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Schloss Varenholz, Kalletal
 

Die in strategisch günstiger und ursprünglich direkt an der Weser gelegene Anlage wurde 1188 erstmals als Besitz der lippischen Burgmannen von Vornholte genannt. 1323 wurde die Burg von dem Edelherrn Simon I. zur Lippe erworben und zu einer wehrhaften Grenzfestung ausgebaut. In der nachfolgenden Zeit hatten in Varenholz verschiedene Adelsgeschlechter der lippischen Burgmannen ihren Sitz, bis 1561 die Anlage durch die Grafen von Lippe aus dem Pfandbesitz der Familie von Wendt zurückgekauft wurde. Im letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts ließ Graf Simon VI. zur Lippe die mittelalterliche Burganlage zu einem prachtvollen Weserrenaissanceschloss ausbauen.

Externe ID: T-P363N403-20080801-0001
Erfassungsdatum: 01.08.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2000: Schlossgarten Varenholz

Zugehöriges Objekt

Schlossgarten Varenholz, Kalletal (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Landesverband Lippe, Schloßstr. 18, 32657 Lemgo; die Außenanlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland; auf einer steil abfallenden Terrasse am Rande der Weserniederung; Größe etwa 0,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die in strategisch günstiger und ursprünglich direkt an der Weser gelegene Anlage wurde 1188 erstmals als Besitz der lippischen Burgmannen von Vornholte genannt. 1323 wurde die Burg von dem Edelherrn Simon I. zur Lippe erworben und zu einer wehrhaften Grenzfestung ausgebaut. In der nachfolgenden Zeit hatten in Varenholz verschiedene Adelsgeschlechter der lippischen Burgmannen ihren Sitz, bis 1561 die Anlage durch die Grafen von Lippe aus dem Pfandbesitz der Familie von Wendt zurückgekauft wurde. Im letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts ließ Graf Simon VI. zur Lippe die mittelalterliche Burganlage zu einem prachtvollen Weserrenaissanceschloss ausbauen. Das stattliche Schloss diente wiederholt als Witwensitz der lippischen Herrscher. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wohnten die Mitglieder des lippischen Herrscherhauses nur noch bei Besuchen im Schloss. Im 19. Jahrhundert wurde die Anlage hauptsächlich vom Pächter der Domäne genutzt. 1934 zog die Obergau-Führerinnenschule des nationalsozialistischen Bund Deutscher Mädchen in das Schloss ein.

Von 1945 bis 1951 hatte das berühmte Medienimperium "UFA" ihren Sitz im Schloss. Heute befindet sich im Schloss eine private Realschule mit angeschlossenem Internat.

Gebäude und Ausstattung:
Das Schloss wurde zwischen 1591 und 1600 erheblich ausgebaut und erhielt dabei seine heutige Gestalt mit vier Gebäudeflügeln, die sich um einen fast quadratischen Innenhof gruppieren. Älteste Bauteile sind ein mittelalterlicher Wohnturm im Nordwestflügel und der südöstliche Torflügel von 1542 bis 1543. Die breitgelagerte dreigeschossige Außenfront des Nordostflügels zeigt zur Weserniederung und ist zwischen zwei bastionsartig zugespitzte und gestufte Ecktürme eingespannt. Die wehrhafte Außenfront des Flügels wird durch Zwerchhäuser und Schaugiebel mit Schmuckformen der Weserrenaissance belebt. Bemerkenswert ist der reich gegliederte Innenhof mit seinem reichen Zierwerk und dem typischen Rautenputz. Südlich vom Schloss liegt der ausgedehnte Wirtschaftshof mit massiven Scheunen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Art der Grünanlage:
Historische Gartenanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Der kleine, von einer Mauer umgrenzte Garten liegt zwischen dem Nordostflügel und dem Steilhang zur Weserniederung. Der Garten wurde vermutlich mit dem Ausbau des Schlosses zur Weserrenaissanceanlage angelegt. Auf dem zwischen 1663 und 1666 entstandenen Kupferstich wird die Gestaltung des Gartens durch regelmäßig, geometrisch verlaufende Linien angedeutet. Ein Plan aus dem Jahre 1776 zeigt die Disposition der gesamten Schlossanlage mit den dazugehörigen Gutsgebäuden und einer Vielzahl von Nutzgärten. Der Garten im Nordosten des Schlosses wurde vermutlich als barocker Lustgarten genutzt und war durch einen Mittelweg und Seitenwege in sechs Parterres gegliedert und mit einem runden Fontänenbecken ausgestattet. Wie der Garten im 19. Jahrhundert genutzt wurde ist bisher nicht bekannt. Zwei Ansichten von 1914 zeigen die Anlage hinter der Gartenmauer mit einem regelmäßigen Wegesystem und einer dichten Gehölzbepflanzung. In die gärtnerische Gestaltung waren auch die Außenseiten des Südwest- und des Nordwestflügels mit einbezogen. Wahrscheinlich wurde die Gartenanlage schon vor dem 2. Weltkrieg durch die UFA-Filmgesellschaft neu gestaltet, die das historische Ambiente für Filmaufnahmen nutzte.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der heutige Schlossgarten wird durch eine kulissenhafte Bepflanzung der Rasenfläche mit verschiedenen Laub- und Nadelgehölzen charakterisiert. Das Wegesystem ist nicht mehr erkennbar und ein Teil der Gehölze ist abgängig. Auffällig ist ein Belvedere vermutlich aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts direkt am Steilhang zur Weserniederung.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1910): Blatt 3819, Vlotho. Herausgegeben 1910, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Schmitt, Michael / Schuchert, Patrick (2007): Lippe. In: Westfalia Picta, Band 10, Münster.
  • Meier, Burkhard / Hesterbrink, Bernhard (1998): Lippische Residenzen. Schlösser und Burgen zwischen Teutoburger Wald und Weser. Lippischer Heimatbund (Hrsg.), Detmold.
  • Harms, Harry (1980): Gehölze in den Parkanlagen von Lippe - Schlossgarten Varenholz. In: Lippische Mitteilungen für Geschichte und Landeskunde 49/1980, Detmold, Seite 170 - 173.
  • Bauer, Willi / Krause, Hans-Ulrich (1994): Erinnerungen an fünf Jahre "Ufa" im Schloss Varenholz (1945-1951). In: Heimatland Lippe 1994, Detmold.
Externe ID: LWL-GUP00143
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlossgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1590 - 1663
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034877


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2000: Schloss Varenholz
1930: Schloss Varenholz
1914: Schloss Varenholz
1910: Kalletal