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Paderanlagen, Paderborn
 

Das Quellgebiet der Pader und der weitere Verlauf des Flusses - er ist mit 4 ­Kilometer Länge der kürzeste Fluss Deutschlands - zählt zu den wichtigen innerstädtischen Grünanlagen von Paderborn.

Mitten in der Altstadt entspringt die Pader aus mehr als 200 Einzelquellen, die in sechs Quellbecken gesammelt werden. Ursache der zahlreichen Quellen ist das Grundwasser aus der Paderborner Hochfläche. Sie besteht aus porösem, wasserdurchlässigem Kalkgestein und genau in Paderborn treffen die Wassermengen auf tieferliegende, wasserundurchlässige Schichten und treten somit hier zutage.

Die Benennung der verschiedenen Quellen leitet sich entweder aus ihrer Lage oder ihrer historischen Funktion ab. Die Namen änderten sich in der Vergangenheit häufig. Ihre heutigen Namen erhielten die Quellen und Oberläufe der Pader erst 1967.

Externe ID: T-P363N403-20080731-0003
Erfassungsdatum: 31.07.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Paderanlagen

Zugehöriges Objekt

Paderanlagen, Paderborn (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Stadt Paderborn, 33095 Paderborn. Die Anlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Am Rande der Münsterländer Bucht und der Paderborner Hochfläche; im Talraum der Pader zwischen der Altstadt Paderborn und dem Ortsteil Schloß Neuhaus.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das Quellgebiet der Pader und der weitere Verlauf des Flusses - er ist mit 4 km Länge der kürzeste Fluss Deutschlands - zählt zu den wichtigen innerstädtischen Grünanlagen von Paderborn.

Mitten in der Altstadt entspringt die Pader aus mehr als 200 Einzelquellen, die in sechs Quellbecken gesammelt werden. Ursache der zahlreichen Quellen ist das Grundwasser aus der Paderborner Hochfläche. Sie besteht aus porösem, wasserdurchlässigem Kalkgestein und genau in Paderborn treffen die Wassermengen auf tieferliegende, wasserundurchlässige Schichten und treten somit hier zutage.

Die Benennung der verschiedenen Quellen leitet sich entweder aus ihrer Lage oder ihrer historischen Funktion ab. Die Namen änderten sich in der Vergangenheit häufig. Ihre heutigen Namen erhielten die Quellen und Oberläufe der Pader erst 1967.

Gebäude und Ausstattung:
---

Art der Grünanlage:
Innerstädtische Grünanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Altstadt von Paderborn wurde im März 1945 durch Bombardierung stark zerstört. Beim Wiederaufbau der Innenstadt ab 1946 war eines der Planungsziele, die bis dahin von Bebauung umschlossenen Quellen und Wasserläufe der Pader als innerstädtische Grünflächen zu entwickeln.

Nach Beschluss der Innenstadterneuerung 1955 entstanden durch die neu geschaffenen offenen Grünanlagen Blickbeziehungen auf den Dom, den Abdingkirchhof und die Gaukirche, die so im mittelalterlichen Stadtbild nie bestanden.

In den Folgejahren wurden die Grünflächen entlang der Pader in Richtung Schloss Neuhaus weiter ausgebaut. Im Rahmen dieser Anlagen liegt der 1981 angelegte zirka sieben Hektar große Padersee, ein als Freizeitgewässer nutzbares Hochwasserrückhaltebecken.

Seine Vollendung fand das Grünflächensystem mit der Errichtung des Schloss- und Auenparks im Rahmen der Landesgartenschau 1994.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Drei der Quellbecken, die Bornepader, die Dammpader und die Warme Pader sind in eine weitläufige Parkanlage eingebunden. Der Park mit den natursteingefassten Quellbecken und den Treppenanlagen entstand nach dem Zweiten Weltkrieg anstelle der zerstörten Altstadtbebauung. Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist die Grünanlage an zahlreichen Stellen neu gestaltet worden.

Unterhalb des Domes entspringen die Dielenpader und die Rothobornpader am "Geißel´schen Garten". Die Benennung der Rothobornpader erfolgte in Erinnerung an Bischof Rotho, von 1036 bis 1051 Bischof in Paderborn (BRANDT & HENGST 1993). Der Legende nach soll er die im Keller der Kaiserpfalz gefasste Quelle, den Rothoborn, gesegnet haben, wodurch die Quelle Heilkraft erlangt haben soll. Der Garten war einstmals ein repräsentativer, großer Privatgarten und ist heute ein öffentlicher Park. Die benachbarte Domdechanei, in der heute die Stadtbibliothek untergebracht ist, war über lange Zeit das einzige Bauwerk im Bereich der Paderquellen. Die beiden Paderläufe fließen in nordwestlicher Richtung und vereinigen sich mit den drei anderen Läufen sowie der Maspernpader, die westlich vom Maspernplatz entspringt.

Vom "Geißel'schen Garten" bis zum Maspernplatz führt ein Fußweg entlang der Paderläufe. Am Ende des Weges befindet sich mit "Stümpel's Mühle" noch die einzige erhaltene Wassermühle von ursprünglich fünf Mühlen in diesem Bereich. Hinter der Mühle unterquert die Pader den Paderwall, ein Abschnitt der ehemaligen Stadtbefestigung von Paderborn und heute Teil des Innenstadtringes. Hier schließen sich auf der rechten Flussseite die Paderanlagen mit weitläufigen Grünflächen an. Nördlich des Fürstenweges trägt die Paderaue den Namen "Heinz-Nixdorf Aue", nach dem Begründer der weltbekannten Nixdorf-Werke, deren Gelände direkt nordöstlich des Flusses liegt. Inmitten angrenzender Wohn- und Gewerbegebiete wird der Fluss vom Fürstenweg bis zum Padersee von einer naturnahen Auenlandschaft begleitet. Hier führt der Weg durch Feuchtwiesen, ausgedehnte Röhrichtbestände und kleine Auenwälder, wo die Spaziergänger sogar Graureiher an ihren Ruheplätzen beobachten können. Wer gut zu Fuß ist, kann von hier aus den Weg bis zum 2,5 ­km­ entfernten Schloss Neuhaus fortsetzen. Hinter dem Padersee beginnt dann flussabwärts schon ein Teilbereich des "Schloss- und Auenparks". Neben ihrer Erholungsfunktion hat die Paderanlage für den innerstädtischen Bereich eine hohe ökologische Bedeutung. So sind in den gehölzreichen Anlagenteilen zahlreiche Pflanzenarten der Buchenwälder der Paderborner Hochfläche wiederzufinden.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25.000 - Neuaufnahme (1894): Blatt 4419, Kleinenberg. Herausgegeben 1894 Berlin, Neuherausgegeben von der Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld.
  • Brandt, Hans-Jürgen / Hengst, Karl (1993): Das Erzbistum Paderborn: Geschichte, Personen, Dokumente. In: Veröffentlichung zur Geschichte der Mitteldeutschen Kirchenprovinz Bd. 3, 302 S., Paderborn.
  • Stambolis, Barbara (1999): "Stirb und Werde". Stadtplanung und Aufbau. In: Paderborn - Geschichte der Stadt in ihrer Region, Paderborn, Band 3, Seite 265 - 278.
  • Brandt, Hans-Jürgen / Hengst, Karl (1993): Das Erzbistum Paderborn: Geschichte, Personen, Dokumente. In: Veröffentlichung zur Geschichte der Mitteldeutschen Kirchenprovinz Bd. 3, 302 S., Paderborn.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 167 - 169.
  • Stadt Paderborn (Hrsg.) (1955): Ein Jahrzehnt Aufbau und Planung 1945 - 1955. In: Wirtschafts-Monographien Folge 10/1955, Stuttgart.
Externe ID: LWL-GUP00127
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Park
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1946 - 1955
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034807


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1999: Padersee
1999: Heinz-Nixdorf-Aue
1895: Paderborn
1850: Paderanalgen