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Zwillbrocker Venn, Vreden
 

Das Zwillbrocker Venn ist ein Naturschutzgebiet westlich von Vreden, unmittelbar an der Grenze zu den Niederlanden, mit Wald-, Moor-, Feuchtwiesen- und bruchstückhaft sogar Heideflächen.

Externe ID: T-P363N403-20100519-0016
Erfassungsdatum: 19.05.2010
Kategorie: Offene Landschaft
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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Naturschutzgebiet "Zwillbrocker Venn"

Zugehörige Objekte

Klosteranlage Zwillbrock mit Kirche und Prozessionsweg (Kulturlandschaft)

 

Die westlich von Vreden, direkt am Grenzübergang zu den Niederlanden liegende katholische Kirche St. Franziskus geht ursprünglich auf eine 1651 gegründete Missionsstation zurück. Die in Groenlo (Niederlanden) unterdrückten Katholiken sollten von hier aus betreut werden. Mit Unterstützung des Bischofs von Münster, Christoph Bernhard von Galen, und der Vredener Äbtissin, Maria Sophia von Salm-Reifferscheid, die Grund und Boden zur Verfügung stellte, baute man Mitte des 17. Jahrhunderts zunächst nur eine kleine Kapelle. Aufgrund der immer größer werdenden Zahl der Gläubigen, nicht zuletzt aus den Niederlanden, wurde die Niederlassung 167­0 zu einem Konvent erhoben und 1713 begann man mit dem Bau einer Klosteranlage. Spenden der niederländischen Katholiken und die großzügige Unterstützung des Fürstbischofs Franz Arnold von Wolff-Metternich zur Gracht ermöglichten dieses. Das Kloster trug in Erinnerung an die Mitternachtsmette zu Weihnachten 1651 den Namen "Closter Bethlehem an't Schwillbrock". Ein aus weißen Steinen ins Pflaster vor der Kirchentür eingelassener Stern erinnert noch heute an diesen Namen und jenes denkwürdige Ereignis. 1811 wurde das Kloster bereits wieder aufgelöst und die Gebäude 1822 abgerissen.

Mit dem Bau der Barockkirche begann man 1717 . Sie wurde aus Ziegelsteinen mit Gliederungselementen aus Baumberger Sandstein errichtet und war bereits zwei Jahre nach der Grundsteinlegung 1719 fertiggestellt. Bei aller Schlichtheit der Architektur der Kirche von außen, umso prachtvoller ist die Innenausstattung. Leider sind die Schöpfer der Altäre, der Kanzel, des Chorgestühles und der prächtigen Kommunionbank bisher unbekannt, Eine besondere Rarität ist auch die große Barockorgel mit dem teils ebenfalls noch historischen Pfeifenwerk. Größere Veränderungen im 19. Jahrhundert, der Zeitgeschmack war ein etwas anderer, konnten dem Inventar zum Glück nichts anhaben. Im 20. Jahrhundert besann man sich wieder auf den ursprünglichen Charakter und in den Jahren 1958 bis 1961 wurden gründliche denkmalpflegerische Restaurierungen an der Kirche vorgenommen. Nicht zuletzt deshalb gilt die Barockausstattung der Zwillbrocker Kirche bis heute als die einheitlichste sowie die am vollständigsten erhaltene im ganzen Münsterland.

Wie seit 300 Jahren kommen auch heute noch niederländische Katholiken aus den Pfarreien Eibergen, Groenlo und anderen Orten zu den Gottesdiensten nach Zwillbrock und die regelmäßig stattfindenden Orgelkonzerte begeistern die Zuhörerschaft.

Mit dem Bau des Klosters Anfang des 18. Jahrhunderts wurde auch der Prozessionsweg angelegt, der heute noch um die Barockkirche führt.

 

Literaturangaben

  • Dehio, Georg (1969): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Teil Westfalen. Darmstadt, Neuaufl.
  • Ninfa, Ursula (1999): Bau- und Kunstwerke im Westmünsterland Kreis Borken. In: Schriftenreihe des Kreises Borken, Band 15, Borken.
Externe ID: LWL-GUP00556
Erfassungsdatum: 26.05.2010
Kategorie: Wallfahrtskirche
Erfassungsmaßstab: i.d.R. 1 : 5.000 (größer als 1 :20.000)
Erfassungsmethode:
  • Archivauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1651
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10035287

Zwillbrocker Venn, Vreden (Kulturlandschaft)

 

Das Gebiet umfasst die Naturschutzgebiete "Zwillbrocker Venn" und "Ellewicker Feld" mit angrenzenden Feuchtgrünlandbereichen. Im Westen und Süden grenzt die Fläche unmittelbar an die Niederlande. Das "Zwillbrocker Venn" ist ein ehemaliges Hochmoor, das durch Torfbrand, Entwässerung und jahrzehntelangem Torfabstich weitgehend beseitigt wurde. 1938 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt und im Zuge der Wiedervernässung und anderer Regenerierungsmaßnahmen konnte in Teilbereichen die Moorentwicklung wieder in Gang gesetzt werden. Das Naturschutzgebiet besteht heute aus drei Landschaftsbereichen:

- dem regenerierten Hochmoor,

- Heideflächen auf ehemaligen Waldstandorten, die durch die Rodung, Schafbeweidung und Plaggenwirtschaft entstanden sind und

- dem Flachwassersee, der aus den zahlreichen mit Wasser gefüllten Torfkuhlen entstanden ist. Dieses Gewässer ist Brutstätte für die größte Lachmöwenkolonie Mitteleuropas. Seit einigen Jahren ist hier auch eine Flamingokolonie auf einer der Inseln im See beheimatet.

Das Naturschutzgebiet "Ellewicker Feld" mit seinem Feuchtgrünland ist charakteristisch für die Kulturlandschaft in dieser Region. Durch die geologischen Verhältnisse (stände Tonschicht als Untergrund) steht das Grundwasser in diesem Gebiet meistens hoch an, sodass die Böden ohne größere Eingriffe nur als Grünlandflächen genutzt werden können. Die Unterschutzstellung in diesem Bereich bewirkt, dass diese Flächen durch vorgegebene ­bzw. eingeschränkte Nutzung ihren Charakter beibehalten. Im Nordwesten, an die Ortschaft Zwillbrock grenzend, befinden sich einige kulturhistorisch bedeutsame Denkmäler. Hier befindet sich das ehemalige Kloster mit der 1748 geweihten Barockkirche. Die Ausstattung dieses Gotteshauses gilt als die besterhaltene im ganzen Münsterland und ist weithin bekannt. Die Barockkirche ist von einem Prozessionsweg umgeben, der Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem Bau des Klosters angelegt wurde. Der Weg wird von einem Altholzbestand aus Eichen, Silberweiden, Erlen und Schwarzpappeln begleitet. Von der Kirche aus in westliche Richtung, über die niederländische Grenze hinaus, führt der "Kloppendiek". Dieses Kulturdenkmal ist eine Allee aus alten hohlen Kopfeichen und diente wohl den holländischen Katholiken als Kirchweg.

Literaturangaben

  • Burrichter, Ernst (o.J.): Das Zwillbrocker Venn, Westmünsterland, in moor- und vegetationskundlicher Sicht. In: Abhandlungen Aus dem Landesmuseum für Naturkunde 31, Heft 1, Münster.
  • LWL-Amt für Landschafts- und Baukultur in Westfalen (früher: LWL-Amt für Landespflege) (Hrsg.) (1979): Landschaftsplan "Zwillbrocker Sandebene - Berkelniederung" - Erläuterungsbericht -. Münster.
  • Burrichter, Ernst (o.J.): Das Zwillbrocker Venn, Westmünsterland, in moor- und vegetationskundlicher Sicht. In: Abhandlungen Aus dem Landesmuseum für Naturkunde 31, Heft 1, Münster.
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL), Westfälisches Amt für Landschafts- und Baukultur des LWL (Hrsg.) (2001): Kulturlandschaftsschutz / Naturerleben im Kreis Borken im Rahmen des Fachbeitrages des Naturschutzes und der Landschaftspflege gemäß § 15a LG NW. Münster.
Externe ID: A-P363N403-20100519-0016
Erfassungsdatum: 01.05.2000
Kategorie: Moor
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: hoch - ist einen Umweg wert
Naturnähe: naturnah (kaum verändert/beeinflusst)
Historischer Zeitraum: ab 1930
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10035271


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2004: Zwillbrocker Venn
2005: Zwillbrocker Venn
2005: Zwillbrocker Venn
Zwillbrocker Venn