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Park an der Boniburg, Münster-Handorf
 

Am Steilufer der Werse ließ sich der preußische Regierungsrat von Schleebrügge 1870 in landschaftlich reizvoller Lage eine repräsentative Villa mit Blick auf den Fluß erbauen. Schon 1875 erwarb Bonifazius Reichsgraf von Hatzfeld-Trachenberg die Villa. Der Reichsgraf ließ bis 1898 die nach seinem Vornamen im Volksmund als Boniburg bezeichnete Villa im Stil eines Schlosses der Neurenaissance weiter ausbauen. 1925 wurde das Anwesen an die Stadt Münster verkauft, die dort anschließend das Kurhaus "Schloß Boniburg" einrichtete. Der Hotelier Ernst Roeber entwickelte das Anwesen zu einem exklusiven und äußerst beliebten Ausflugsziel des Münsterlandes. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Boniburg durch Bombardement stark beschädigt. Dennoch diente die Anlage mit den Nebengebäuden in den nachfolgenden Jahren vielen Flüchtlingen als Notunterkunft, bis sie in den 1950er Jahren durch Brand erheblichen Schaden nahm. Am Ende der 1970er Jahre wurden die Baulichkeiten gesprengt und endgültig abgerissen.
Mit dem Bau der Villa im Jahre 1870 wurde auch ein ausgedehnter Landschaftspark angelegt. Ein Viertel des historischen Landschaftsparkes ist als extensiv zu pflegende und naturnahe Erholungsanlage revitalisiert worden. Ein weiteres Viertel der Fläche wird im Überschwemmungsgebiet der Werse als Feuchtbiotop mit Nasswiesen, Röhrichten und Feuchtgehölzen entwickelt. Etwa die Hälfte der gesamten Fläche wird weiter als Wald mit älterem Baumbestand aus Rotbuchen und Eichen bewirtschaftet.

Externe ID: T-P363N504-20080227-0001
Erfassungsdatum: 27.02.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2003: Park an der Boniburg

Zugehöriges Objekt

Park an der Boniburg, Münster-Handorf (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Münster; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; im Westen von Handorf unmittelbar am Nordufer der Werse; etwa 9 ha.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
Am Steilufer der Werse ließ sich der preußische Regierungsrat von Schleebrügge 1870 in landschaftlich reizvoller Lage eine repräsentative Villa mit Blick auf den Fluß erbauen. Schon 1875 erwarb Bonifazius Reichsgraf von Hatzfeld-Trachenberg das Gebäude und ließ bis 1898 die nach seinem Vornamen im Volksbund als Boniburg bezeichnete Villa im Stil eines Schlosses der Neurenaissance weiter ausbauen. Nach dem Ableben des Grafen im Jahre 1921 verkaufte seine Witwe 1925 das Anwesen an die Stadt Münster, die dort anschließend das Kurhaus "Schloß Boniburg" einrichtete. Der Hotelier Ernst Roeber entwickelte das Anwesen zu einem exklusiven und äußerst beliebten Ausflugsziel des Münsterlandes. Unmittelbar am Steilufer der Werse wurden mehrere große Gartenterrassen zum Sitzen im Freien angelegt. Als Zierde der Terrassen und des Parkes wurden verschiedene Sandsteinfiguren aufgestellt. Am Ufer des Flusses gab es eine Anlegestelle für Boote und der umliegende Wald wurde durch weitläufige Spazierwege erschlossen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Boniburg durch Bombardement stark beschädigt. Dennoch diente die Anlage mit den Nebengebäuden in den nachfolgenden Jahren vielen Flüchtlingen als Notunterkunft, bis sie in den 1950er Jahren durch Brand erheblichen Schaden nahm. Am Ende der 1970er Jahre wurden die Baulichkeiten gesprengt und endgültig abgerissen.

Gebäude und Ausstattung
Der Eingang in die Anlage wird von einer repräsentativen Toranlage flankiert. Als Begrenzung des Landschaftsparks schließt sich an die Toranlage eine hohe Ziegelmauer an. Um das Gebiet um den Boniburger Wald mit Handorf und dem St. Mauritz-Gymnasium zu verbinden, wurde 1977/78 eine Fußgängerbrücke über die Werse gebaut, die im Zuge der Rekultivierung des Parkes im Jahre 2002 erneuert wurde.

Art der Grünanlage
Landschaftspark

Beschreibung
Mit dem Bau der Villa im Jahre 1870 wurde auch ein ausgedehnter Landschaftspark angelegt. Von Handorf führte der Hauptweg (heute Boniburgallee) durch die Toranlage zur Vorfahrt des Schlosses. Das prächtige, gründerzeitliche Hauptgebäude stand ursprünglich im Südwesten der beiden heute sich gabelnden Wege. Ursprünglich wurde der Park durch ein ausgedehntes Wegenetz erschlossen. Von den um 1908 durch den Reichsgrafen gepflanzten exotischen Gehölzen haben sich vor allem eine mehrstämmige Buche und einige alte Rhododendren erhalten. Von den alten Terrassen der Ausflugsgaststätte sind noch einige Stützmauern und Treppen zu erkennen.

Pflegezustand
Ein Viertel des historischen Landschaftsparkes ist als extensiv zu pflegende und naturnahe Erholungsanlage revitalisiert worden. Die alten und dendrologisch wertvollen Gehölze blieben erhalten. Zusätzlich wurden neue Sichtbeziehungen im Park zur Werse geschaffen. Ein weiteres Viertel der Fläche wird im Überschwemmungsgebiet der Werse als Feuchtbiotop mit Nasswiesen, Röhrichten und Feuchtgehölzen entwickelt. Etwa die Hälfte der gesamten Fläche wird weiter als Wald mit älterem Baumbestand aus Rotbuchen und Eichen bewirtschaftet. Unpassend ist der neu asphaltierte Hauptweg durch den Park. Der historische Landschaftspark könnte noch besser nach gartendenkmalpflegerischen Gründsätzen restauriert werden.

Literaturangaben

  • o.A. (2003): Landschaftspark Boniburg. Handorfer Rundblick, Nr. 71, August 2003, Münster.
  • Borchert, Klaus (2002): Das stolze Schloss an der Werse. Handorfer Rundblick, Nr. 70, Dezember 2002, Münster.
  • Focken, Jan (2004): Natur wird in ihre Schranken gewiesen. Westfälische Nachrichten Münster, 16.01.2004, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00207
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Park
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Archivauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • mündliche Hinweise Ortsansässiger, Ortskundiger
Touristische Bedeutung: gering - ist einen Besuch vor Ort wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1870
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037372


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2003: Park an der Boniburg
2003: Boniburger Buche
2003: Park an der Boniburg
2003: Telgte
1897: Telgte