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Schlossanlage Wöbbel, Schieder-Schwalenberg
 

Wöbbel wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. 1584 ist das Besitztum von einem Geschlecht von Eichmann an die lippische Adelsfamilie von Donop übergegangen. Der lippsche Landdroste Lewin Moritz von Donop ließ am Ende des 17. Jahrhunderts ein neues Herrenhaus errichten. Im 20. Jahrhundert wurde das Schloss nach dem Zweiten Weltkrieg an verschiedene Antiquitätenhändler verkauft, die das stimmungsvolle Ambiente pflegten und für Kunst- und Antiquitätenauktionen nutzten. Das Schloss bildet zusammen mit der Kirche, den Wirtschaftsgebäuden und dem Schlossgarten ein gut erhaltenes Ensemble.

Externe ID: T-P363N403-20080729-0010
Erfassungsdatum: 29.07.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2001: Schloss Wöbbel

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Wöbbel, Schieder-Schwalenberg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Lipper Bergland; im Talraum der Emmer zwischen Bad Meinberg und Schieder; Größe etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Wöbbel wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. 1584 ist das Besitztum von einem Geschlecht von Eichmann an die lippische Adelsfamilie von Donop übergegangen. Der lippsche Landdroste Lewin Moritz von Donop ließ am Ende des 17. Jahrhunderts ein neues Herrenhaus errichten. Im 20. Jahrhundert wurde das Schloss nach dem Zweiten Weltkrieg an verschiedene Antiquitätenhändler verkauft, die das stimmungsvolle Ambiente pflegten und für Kunst- und Antiquitätenauktionen nutzten. Das Schloss bildet zusammen mit der Kirche, den Wirtschaftsgebäuden und dem Schlossgarten ein gut erhaltenes Ensemble.

Gebäude und Ausstattung:
Das stattliche, zweigeschossige Barockschloss wurde anstelle eines Vorgängerbaues im Jahre 1690 errichtet. Die Nord- und Südseite werden jeweils durch einen Mittelgiebel betont. Zum Haupteingang im Norden führte ursprünglich eine große Freitreppe, die 1720 abgebrochen wurde. Stattdessen wurde vor dem Portal ein Balkon angebracht, und der Eingang zum Haus in das ebenerdige Kellergeschoss verlegt. Das Schloss war zudem ursprünglich von einer rechtwinkligen Gräfte umgeben, die von drei Seiten direkt an die Hausmauern anschloss. An der Nordseite mit dem Hauptportal wurde ein kleiner Vorplatz einbezogen, auf den man vom vorgelagerten Wirtschaftshof über eine Brücke gelangte. Die Gräfte wurde 1870 verfüllt. Die Gebäude des Wirtschaftshofes wurden mit umfangreichen älteren Bauresten hauptsächlich um 1720/21 errichtet. Im westlichen Bereich des Wirtschaftshofes steht das sogenannte "Junkerhaus" aus der Mitte des 16. Jahrhundert mit vermutlich noch romanischer Bausubstanz. Die Kirche wurde als Saalbau in gotisierenden Formen von 1696 bis1700 errichtet. Der Westturm wurde um 1200 erbaut und die aufgesetzten Treppengiebel stammen aus dem 16. Jahrhundert.

Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftsgarten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Vermutlich am Ende des 17. Jahrhunderts wurde im Süden und Westen der Schlossanlage auch ein barocker Garten gestaltet. Ein vom lippischen Landesvermesser J. A. Heimburg gezeichneter und kolorierter Plan zeigt die Disposition des barocken Gartens. Im Westen erstreckte sich ein längsrechteckiger Gartenbereich, der in sechs Parterres und einen Baumgarten unterteilt war. Aus westlicher Richtung wurde der Garten durch einen Mittelweg gegliedert und nach Norden von einer Mauer begrenzt. Jenseits der Gräfte befand sich im Süden des Schlosses eine gemauerte Grottenanlage. Hinter der Grotte war eine spitzzulaufende dreieckige Fläche, die nach Osten von einer Mauer begrenzt wurde. Die barocke Gartenanlage wurde vermutlich während der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts landschaftlich umgestaltet. Eine um 1840 gezeichnete Ansicht von Westen zeigt einen großzügig gestalteten Garten mit weiten Rasenflächen, einzelnen Gruppen aus Nadel- und Laubgehölzen sowie einen Umgangsweg, der oberhalb einer wahrscheinlich mit Spalierobst bepflanzten Mauer einen Ruheplatz hatte. Der westliche Bereich der Gräfte war zu dieser Zeit vermutlich schon verfüllt. Auch die Preußische Landesaufnahme aus dem Jahre 1896 zeigt im Süden und Westen des Schlosses eine landschaftlich gestaltete Gartenanlage, die durch ein System aus geschwungenen Wegen erschlossen wurde.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die heutige Gartenanlage wird durch den wertvollen Gehölzbestand mit Raritäten des 19. Jahrhunderts charakterisiert. Auffällig sind an der Westseite des Schlosses vor allem zwei hohe Tulpenbäume, ein mächtiger Perückenstrauch und eine alte Linde, die vermutlich noch zum Restbestand des barocken Gartens zählt. Die Parkteile südlich des Ellernbaches sind teilweise bebaut worden. Dabei entstand zwischen der Neubebauung und dem Bachlauf eine einfach gestaltete öffentliche Grünfläche. Ein großer Teil des westlichen Bereichs der historischen Gartenanlage wird als Weide genutzt. Südlich des Hauses markiert der Verlauf des Ellernbaches unterhalb einer steilen Böschung den Standort der barocken Grottenanlage.

Der Schlossgarten wird privat genutzt und gepflegt. Selten sind inzwischen auch die Kletter- und Rankpflanzen an der Außenfassade des Schlosses geworden, die häufig bei baulichen Restaurierungen einfach entfernt werden. Die zahlreich aufgestellten Skulpturen und Architekturfragmente sind Fundstücke der vormaligen Eigentümer.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4120, Steinheim. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Maoro, Ernst (1986): Schloss Wöbbel in Wöbbel. In: Burgen, Schlösser, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 252 - 254.
  • Wehrmann, Volker (zusammengestellt u. bearbeitet) (1985): Burgen, Schlösser, Herrensitze, Kirchen, Bauernhöfe, Bürgerhäuser in Lippe. Lippischer Heimatbund (Hrsg.), Detmold, Seite 67.
  • Harms, Harry (1980): Gehölze in den Parkanlagen von Lippe - Schlosspark Wöbbel. In: Lippische Mitteilungen für Geschichte und Landeskunde 49/1980, Detmold, Seite 254 - 256.
Externe ID: LWL-GUP00172
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1645 - 1699
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034765


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1999: Schloss Wöbbel
1999: Schlosspark Wöbbel
Schloss Wöbbel
1896: Schieder Schwalenberg