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Aasee, Münster
 

Zwischen 1926 und 1934 wurde im Südwesten der Kernstadt von Münster durch den Stau der Aa der See geschaffen. Den Aushub der Bodenmassen besorgten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und der Reichsarbeitsdienst. Zur Zeit des Nationalsozialismus sollte der See der Mittelpunkt der westfälischen "Gauhauptstadt" werden. Mit Ausnahme des Baues eines Gauhauses, der heutigen Mensa an der Bismarck-Allee, wurden die Planungen nicht realisiert. Zwischen 1972 und 1976 wurde der Aasee ab der Torminbrücke nach Westen erweitert.

Externe ID: T-P363N504-20080218-0002
Erfassungsdatum: 18.02.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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Zugehöriges Objekt

Grünanlagen am Aasee, Münster (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Münster; die Anlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; südwestlich der Altstadt von Münster; etwa 60 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
In der stark befestigten Stadt blieb der Lauf der Aa vom 13. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts nahezu unverändert. Das Flüsschen füllte die Wassergräben der mächtigen Stadtbefestigung, trieb Mühlen an und wurde zugleich zur Entsorgung des Abfalls und der Fäkalien genutzt. Im 17. Jahrhundert staute der streitbare Fürstbischof Bernhard von Galen bei der Belagerung der Stadt das Flusswasser auf, um so die umzingelten Stadtbewohner zur Kapitulation zu zwingen, was auch gelang. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erörterte Zoodirektor Professor Landois die Vorteile eines Sees vor den Toren der Stadt. Als Vorbild verwies er auf die Anlage der Binnen- und Außenalster in Hamburg. Ein künftiger See erhöhte nicht nur die Attraktivität des benachbarten Zoos, sondern sollte auch durch dosierte Wassergaben die angesammelte Kloake in der Altstadt beseitigen. Bis ins 20. Jahrhundert hinein kam es in der Stadt immer wieder zu katastrophalen Überschwemmungen, die erst durch die Kanalisierung des Flüsschens und die Anlage des Aasees behoben werden konnten.

Zwischen 1926 und 1934 wurde im Südwesten der Stadt durch den Stau der Aa der See geschaffen. Den Aushub der Bodenmassen besorgten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und der Reichsarbeitsdienst. Zur Zeit des Nationalsozialismus sollte der See der Mittelpunkt der westfälischen "Gauhauptstadt" werden. Glücklicherweise wurden die Planungen mit Ausnahme des Baues eines Gauhauses, der heutigen Mensa an der Bismarck-Allee, nicht realisiert. Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges war auf dem Vorplatz des Aasees ein großer Dahliengarten mit 40.000 Pflanzen angelegt.

Zwischen 1972 und 1976 wurde der Aasee hinter der Torminbrücke nach Westen erweitert.

Gebäude und Ausstattung
Der See wird hier mit einem Bootsverleih und einem Segelhafen stärker freizeitorientiert genutzt. Von der Bootsanlegestelle am Rande der Altstadt sind mit dem Wasserbus das Freilichtmuseum "Mühlenhof", der weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Allwetterzoo und das Museum für Naturkunde mit angegliedertem Planetarium erreichbar. Ebenso wie zahlreiche Gaststätten mit Blick auf den See, ist ein Pavillon am Westufer mit seinem langen in den See hinreichenden Steg zu jeder Jahreszeit ein attraktives Ausflugsziel. Zum Wahrzeichen der Universitätsstadt ist inzwischen der Aaseevorplatz mit drei überdimensionalen Billardkugeln des amerikanischen Künstlers Claes Oldenburg geworden. Die drei Betonkugeln mit einem Durchmesser von jeweils 3,50 m wurden beim 1. Skulpturenprojekt Münster 1977 auf den nördlichen Aaseeterrassen aufgestellt. Bemerkenswert ist auch die nah an der Weseler Straße aufgestellte Statue des Brückenheiligen St. Nepomuk, die vom barocken Hofbildhauer Johann Christoph Manskirch geschaffen wurde. Einst war hier eine Brücke, die den breiten Befestigungsgraben am Aegiiditor zur Rheinischen Straße in Richtung Wesel überquerte.

Art der Grünanlage
Freizeit- und Erholungsanlage

Beschreibung
Die heutige Gesamtgröße des Sees beträgt bei einer maximalen Wassertiefe von 2 m mehr als 40 ha. Besonders der westliche Seebereich ist durch seine naturnahe Gestaltung und großzügigen Überschwemmungsgebiete mit Flachwasserzonen und Feuchtbereichen eine wichtige ökologische Bereicherung im Naturhaushalt der Stadt. Die Fläche der ausgedehnten Grünanlagen des Aasees beträgt über 60 Hektar. Mit 15 Kilometer Wegen und weit über 160 Sitzbänken bieten die Grünanlagen vielfältige Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. In unmittelbarer Nähe zur Stadt sind die Anlagen durch weite, modellierte Rasenflächen und großzügige Strauch- und Baumgruppen gärtnerisch intensiver gestaltet. Im Winter wird der zugefrorene See zu einer beliebten Eislauffläche.

Literaturangaben

  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems [ein Projekt im Rahmen der Regionale 2004 links und rechts der Ems]. Münster-Hiltrup, Seite 92.
  • Haunfelder, Bernd / Olliges, Ute / Lechtape, Andreas (1994): Die Promenade in Münster. Vom Festungsring zum Grüngürtel. Bilder aus drei Jahrhunderten. Münster.
  • Stadt Münster - Amt für Grünflächen und Naturschutz (Hrsg.) (2002): 100 Jahre Amtsgeschichte. Münster.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, Seite 31, 32 - 33.
  • Klössel, Barbara (1986): Moderne Kunst in Münster. Münster.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe - Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (Hrsg.) (1987): Rundgang Skulptur Projekte in Münster 1987. Münster.
  • Richard-Wiegand, Ursula (1991): Von der Provinzial- zur Gauhauptstadt. Das Siedlungswachstum der Stadt Münster vom 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg. Münster.
Externe ID: LWL-GUP00235
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Bürgerpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1926 - 1934
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037288


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