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Haus Dyckburg, Münster
 

1722 erwarb der münsterische Domprobst Friedrich Christian Graf von Plettenberg-Marhülsen vor den Toren der Stadt eine schon im 16. Jahrhundert Dyckburg genannte Wasserburganlage und beauftragte den westfälischen Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun mit dem Neubau eines repräsentativen Landsitzes.

Externe ID: T-P363N504-20080226-0001
Erfassungsdatum: 26.02.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1974: Haus Dyckburg

Zugehöriges Objekt

Gartenanlage am Haus Dyckburg, Münster (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Katholische Kirchengemeinde, Privat; die Anlage ist teilöffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; etwa 4 ­km nordöstlich der Altstadt von Münster zwischen den Ortsteilen Mariendorf und Sudmühle; Größe etwa 3 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
1722 erwarb der münsterische Domprobst Friedrich Christian Graf von Plettenberg zu Marhülsen vor den Toren der Stadt eine schon im 16. Jahrhundert Dyckburg genannte Wasserburganlage und beauftragte den westfälischen Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun mit dem Neubau eines repräsentativen Landsitzes. Nach den Plänen Schlauns wurden zwei große Wirtschaftsgebäude und eine der "Casa Sankta" (Heiliges Haus) im italienischen Wallfahrtsort Loreto nachempfundene Kapelle errichtet. Ein geplantes Herrenhaus kam nicht zur Ausführung. 1884 erwarb Bonifatius Reichsgraf von Hatzfeld-Trachenberg die gesamte Anlage. Zusammen mit seiner Ehefrau wurde er später in der Dyckburgkirche in einer eigenen Grabkapelle bestattet.

Gebäude und Austattung
Der Zugang zum Haus Dyckburg erfolgt durch eine konkav geschwungene, barocke Toranlage. Die Toranlage nimmt die symmetrische Anordnung der beiden 1735 bis 1740 errichteten Ökonomiebauten im Norden und Süden der Anlage auf. Anstelle des nicht ausgeführten Herrenhauses im Osten, die beiden Ökonomiebauten sollten als Flügelbauten einen Ehrenhof bilden, bezog der Domprobst im nördlichen Gebäude seine Wohnung. Seitlich vom Ehrenhof errichtete man von 1740 bis 1741 die Loreto-Kapelle. 1894 wurde die kleine Kapelle vom Baumeister Rincklake um einen Kuppelbau, den Altarraum und einen Turm erweitert. 1914 kamen die Grabkapelle des Ehepaares Bonifatius Reichsgraf von Hatzfeld-Trachenberg und seiner Gattin Olga von Manonckbe hinzu. Im gleichen Jahr wurde auch das Pfarrhaus im Westen der Kirche nach Plänen des Architekten Weinmann errichtet. Die zur Erbauungszeit bei der Bevölkerung beliebte Wallfahrtskapelle wird heute mit den Erweiterungen als katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt genutzt.

Art der Grünanlage
Historische und moderne Gartenanlage

Beschreibung
Die barocken Gartenanlagen der Schlaunschen Planung waren hauptsächlich auf das Herrenhaus ausgerichtet und wurden vermutlich wie dieses nicht ausgeführt. Auf einem im späten 19. Jahrhundert entstandenen Gemälde ist allein die Umpflanzung der Gärten hinter den beiden Ökonomiebauten mit einer Hecke und im Garten des nördlichen Hauses ein mächtiger Nadelbaum auszumachen. Er wurde wahrscheinlich schon zur Entstehungszeit der Anlage im 18. Jahrhundert gepflanzt. Markante Gartenelemente der Entstehungszeit waren vier regelmäßig geschnittene Linden vor dem Portal der barocken Kapelle. Die Bäume sind heute nicht mehr vorhanden. Erst im 20. Jahrhundert wurden drei geschnittene Linden gepflanzt, die im Hof vor dem nördlichen Ökonomiegebäude stehen. Bis heute wird die Fläche hinter dem südlichen Ökonomiegebäude traditionell als Nutzgarten bewirtschaftet. Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts ließ Bonifatius Reichsgraf von Hatzfeld-Trachenberg einen großen Teil der Gräfte zuschütten. Übrig blieb lediglich ein kleiner Grabenabschnitt im südöstlichen Bereich der Anlage. Um diese Zeit wurde wahrscheinlich auch die Kastanienallee gepflanzt, durch die ein neu geschaffener Weg und eine weitere Allee direkt zur Boniburg, dem Wohnsitz des Reichsgrafen führte. Im Osten des Pfarrhauses, unmittelbar an der Zufahrt zu Haus Dyckburg, findet sich ein interessanter "Sinnesgarten". In dem vor einigen Jahren gestalteten Garten wurde ein etwa hundert Meter langer Kreuzweg mit 14 Stationen eingebunden. Der schmale Pfad entlang der Kreuzwegstationen besteht aus verschiedenen Materialien. In der Mitte des Kreuzweges ist eine Feuerstelle, in der das Feuer nur während der Liturgie der Osternacht brennt. Vier Beete bilden den Innenraum des Kreuzweges. Sie sind den vier Elementen nachempfunden. Das "Feuerbeet" ist mit roten Blumen und Bäumen bepflanzt, das "Wasserbeet" hat einen kleinen Brunnen, im "Windbeet" sind mehrere Windräder aufgestellt und im "Erdbeet" sind verschiedene Früchte der Erde versammelt. Die Gartengestaltung wird durch eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Zier- und Nutzpflanzen sowie einer Gewürzspirale ergänzt.

Quellenangaben

  • Borgert, Nicole (1999): Haus Dyckburg. Gesamthochschule/Universität Essen, Fachbereich Grünplanung/Stadtökologie (Diplomarbeit), Essen.

Literaturangaben

  • Matzner, Florian / Schulze, Ulrich (1995): Johann Conrad Schlaun 1695-1773. Das Gesamtwerk. Stuttgart, Seite 246-253.
  • Schopf, Regine von (1988): Barockgärten in Westfalen. Worms.
Externe ID: LWL-GUP00203
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1722 - 1750
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037344


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2003: Haus Dyckburg
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