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Garten am Bischöflichen Palais, Münster
 

Seit dem Jahre 804 ist Münster Bischofssitz. Ein bischöflicher Garten wurde erstmals in einem Dokument aus der Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnt. Der einstige Baumgarten befand sich nordwestlich vom Dom im Bereich der barocken Ketteler´schen Doppelkurie, der heutigen Domkirchenverwaltung. In der Altstadt von Münster ist der etwa 2,5 Hektar große bischöfliche Garten der einzige Bereich, der niemals mit Gebäuden bebaut war. Der ausschließlich dem Bischof und seinen Gästen zugängliche Garten umfaßt einen unmittelbar hinter dem Palais gelegenen Teil und jenseits der Aa den über eine schmale Brücke zugänglichen Park mit einem alten Baumbestand.

Externe ID: T-P363N504-20080310-0002
Erfassungsdatum: 10.03.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2002: Bischöfliches Palais

Zugehöriges Objekt

Garten am Bischöflichen Palais in Münster (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Bistum Münster; die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; im Zentrum der Altstadt, westlich vom Domplatz; etwa 2,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Seit dem Jahre 804 ist Münster Bischofssitz. Der Aufenthalts- und Wohnort der Bischöfe lag von dieser Zeit an immer in unmittelbarer Nähe des Domes. Ein bischöflicher Garten wurde erstmals in einem Dokument aus der Mitte des 13. Jahrhunderts erwähnt. Der einstige Baumgarten befand sich nordwestlich vom Dom im Bereich der barocken Ketteler´schen Doppelkurie, der heutigen Domkirchenverwaltung.

Gebäude und Ausstattung
Gegenüber der Westfassade des Domes wurde 1732 das bischöfliche Palais unter Verwendung älterer Bauteile als Domdechanei vom Barockbaumeister Peter Pictorius d. J. im Auftrag des Dechanten Friedrich Christian von Galen errichtet. Der stattliche Dreiflügelbau zeigt in seiner Fassadengestaltung den Einfluss des niederländischen Klassizismus. Die Raumgliederung entspricht dem Vorbild adeliger, französischer Stadtpalais. Ein prachtvolles Barockgitter trennt den Ehrenhof des Gebäudes von der Pferdegasse und dem Domplatz.

Seit 1825 befindet sich die Wohnung des Bischofs im Palais. Es ist nach schweren Zerstörungen im 2. Weltkrieg in einfacheren Formen wieder aufgebaut worden. Seit dieser Zeit ist auch das Generalvikariat, die bischöfliche Verwaltung, im Hause untergebracht.

Art der Grünanlage
Garten

Beschreibung
In der Altstadt von Münster ist der etwa 2,5 Hektar große bischöfliche Garten der einzige Bereich, der niemals mit Gebäuden bebaut war. Der ausschließlich dem Bischof und seinen Gästen zugängliche Garten umfasst einen unmittelbar hinter dem Palais gelegenen Teil und jenseits der Aa den über eine schmale Brücke zugänglichen Park mit einem alten Baumbestand. Unterhalb der Gartenbrücke ist der Weg erst mit dem Ausbau zum Aaseitenweg im Jahre 1956 vom Bischof zum öffentlichen Durchgang freigegeben worden. Zu dieser Zeit wurde auch die schmale Verbindungsbrücke erneuert, die seit dem 19. Jahrhundert an dieser Stelle die Aa überspannt.

An der Gartenseite des Palais sind die Anlagen in einen kleinen, gepflegten Park mit schönen Einzelgehölzen und einem neu angelegten geometrischen Garten unterteilt. Beide Bereiche sind direkt von der Wohnung des Bischofs oder von der benachbarten Kapelle aus zugänglich. Nach Norden wird der Garten von einer Natursteinmauer begrenzt, in die das barocke Wappen des Bauherrns eingemauert ist. Es verzierte ursprünglich das Giebelfeld des Gebäudes über dem Haupteingang am Domplatz.

Die Planung des geometrischen Gartens wurde vom Gartenarchitekturbüro SAL aus Münster ausgeführt. Es gestaltete auch den Garten an der Clemenskirche. Der geometrische Garten des Bischofs wird durch weiße Kieswege gegliedert und vom kleinen Park durch eine Eibenhecke und einen gepflasterten Mittelweg getrennt. Die sechs Beete des Gartens sind mit niedrigen Buchsbaumhecken gefasst und mit Kletterrosen und prachtvollen Blütenstauden bepflanzt. Bei der Bepflanzung fanden ebenso zahlreiche Pflanzen Verwendung, die schon in der Bibel genannt werden. Als Reminiszenz an barocke Gartenhäuser wird der geometrische Garten oberhalb der Aa mit einem Pavillon abgeschlossen. Nicht weit vom Pavillon entfernt, hat der Garten mit einem kleinen Teich alle Gestaltungsmerkmale, die einen anspruchsvollen und repräsentativen Hausgarten ausmachen.

Jenseits der Aa wird der bischöfliche Garten hauptsächlich durch seinen alten Baumbestand, darunter mehrere Naturdenkmäler bestimmt. Eine botanische Besonderheit ist das große Vorkommen des Hohlen Lerchensporns, einer im zeitigen Frühjahr blühenden Pflanze, die nicht mehr häufig in alten Parkanlagen und Laubwäldern zu finden ist. Inmitten der dicht bebauten Altstadt hat der Bischof an dieser Stelle einen eigenen kleinen Wald zur Verfügung, der mit einem großzügigen Umgangsweg zum Spazieren und kontemplativen Aufenthalt einlädt. Bei einem plötzlichen Regenschauer bietet ein überdachter Gang an der äußeren Gartenmauer im Westen Schutz. An den kleinen Wald schließt sich nach Süden ein bewirtschafteter Nutzgarten an. Frühbeetkästen erlauben die zeitige Kultur von Gemüsepflanzen und Sommerblumen. Als Blumenschmuck und zur Dekoration im Palais oder im Dom werden die Blüten und Früchte der großzügig gepflanzten Staudenrabatte verwendet. Direkt an die südliche Mauer gepflanzte Spalierobstbäume schirmen den Garten etwas vor den neugierigen Blicken vom benachbarten Universitätsgebäude ab.

Literaturangaben

  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems [ein Projekt im Rahmen der Regionale 2004 links und rechts der Ems]. Münster-Hiltrup, Seite 76-81.
Externe ID: LWL-GUP00228
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 804
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037526


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2002: Garten des Bischöflichen Palais
2002: Garten am Bischöflichen Palais
2002: Garten am Bischöflichen Palais
2003: Münster
1897: Münster