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Schlossanlage Loburg, Ostbevern
 

Die Geschichte der Lohburg reicht bis ins Mittelalter zurück. Ein alter Schulzenhof wurde im 15. Jahrhundert zum befestigten Rittergut mit einer breiten Gräfte ausgebaut. Nach mehreren Besitzerwechseln ging das Gut 1651 an die Freiherren von Nagel-Itlingen. Marsilius Freiherr von Nagel-Itlingen beauftragte 1766 den berühmten westfälischen Baumeister Johann Conrad Schlaun mit dem Bau eines barocken Schlosses auf der rechteckigen Gräfteninsel. Bereits der Sohn des Bauherrn mußte den Besitz bei einer Zwangsversteigerung veräußern. 1785 kaufte Friedrich Clemens Freiherr von Elverfeld zu Beverfoerde-Werries das Anwesen, das bis heute im Eigentum der Familie geblieben ist. Der alte Adelssitz wird seit 1951 als bischöfliches Internatsgymnasium Johanneum genutzt.

Externe ID: T-P363N504-20080312-0001
Erfassungsdatum: 12.03.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2005: Schlosspark Loburg

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Loburg, Ostbevern (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Privat; der Schlosspark ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Ostmünsterland; 1 km n­ordöstlich von Ostbevern; etwa 4 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Die Geschichte der Loburg reicht bis ins Mittelalter zurück. Ein alter Schulzenhof wurde im 15. Jahrhundert zum befestigten Rittergut mit einer breiten Gräfte ausgebaut. Nach mehreren Besitzerwechseln ging das Gut 1651 an die Freiherren von Nagel-Itlingen. Marsilius Freiherr von Nagel-Itlingen beauftragte 1766 den berühmten westfälischen Baumeister Johann Conrad Schlaun mit dem Bau eines barocken Schlosses auf der rechteckigen Gräfteninsel. Bereits der Sohn des Bauherrn mußte den Besitz bei einer Zwangsversteigerung veräußern. 1785 kaufte Friedrich Clemens Freiherr von Elverfeld zu Beverfoerde-Werries das Anwesen, das bis heute im Eigentum der Familie geblieben ist.
Der alte Adelssitz wird seit 1951 als bischöfliches Internatsgymnasium Johanneum genutzt.

Gebäude und Ausstattung
1899 brannte der barocke Schlossbau durch Blitzschlag bis auf die Grundmauern ab.
In Anlehnung an den Vorgängerbau wurde von 1900 bis 1902 ein repräsentatives, neubarockes Schloss durch den Architekten Hermann Schaedller aus Hannover errichtete. Das neue Schloss wurde fast doppelt so groß wie der barocke Vorgängerbau ausgeführt. Mit der Nutzung als Gymnasium sind im Schloss neben dem Fest- und Speisesaal, die Küche und Verwaltungs- sowie Freizeiträume untergebracht.

Von der barocken Ausbauphase des Schlosses im 18. Jahrhundert haben sich noch an den jeweiligen Zufahrten im Westen und Norden die Brücken mit vasenbekrönten Torpfeilern und anschließende viertelkreisförmige Mauern erhalten. Im Norden der Anlage war das weitläufige Sportplatzgelände einst von einer weiteren Gräfte umgeben. Sie wurde mit Bauschutt des abgebrannten Barockschlosses verfüllt. Ehemals war hier die Schlossgärtnerei angesiedelt. Vom Gärtnerhaus führte eine zentrale Achse durch die nördliche Zufahrt direkt auf die Hoffassade des Schlossbaus zu. Östlich vom Schloss lag ein direkt von der im 19. Jahrhundert errichteten Holzbrücke zugängliches, altes Gebäude, das neben Wohnungen für die Bediensteten auch zum Überwintern von großen Apfelsinenbäumen diente. Die Gefäße mit den exotischen Pflanzen wurden dann zur warmen Jahreszeit im Garten aufgestellt. Am deutlichsten macht sich der Verlust der barocken Bauten im Norden der ehemaligen Schlossinsel bemerkbar. Hier hat man die alten Ökonomiegebäude erst 1972 abgerissen und in den beiden darauffolgenden Jahren die heutigen Wohnhäuser für das Internat errichtet. Auch hier wurden die Gräften an den Rückseiten der Gebäude größtenteils verfüllt und sind heute nur noch in Resten vorhanden.

Art der Grünanlage
Schlosspark

Beschreibung
Ob zusammen mit dem Schlossbau des 18. Jahrhunderts auch ein barocker Garten angelegte wurde, ist bisher nicht bekannt. Ungewöhnlich ist jedoch, dass die Gartenseite des Schlaunschen Schlosses eher schlicht gestaltet und im Gegensatz zum neubarocken Bau nicht durch einen Mittelrisalit oder mit einer Treppe oder Brücke auf den Garten hin orientiert war.

Im Archiv der Freiherrn von Beverfoerde finden sich für Haus Loburg insgesamt sechs Gartenentwürfe des 19. Jahrhunderts. Ein Plan stammt vom angesehenen Königlichen Gartendirektor Maximilian Friedrich Weyhe aus Düsseldorf. Ob die Pläne aber speziell für Haus Loburg angefertigt und auch ausgeführt wurden, bleibt unklar. Die frühesten Hinweise auf eine gartenkünstlerisch gestaltete Anlage lassen sich aus einer detaillierter Flurkarte des Landvermessers Meschede aus dem Jahre 1829 entnehmen. Der Plan zeigt im Süden des Schlosses jenseits der Gräfte eine rechteckige Fläche, die als "Neuer Garten" eingetragen ist. Die anschließenden Flächen im Westen sind jeweils als "Alter Garten" und entsprechend der Nutzung als "Rübengarten" gekennzeichnet. Das Besondere ist jedoch die Darstellung einer mehr als 300 m langen, vom Schloss ausgehenden Wege- und Sichtachse, die in südlicher Richtung genau auf einen langgestreckten Kanal im sogenannten Eschenbusch hin zuläuft. Die umliegenden Wald- und Feldflächen werden nach dem Vorbild barocker Garten- und Landschaftsgestaltung durch ein achsiales Wegesystem gegliedert. Auffälligstes Merkmal ist ein Wegestern südlich des Gartens genau in der langen Sichtachse.

Der heute etwa 4 ha große Landschaftspark im Süden der Schlossanlage wurde zusammen mit dem Neubau des Schlosses im frühen 20. Jahrhundert gestaltet. Wenn auch detaillierte Pläne für den Park fehlen, so ist doch zumindest bekannt, dass der damalige Schlossherr Karl Max Freiherr von Elverfeldt gen. Beverfoerde zu Werries botanisch sehr interessiert war und wahrscheinlich zum ersten Mal in Westfalen aus amerikanischen Samen gezüchtete Douglasien kultivierte. Auf seine Initiative geht auch die Pflanzung der verschiedenen, dendrologisch interessanten Laub- und Nadelgehölze und der ausgedehnten Rhododendronbestände zurück, die bis heute das Bild des Parks bestimmen. In die Parkgestaltung dieser Zeit wurde auch die ehemalige Bleiche westlich der Vorgebäude einbezogen.

Beim Gang durch den Wald fällt das ausgedehnte Graben- und Teichsystem entlang der Wege auf. Der Ursprung und die Funktion des verzweigten Wassersystems ist bisher nicht bekannt. Noch im 19. Jahrhundert wurden die meisten der heute aufgeforsteten Flächen von umliegenden Hofstellen als Acker, Wiesen und Weiden bewirtschaftet. Eine mögliche Erklärung für die zahlreichen Gräben und Teiche wäre, dass man die umliegenden landwirtschaftlichen Flächen mit dem Aushub daraus auffüllte, um sie anschließend besser bearbeiten zu können. Der weitere Rundweg führt im Osten des Waldes zu einer Allee aus alten Douglasien und einem Kreuzweg mit insgesamt 14 Stationen, die mit der Nutzung des Schlosses als bischöfliches Gymnasium aufgestellt wurden.

Als weitere Besonderheit der historischen Garten- und Landschaftsgestaltung ist die vierreihige Eichenallee an der Zufahrt vom Ort zum Schloss zu nennen. Die Zufahrt und die repräsentative Allee wurden erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts angelegt. Wesentlich älter und kulturhistorisch bedeutsam ist die sogenannte Marienlinde mit einer alten Pumpe in der Nähe des Parkplatzes im Nordosten der Schlossanlage. Die regelmäßig alle drei Jahre beschnittene Linde markiert den Treffpunkt und Zwischenaufenthalt einer traditionsreichen Wallfahrt, die von Osnabrück nach Telgte führt.

Pflegezustand
Die lange, vom Schloss ausgehende Sichtachse wurde mit der Neugestaltung des Schlossparks schon im frühen 20. Jahrhundert zugepflanzt. Leider sind im Park einige der alten Laubbäume durch sinkenden Grundwasserstand geschädigt. Auch stören falsche Nachpflanzungen das historische Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Schlossparks. Die Gartenanlage am Eschenbusch ist mittlerweile zugewachsen.

Im anschließenden mehr als 50 Hektar großen Waldgebiet entspricht der Verlauf der Wege noch weitgehend dem historischen Zustand.

Literaturangaben

  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, Seite 71 - 75.
  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4, Band 3, Seite 483.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems [ein Projekt im Rahmen der Regionale 2004 links und rechts der Ems]. Münster-Hiltrup, Seite 118 - 121.
Externe ID: LWL-GUP00318
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1766
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037568


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2009: Schlosspark Loburg
2009: Schlosspark Loburg
2009: Schlosspark Loburg
2009: Schlosspark Loburg
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2009: Schlosspark Loburg
2003: Schlosspark Loburg
2003: Schloss Loburg
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1897: Schloss Loburg
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1830: Schlosspark Loburg
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