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Wewelsburg, Büren
 

Innerhalb einer frühgeschichtlichen Wallburg wurde 1123 erstmals ein Steinbau errichtet. Im frühen 17. Jahrhundert ließen die Paderborner Fürstbischöfe, unter Verwendung zweier mittelalterlichen Steinbauten, die Wewelsburg im Stil der Weserrenaissance neu erbauen.

Von 1933 bis 1945 war sie eine Kultstätte der SS und sollte als weltanschauliches Zentrum des NS-Regimes durch großräumige Umgestaltung und Bebauung der angrenzenden Landschaft und Siedlung weiter ausgebaut werden.

Die Burg wird heute als Jugendherberge und Kreisheimatmuseum genutzt. Im Wachgebäude der SS-Wachmannschaften auf dem Burgvorplatz wird die Geschichte der Anlage als Kult- und Terrorstätte des NS-Regimes dokumentiert.

Externe ID: T-P363N403-20080731-0005
Erfassungsdatum: 31.07.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Wewelsburg

Zugehöriges Objekt

Garten an der Wewelsburg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Kreis Paderborn, Aldegreverstraße 10, 33102 Paderborn. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Paderborner Hochfläche; auf einem nach Norden vorspringenden und steil abfallenden Bergrücken oberhalb der Alme; Größe etwa 0,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Innerhalb einer frühgeschichtlichen Wallburg ließ Graf Dietrich von Arnsberg 1123 erstmals einen Steinbau errichten, der bereits ein Jahr später zerstört wurde und anschließend neuaufgebaut wurde. Zum Beginn des 14. Jahrhunderts gelangte die Anlage aus dem Besitz der Grafen von Waldeck an die Paderborner Bischöfe, dann als Lehen an die Herren von Büren und die Herren von Brenken, bis die Burg ab 1589 wieder im bischöflichen Besitz war. Unter Verwendung zweier mittelalterlichen Steinbauten wurde die Burg für die Paderborner Fürstbischöfe im frühen 17. Jahrhundert neu erbaut. Von 1933 bis 1945 war die Wewelsburg eine Kultstätte der SS und sollte als weltanschauliches Zentrum des NS-Regimes durch großräumige Umgestaltung und Bebauung der angrenzenden Landschaft und Siedlung weiter ausgebaut werden. Die Burg wird heute als Jugendherberge und Kreisheimatmuseum genutzt. Im Wachgebäude der SS-Wachmannschaften auf dem Burgvorplatz wird die Geschichte der Anlage als Kult- und Terrorstätte des NS-Regimes dokumentiert.

Gebäude und Ausstattung:
Anstelle mehrerer mittelalterlichen Vorgängerbauten wurde die Burg zwischen 1604 bis 1607 vom Paderborner Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg zur großzügigen Schlossanlage mit einem seltenen dreieckigen Grundriss ausgebaut. Die zweigeschossigen Gebäudeflügel werden an den Eckpunkten im Norden, Westen und Osten jeweils von einem viergeschossigen Rundturm flankiert. In der östlichen Hälfte des Südflügels sind als Reste der mittelalterlichen Burg das Waldecksche und das Bürensche Haus enthalten. Nach schweren Schäden im 30-jährigen Krieg wurde die Anlage von 1654 - 1660 wiederhergestellt. 1945 wurde die Burg von der SS gesprengt und von 1949 - 1952 wieder instandgesetzt. Der mächtige Nordturm war nach einem Brand im Jahre 1815 lange Zeit eine Ruine und ist erst 1978 wiederhergestellt worden.

Art der Grünanlage:
Historische Gartenanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
An der wehrhaften Landesburg wurde vermutlich kein repräsentativer Garten angelegt. Am Südflügel der Burg hat man aber jenseits des tiefen Trockengrabens auf dem Bergplateau eine ummauerte Gartenfläche angelegt, die als Burggarten vermutlich erst seit 1830 nachweisbar ist. Ob die Anlage zwischen der Burg und der Pfarrkirche des Ortes als Nutzgarten bewirtschaftet wurde oder als Versammlungs- und Aussichtsplatz diente, kann bisher nicht eindeutig geklärt werden. Der Garten blieb auch bei den monströsen Planungen der NS-Zeit weiter als Grünanlage erhalten und wurde in der Nachkriegszeit umgestaltet.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der Burggarten an der Wewelsburg ist heute eine einfache, umgestaltete Grünfläche, die durch eine weite Rasenfläche mit Randbepflanzung und nur wenigen Altbäumen charakterisiert wird. Im Zentrum der Grünanlage befindet sich ein niedriger Zweckbau, der vom Garten aus auch als Podium genutzt werden kann. Bis vor einigen Jahrzehnten war der Berghang unterhalb der Wewelsburg noch unbewaldet und ermöglichte so einerseits einen nachhaltigen Eindruck von der imposanten Wehrhaftigkeit der Burganlage und anderseits vom Burggarten aus den Blick in die weite Landschaft des Almetales.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta, Band 5, Seite 233 - 243.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1894): Blatt 4317, Geseke. Herausgegeben 1894, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Segin, Wilhelm (1925): Geschichte der Wewelsburg. Büren.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld, Seite 233 - 243.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Brebeck, Wulff-Eberhard (1982): Neue Zeit und alte Burgen. Zur SS-Herrschaft in Wewelsburg 1933-1945. In: Die Warte 34/1982, Paderborn, Seite 3 - 6.
  • Russell, Stuart / Schneider, Jost W. (1989): Heinrich Himmlers Burg. Das weltanschauliche Zentrum der SS. Bildchronik der SS-Schule Haus Wewelsburg 1934-1945. Essen.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00027
Erfassungsdatum: 26.09.2000
Kategorie: Grünflächen
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1830
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034835


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1999: Wewelsburg
1894: Wewelsburg
1872: Wewelsburg
1860: Wewelsburg