Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Clemenskirche, Münster
 

1732 richtete der Kölner Kurfürst und Fürstbischof von Münster Clemens August eine Stiftung zur Gründung eines Hospitals ein. Nach Plänen Johann Conrad Schlauns wurde zwischen 1744 und 1753 die Clemenskirche mit den als Hospital genutzten Konventsbauten, einer Niederlassung der Barmherzigen Brüder, errichtet. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1811 wurde die Anlage anschließend als städtisches Clemenshospital weiter genutzt. Nach erheblichen Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde nur noch die Clemenskirche mit hohem Aufwand zwischen 1956 bis 1974 wiederhergestellt. Anstelle der stadtbildprägenden Anbauten des Hospitals mit der dazugehörigen Gartenanlage hat man die freien Flächen zu einem großzügigen Parkplatz umfunktioniert.

Inzwischen wurde im Rahmen des Projekts „Cityprojekt Stubengasse Münster“ der ehemalige Großparkplatz in ein innerstädtisches, attraktives Handels- und Hotelzentrum verwandelt. Verschiedene Nutzungen, wie Einzelhandel, Gastronomie und ein Hotel lassen zusammen eine moderne und lebendige Atmosphäre entstehen und der neu entstandene Stadtplatz weist trotz minimalistischer Gestaltung eine hohe Aufenthaltsqualität auf. Gebäude und Raumgestaltung fügen sich durchaus homogen in den vorhanden Bestand ein.

Externe ID: T-P363N504-20080225-0002
Erfassungsdatum: 25.02.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen


Zugehöriges Objekt

Garten an der Clemenskirche, Münster (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Münster; die Anlage ist öffentlich zugänglich

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; im östlichen Bereich der Altstadt; etwa 0,5 ha.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
1732 richtete der Kölner Kurfürst und Fürstbischof von Münster Clemens August eine Stiftung zur Gründung eines Hospitals ein. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahre 1811 wurde die Anlage anschließend als städtisches Clemenshospital weiter genutzt.

Gebäude und Ausstattung
Nach Plänen Johann Conrad Schlauns wurde die Clemenskirche mit den als Hospital genutzten Konventbauten, einer Niederlassung der Barmherzigen Brüder, 1744 bis 1753 errichtet. Als bedeutende Bauaufgabe hatte die Clemenskirche die römischen Kirchen des Hochbarocks der berühmten Baumeister Bernini und Borromini zum Vorbild. Der Bau ist Papst Clemens I. gewidmet. Das architektonische und ikonografische Programm diente der Verherrlichung des Fürstbischofs Clemens August von Bayern. Der barocke Zentralbau stand ursprünglich nicht allein, sondern war mit großer gestalterischer Kunstfertigkeit als Bindeglied zwischen die Flügelbauten des Hospitals gesetzt. An der Kreuzung zweier Straßen und mehrerer schmaler Gassen wurde die Kirche somit zum städtebaulichen Bezugs- und Mittelpunkt eines kleinen Platzes. Schlaun plante das Hospital zusammen mit der Kirche als unregelmäßige, nach außen abgeschlossene Vierflügelanlage. Auf dem Innenhof war ein geometrischer Garten mit drei Gartenparterres vorgesehen.

Art der Grünanlage
Garten

Beschreibung
Ob ein symmetrischer Barockgarten auf der von sechs Seiten begrenzten Hoffläche zur Ausführung kam, ist nicht bekannt. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts sind mehrere Um- und Erweiterungsbauten des Hospital belegt, die den weiteren Bestand des Gartens fraglich erscheinen lassen. Eine Abbildung aus dem frühen 20. Jahrhundert zeigt den nach Süden geöffneten Hof mit mehreren eingefassten Rasenflächen und einzelnen, freistehenden Bäumen.

Nach erheblichen Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde nur noch die Clemenskirche mit hohem Aufwand zwischen 1956 bis 1974 wiederhergestellt. Anstelle der stadtbildprägenden Anbauten des Hospitals mit der dazugehörigen Gartenanlage hat man die freien Flächen zu einem großzügigen Parkplatz umfunktioniert. Mit dem Neubau eines großen Warenhauses im Jahre 1986 gab es erste Überlegungen, die einstige Fläche des von Schlaun geplanten Barockgartens unmittelbar an der Kirche neu zu gestalten.

In freier Interpretation der traditionellen, barocken Gestaltungsprinzipien entstand so eine symmetrische Gartenanlage mit hohen Aufenthaltsqualitäten. Eine hohe Eibenhecke begrenzt den Garten und deutet die fehlenden Flügelbauten des ehemaligen Clemenshospitals an. Mit niedrigen Buchsbaumhecken eingefasste Rasenflächen und Beete mit jahreszeitlicher Wechselbepflanzung verweisen durch ihre Konkavschwüngen genauso wie geometrisch geschnittene und achsial gepflanzte Eiben auf die barocke Gestaltungsidee. Die Ausstattung des Gartens mit einem acht Meter hohen Obelisken aus Edelstahl und einem Kugelbrunnen als Pendant akzentuiert die repräsentative Gestaltung an diesem bedeutsamen Ort inmitten einer betriebsamen Umgebung.

Literaturangaben

  • Der Oberstadtdirektor der Stadt Münster - Stadtplanungsamt in Verbindung mit dem Presseamt (Hrsg.) (1986): Umgestaltung des städtebaulichen Bereichs zwischen Klemensstrasse und Servatiikirchplatz. Ergebnisse des Architektenwettbewerbs 1986. Dokumentation. Münster.
  • Matzner, Florian / Schulze, Ulrich (1997): Barock in Westfalen - Ein Reiseführer. Kulturlandschaft Westfalen, Band 3, Münster, 2. unveränderte Auflage.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, Seite 31 und Seite 37-38.
  • Matzner, Florian / Schulze, Ulrich (1995): Johann Conrad Schlaun 1695-1773. Das Gesamtwerk. Stuttgart.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems [ein Projekt im Rahmen der Regionale 2004 links und rechts der Ems]. Münster-Hiltrup, Seite 94-95.
Externe ID: LWL-GUP00230
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: naturfern (stark verändert/beeinflusst)
Historischer Zeitraum: ab 1986
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037330


In Karte anzeigen

2002: Garten an der Clemenskirche
2002: Garten an der Clemenskirche
2002: Garten an der Clemenskirche
2003: Münster
1897: Münster