjährigen Krieg bedingt. Die große geschwungene Freitreppe an der Hauptfassade wurde erst 1769 fertiggestellt. Über dem hohen Kellergeschoss des verputzen Backsteinbaus mit schlichter Werksteingliederung erheben sich zwei Stockwerke und ein Mansarddach. Der oval ausladende Mittelrisalit trägt einen geschwungenen Giebel mit dem Allianzwappen der Adelsgeschlechter Ketteler-Korff. Zwei flach ausgebildete Seitenrisalite bilden zusammen mit einer nach Süden angebauten, niedrigen Mauer einen barocken Ehrenhof. An der Gartenseite tritt der Mittelteil nur flach hervor. Vom großen Saal im 1. Stock gelangt man über eine neu erbaute Terrasse mit doppelläufiger Treppe in den Garten.

Das barocke Herrenhaus ist seit 1988 Wohn- und Arbeitssitz der Firma Sieger-Design.

Art der Grünanlage
Schlossgarten und Landschaftsgestaltung

Beschreibung
Der Weg zum barocken Herrenhaus liegt genau in einer langen Achse, deren südlicher Abschnitt durch eine alte Lindenallee geführt wird. Vermutlich wurden einst die Alleebäume gestutzt und die Kronen regelmäßig als Kugel geschnitten. Zahlreiche Schnittspuren an den Baumkronen zeugen heute von dieser nur noch selten gepflegten Gartenkunst. Die Zufahrt führt weiter über eine schmale Gräfte mit hölzerner Zugbrücke, die man nach niederländischen Vorbildern konstruierte.

Mit den Planungen für die Außenanlagen von Haus Ketteler wurde in den 1990er Jahren der renommierte belgische Gartenarchitekt Jacques Wirtz beauftragt. Entlang der Hauptzufahrt und an der Gartenseite des Herrenhauses entstanden nach Vorbildern barocker Gartenkunst qualitativ hochwertig ausgeführte Gartenanlagen. Lange nicht so kunstvoll waren einst die historischen Gärten am Haus Ketteler gestaltet. Bildprägend waren ursprünglich eine ganze Anzahl kugelig geschnittener, halbstämmiger Bäume unmittelbar vor der niedrigen Mauer des Ehrenhofes. Neben einzelnen Baumpflanzungen, besonders auffällig sind zwei alte Kastanien an der Zugbrücke, wurden die übrigen Flächen entlang der Hauptzufahrt vorwiegend als Wiesen und Weiden genutzt. Die neue Gartenanlage zeichnet sich durch raumbildende Hecken mit niedrigem Buchs und etwas höher geschnittenen Eiben aus. Bunte Rosenpflanzungen und geschnittene Eibenpyramiden rahmen den Kiesweg der Schlosszufahrt. Die Verschönerung der historischen Anlage bietet einen würdigen Rahmen für mehrere auf dem Schlossvorplatz aufgestellte Kunstobjekte.

Der Hausgarten von Haus Ketteler wurde in seinen heutigen Abmessungen erst nach 1800 angelegt. Zuvor führte die breite Gräfte unmittelbar an der Gartenseite von Haus Ketteler vorbei. Seit 1998 entsteht an der Gartenseite des Herrenhauses ein Skulpturengarten, der mit Werken befreundeter Künstler und Designer ausgestattet ist. Im Osten und Norden begrenzt die breite Hausgräfte den Garten. Nach außen wird die Anlage zudem mit einer hohen Hecke aus immergrünen Lebensbäumen und am Spalier gezogenen Silberlinden abgeschirmt.

Feine Kieswege gliedern den Garten mit einem Wegekreuz. Im Zentrum des Wegekreuzes ist als Eigenentwurf von Dieter und Michael Sieger ein großer Brunnen angelegt. Als Brunnenfigur haben sie die mit goldenen Mosaiksteinchen ummantelte über 2,50 m große Entwurfsfassung der Vase "Zazou", ein Modell aus der Ritzenhoff-Kollektion aufgestellt. Aus der Vasenöffnung sprudelt eine Wasserfontäne. Im Zusammenspiel mit den im Brunnen installierten Lichteffekten werden besonders bei Dunkelheit stimmungsvolle Assoziationen hervorgerufen. Zur Ausstattung des Gartens zählt auch ein interessanter Meditationspavillon. Als langjähriger Sammler und Verehrer der Werke von Ettore Sottsass hatte Dieter Sieger den Wunsch, in seinem Garten eine Skulptur des italienischen Architekten und Designkünstlers aufzustellen. Sottsass kam nach Harkotten, ließ sich vom Ort inspirieren und entwarf für den nordöstlichen Bereich des Gartens diesen Pavillon. Der kubische Baukörper ist nach allen Seiten geöffnet, sodass als Element der Kontemplation auch die Natur in den Raum eindringen kann. Das Dach hat eine große Öffnung, durch die eine im Zentrum des Pavillons gepflanzte Trauerweide ungestört nach draußen wächst. Eine ungewöhnliche Außenskulptur ist in der äußeren Nordwestecke des Skulpturengartens ein 6 m hoher Zylinder aus Corten-Stahl. Bei diesem Objekt handelt es sich um die Skulptur "Humid Soul" des italienischen Künstlers Fabrizio Plessi. Plessi hat in der Kunstwelt besonders durch seine Videoinstallationen für Aufsehen gesorgt. Im Innern des zweischaligen Stahlzylinders ist ein mächtiger ungeschälter Baumstamm ohne Wurzeln und Krone aufgehängt. Mit einer technisch komplizierten Elektronik wird der Eindruck erweckt, dass durch den Baumstamm heftige Regengüsse hindurch prasseln. Das sprudelnde Wasser wird dann in einem virtuellen Becken am Boden gesammelt. Die Sammlung von modernen Kunstobjekten wird durch weitere Werke verschiedener Künstler ergänzt und soll im Laufe der kommenden Jahre erweitert werden.

Außerhalb der Doppelschlossanlage Harkotten haben sich noch zahlreiche Relikte einer kunstvollen Landschaftsverschönerung des 18. Jahrhunderts erhalten. In der Zufahrt zum Haus Ketteler steht die barocke Sandsteinfigur eines Apolls mit Zither als "Gott der Künste". Die Statue wendet sich nicht den Ankommenden zu, sondern begrüßt die Aufbrechenden auf den Weg in die Ferne. Nördlich vom Hausgarten mit seinen interessanten Skulpturen gelangen wir zu einem Steg mit einer Zugbrücke. Dahinter beginnt der interessanteste Abschnitt des Weges mit mehreren gut erhaltenen Gestaltungselementen des 18. Jahrhunderts. Besonders zur Zeit des Rokoko während der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde die Landschaft um Schloss Harkotten im Stil der sentimentalen Gartenkunst großzügig veredelt.

Ein Plan des "münsterischen Artillerie Hauptmanns und geschworenen Feldmessers" P. E. von Colson aus dem Jahre 1798 zeigt detailliert die kunstvollen Landschaftsverschönerungen. Nördlich von Haus Ketteler wurde ein kleiner landschaftlicher Park angelegt. Der Park ist heute arg verwildert und nur noch schwer zu erkennen. Als Ausstattung der Anlage hat sich aber auf einem kleinen Hügel nicht weit vom Weg entfernt der Rest einer Säule erhalten. Zur historischen Landschaftsverschönerung gehört auch der romantische Schlängelweg auf dem Damm an einem Abzweig der Bever. Das nächste interessante Denkmal ist eine große Urne aus Sandstein. Auf dem oberen Sockelquader ist ein schon teilweise verwitterter Text eingemeißelt, der einst die Gefühle der Vorbeikommenden anregte. In der Phase der sentimentalen Gartenkunst gehörten solche Denkmäler häufig zur Ausstattung von Gärten und Parks. Ein schöner Blick führt vom Standort der Urne über Wiesen und Weiden hinüber zu Schloss Harkotten. Als Ermitage oder Einsiedelei war einst das anschließende kleine Waldstück im Süden gestaltet. Ein System aus Schlängelwegen erschloss die Anlage. Um bei den Besuchern des 18. Jahrhunderts das Gefühl von Einsamkeit und Abgeschiedenheit hervorzurufen, war dort vermutlich auch eine Hütte oder Höhle eingerichtet. Heute ist vom Weg aus ein Hügel sichtbar, unter dem sich ursprünglich ein Eiskeller befand, der im 2. Weltkrieg zum Luftschutzbunker ausgebaut wurde. Der Weg führt weiter über den Damm mit historischen Galeriepflanzungen bis hin zum ersten Abzweig in südlicher Richtung zum Forsthaus. Hier steht die bemerkenswerte Skulptur eines Atlas mit der Weltenkugel. Die 1729 datierte und über 4 m hohe Sandsteinfigur symbolisiert Herrschaft und Macht und zählt wohl zu den größten barocken Parkskulpturen in ganz Westfalen-Lippe. Ursprünglich war eine lange Sichtachse geplant, die durch eine Allee von der Ostseite des Hauses Ketteler bis hin zum Atlas führte. Die Hälfte der Strecke war zudem als Kanal vorgesehen, damit die Schlossbewohner mit dem Boot bis zu einer Insel am Ende des Kanals gelangen konnten. Vermutlich wurde aber diese prachtvolle Planung nicht ausgeführt. Vom mächtigen Atlas führt der Weg weiter in südlicher Richtung durch alte Hainbuchen bis zu einem Feldweg und dann nach Westen zurück in Richtung Schloss Harkotten. Südlich des in einer tiefen Rinne plätschernden Baches ist heute dichter Wald. Im späten 18. Jahrhundert wurde der Wald durch ein differenziertes Wegesystem mit mehreren Plätzen und Aussichtshügeln erschlossen. Vergleichbar mit dem berühmten Bagno-Park des Fürsten zu Bentheim-Steinfurt in Burgsteinfurt, war hier zur Zeit des Rokoko vermutlich ein Lustpark mit verschiedenen Attraktionen angelegt. Bis auf den historischen Plan von 1798 gibt es aber bisher keine weiteren Hinweise auf eine solche Anlage. Gleiches gilt für den großen, regelmäßig gestalteten Barockgarten, der auf dem Plan im Anschluss an den spätbarocken Lustwald dargestellt ist. Heute ist hier nur noch eine große Ackerfläche.

Pflegezustand
Vor der Familie Sieger wohnte und arbeitete der Designer Luigi Colani in Haus von Ketteler. Er hinterließ das Anwesen arg vernachlässigt. Der Architekt und Designer Dieter Sieger ließ mit großem finanziellen Aufwand die Gebäude und Gartenanlagen restaurieren und zum modernen Firmensitz ausbauen. Unmittelbar am Haus und den von Gräften umschlossenen Bereichen sind die Außenanlagen gut gepflegt. Die kunstvolle Landesverschönerung des 18. Jahrhunderts ist für Westfalen-Lippe ein seltenes Kulturdenkmal und sollte mehr als bisher beachtet werden.

Literaturangaben

  • Matzner, Florian / Schulze, Ulrich (1997): Barock in Westfalen - Ein Reiseführer. Kulturlandschaft Westfalen, Band 3, Münster, 2. unveränderte Auflage.
  • Fischer, Bernd (1982): Münster und das Münsterland. Geschichte und Kultur, ein Reisebegleiter in das Herz Westfalens. DuMont-Dokumente: DuMont-Kunst-Reiseführer, Köln.
  • Thomsen, Christian W. (2001): Sieger Design - Strategien des Erfolgs. Tübingen/Berlin, Dtsch. Ausgabe.
  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4.
  • Karl Hölker (Bearbeiter) (1936): Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Kreis Warendorf. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 42, Münster.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, Seite 76 - 83.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems [ein Projekt im Rahmen der Regionale 2004 links und rechts der Ems]. Münster-Hiltrup, Seite 110 - 117.
Externe ID: LWL-GUP00310
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1800
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037582


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2004: Schloss Harkotten
2002: Gartenanlage Schloss Harkotten - Haus von Ketteler
2002: Gartenanlage Schloss Harkotten, Haus von Ketteler - Skulpturenpark
2002: Gartenanlage Schloss Harkotten, Haus von Ketteler - Skulpturenpark
2002: Gartenanlage Schloss Harkotten. Haus von Ketteler
2002: Gartenanlage Schloss Harkotten, Haus von Ketteler
2002: Gartenanlage Schloss Harkotten, Haus von Ketteler
2003: Doppelschlossanlage Harkotten mit Gärten und Parks
1897: Schloss Harkotten
1837: Schloss Harkotten