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Alter Zoologischer Garten, Münster
 

1875 wurde der von Professor Hermann Landois gegründete Zoologische Garten eröffnet. Nach fast 100 Jahren seines Bestehens wurde der Zoo 1973 geschlossen und vom neu erbauten Allwetterzoo abgelöst. Der nördliche Bereich des alten Zoos in Münster wurde 1973 mit dem vorhandenen Baumbestand, den Teichen und einem markanten Tiergehege zu einer städtischen Grünanlage umgestaltet. Auf dem größeren, südlichen Bereich des alten Zoos wurde das Verwaltungsgebäude der Westdeutschen Landesbank errichtet.

Externe ID: T-P363N504-20080213-0001
Erfassungsdatum: 13.02.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2002: Alter Zoologischer Garten

Zugehöriges Objekt

Alter Zoologischer Garten, Münster (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit
Stadt Münster; die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe
Westfälisches Tiefland - Kernmünsterland; am südwestlichen Rand der Altstadt; etwa 2 ha.

Allgemeine Angaben zur Geschichte
1875 wurde der von Professor Hermann Landois gegründete Zoologische Garten eröffnet. Der Haupteingang des Zoos lag unmittelbar an der Promenade. Neben der eigentlichen Attraktion des Zoologischen Gartens, den exotischen Tieren, konnten sich die Besucher auch auf einem großen Jugend- und Volksspielplatz vergnügen. Eine große Sensation waren damals die im Zoologischen Garten veranstalteten "Völkerschauen", bei denen die Zoobesucher neben den exotischen Tieren auch Menschen fremder Volksgruppen und Kulturen bestaunen konnten. So wurden beispielsweise typische Volksgruppen aus Asien, Afrika oder Indianer aus Nord- oder Südamerika in landesüblicher Kleidung ausgestellt. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts hatten nur wenige Menschen die Möglichkeit, fremde Länder und Kulturen durch Reisen, Bücher oder Zeitschriften kennenzulernen.

Nach fast 100 Jahren seines Bestehens wurde der Zoo 1973 geschlossen und vom neu erbauten Allwetterzoo abgelöst.

Gebäude und Ausstattung
1891 liess sich Zoodirektor Landois im Norden der Anlage am Fusse eines kleinen Hügels das malerische Wohnhaus "Tuckesburg" erbauen. Noch zu Lebzeiten ließ sich Landois zum 25jährigen Jubiläum des Zoologischen Gartens sein eigenes Denkmal errichten. Das originelle Denkmal ist heute nicht weit vom Haupteingang des Allwetterzoos aufgestellt. Nahe der "Tuckesburg" hat sich noch der alte Torbogen des Nebeneingangs erhalten. Durch diesen Eingang gelangten früher die Zoobesucher zum Löwenhaus. Für Kahnfahrten wurde östlich der "Tuckesburg" der breite Kastellgraben genutzt. Den Abschluß des Kastellgrabens bildete der historische "Wasserbär", eine Stauvorrichtung der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Die Zootiere waren in architektonisch raffiniert gestalteten Häusern und Gehegen untergebracht. Der erhaltene Eulenturm kann noch eine ungefähre Vorstellung davon vermitteln. Ursprünglich hatte er statt des Schilfdaches ein weiteres Geschoß, das durch Rundbogenfenster und einem Zinnenkranz bei den Besuchern den Eindruck eines mittelalterlichen Burgturmes hervorrief. Zum Zoo gehörte auch noch ein Museum für Naturkunde. Das Gebäude beherbergt heute die städtische Musikschule. In der gepflegten und stillen Grünanlage wurde 1987 anläßlich des 2. Skulpturen-Projektes in Münster die Metallplastik "Red Dog for Landois" vom Künstler Keith Haring aufgestellt. Der rote Hund ist dem Zoogründer Landois gewidmet und bellt in die Richtung der Westdeutschen Landesbank. Das Kunstwerk ist vor einigen Jahren verkauft worden. Auf dem Gelände der Westdeutschen Landesbank hat der italienische Künstler Mario Merz die Installation "Optische Ebene" in die künstliche Felsformation der alten Adlervoliere eingefügt. Anstelle der alten Zoogehege und Tierhäuser ist auf dem Außengelände der Bank ein kleiner Skulpturenpark mit abstrakten Kunstwerken der 60er bis 80er Jahre des 20. Jahrhunderts entstanden.

Auf den Freiflächen an der Himmelreichallee beeindruckt die "Wasser-Plastik" des "ZERO" Künstlers Heinz Mack. Das über zahlreiche Lamellen der mehr als 14 m hohen Stahlsäule durch feine Düsen verteilte und hinabstürzende Wasser bewirkt ungewöhnliche optische Effekte. Sie verschaffen der schweren Stahlsäule gleichsam eine gewisse Leichtigkeit und Transparenz. Die Intention des Künstlers war, Natur und Technik durch Kunst miteinander in Einklang zu bringen.

Die vielleicht unauffälligsten Kunstwerke sind die drei Skulpturen "Tanzende Entlüftungsrohre" des Bochumer Künstlers Friedrich Gräsel. Die "Funktionsskulpturen" bestehen aus Edelstahlröhren, die jeweils zu viert in vier Reihen unterschiedlicher Höhe angeordnet sind. Neben der ästhetischen Reihung funktionieren sie gleichzeitig als Entlüftung der Klimaanlage des Verwaltungsgebäudes.

Am Uferweg der Aa steht auf einer Wiese die Bronzeskulptur "Wirbel" des weltbekannten britischen Bildhauers Henry Moore. Die dreiteilige Plastik hat die überdimensionale Abstraktion von in der Natur vorgefundenen Formen zum Thema.

Nicht weit davon entfernt hat man die Bronzeskulptur "Die Taten des Herkules" vom Sendenhorster Künstler Bernhard Kleinhans aufgestellt. Herkules besiegte als sagenhafter Held der griechischen Mythologie im Kampf zahlreiche Tiere. Die Darstellung der unterschiedlichen Tierarten erinnern zugleich an den ehemaligen Zoologischen Garten.

Art der Grünanlage
(Zoologischer) Park

Beschreibung
Der nördliche Bereich des alten Zoos wurde 1973 mit dem vorhandenen Baumbestand, den Teichen und einem markanten Tiergehege zur städtischen Grünanlage umgestaltet. Auf dem größeren, südlichen Bereich des alten Zoos wurde das mächtige Verwaltungsgebäude der Westdeutschen Landesbank errichtet.

Literaturangaben

  • Haunfelder, Bernd / Olliges, Ute / Lechtape, Andreas (1994): Die Promenade in Münster. Vom Festungsring zum Grüngürtel. Bilder aus drei Jahrhunderten. Münster.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe - Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte (Hrsg.) (1987): Rundgang Skulptur Projekte in Münster 1987. Münster.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) / Bufe, Thomas / Kalle, Hartmut (Texte) et al. (2004): Parks und Gärten links und rechts der Ems (regionaler Reiseführer). Münster-Hiltrup, 31 und 35-36.
  • Klössel, Barbara (1986): Moderne Kunst in Münster. Münster.
Externe ID: LWL-GUP00234
Erfassungsdatum: 01.01.2002
Kategorie: Bürgerpark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Fotos
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1875
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10037204


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2002: Münster, Alter Zoo
2002: Wirbel
2002: Die Taten des Herkules
1992: Alter Zoologischer Garten
2003: Münster, Alter Zoo
1897: Münster, Alter Zoo