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Wallanlagen Lemgo
 

Mit einer Länge von etwa 4 km umschließen die Wallanlagen den Stadtkern der alten Hansestadt Lemgo. Bis auf den westlichen Wallabschnitt, der einer breiten Verkehrsstraße weichen musste, sind alle anderen Bereiche des früher mächtigen Erdwalls gärtnerisch gestaltet worden.

Externe ID: T-P363N403-20080729-0006
Erfassungsdatum: 29.07.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Wallanlagen

Zugehöriges Objekt

Wallanlagen Lemgo (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Alte Hansestadt Lemgo, Der Bürgermeister, 32655 Lemgo. Die Anlagen sind öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Lipper Bergland; den Bereich der historischen Altstadt umschließend.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Der aus Lehm aufgeschüttete Wall hatte vor dem Dreißzigjährigen Krieg vermutlich eine Höhe von 15 m­­. Mehr als 20 ­m­ breit war ein vorgelagerter Stadtgraben, der sich im südlichen Wallabschnitt mit dem Flüsschen Bega vereinte.

Gebäude und Ausstattung:
Von der Stadtmauer haben sich nur noch geringe Reste und ein Turm am Kastanienwall erhalten. Im 19. Jahrhundert wurden auf den Wällen mehrere Denkmäler errichtet. Zu Ehren des Pädagogen Johann Friedrich Reinert errichteten seine Schüler und Freunde im Bereich des Kramerrondells 1829 das mächtige Postament mit einer Bronzeplakette. Auf dem Hohen Wall beeindruckt mit einer Höhe von 8 ­m­ das 1867 errichtete neugotische Engelbert-Kämpfer-Denkmal. Der berühmte Bürger der Stadt war im 17. Jahrhundert ein bedeutender Asienforscher und entdeckte bei seinen zahlreichen Reisen den Fächerblattbaum (Ginkgo biloba). In die unmittelbare Umgebung des Denkmals pflanzte man deshalb mehrere Ginkgobäume und stellte einen Haiku-Stein und eine große japanische Steinlaterne auf.

Art der Grünanlage:
Historische Wallanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Mit einer Länge von etwa 4 ­km­ umschließen die Wallanlagen den Stadtkern der alten Hansestadt Lemgo. Bis auf den westlichen Wallabschnitt, der einer breiten Verkehrsstraße weichen musste, sind alle anderen Bereiche des früher mächtigen Erdwalls gärtnerisch gestaltet worden. Als Reste des Wallgrabens sind heute der langgestreckte Schwanenteich am Slavertorwall und der Knochenhauerteich am Kramerrondell erkennbar. Im südlichen Abschnitt mit den Bereichen Lindenwall und Hoher Wall hat sich das mächtige Erdwerk noch in beeindruckender Höhe erhalten und gibt eine ungefähre Vorstellung von der Dimension des einstigen Befestigungswalls im frühen 17. Jahrhundert. Der Bereich des Kastanienwalls wurde bereits 1786 planiert und mit einer mehrreihigen Kastanienallee bepflanzt. Auf den Wallabschnitten Lindenwall und Hoher Wall wurden im 19. Jahrhundert ein Promenadenweg mit einer Lindenallee angelegt. Heute dienen die hohen Erdwälle auch als Hochwasserschutz gegen die Überflutungen der Bega. Der nördliche Wallabschnitt mit den Bereichen Johannistorwall, Slavertorwall und Ostertorwall wurde im frühen 20. Jahrhunderet fast vollständig eingeebnet und nach Plänen des Kölner Gartenbaudirektors Finke in eine landschaftliche Grünanlage umgestaltet.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Nach unpassenden Eingriffen in den 1960er Jahren, mit beispielsweise rechtwinkligen Wegen und Betonhochbeeten, sind die Wallbereiche in den letzten Jahren zu einer ansprechenden Grünanlage umgestaltet worden. Der östliche Wallabschnitt gliedert sich heute in den Kastanienwall und den Rotdornwall im Bereich des Kramerrondells. Nicht weit davon liegt als Rest des einstigen Stadtgrabens der Knochenhauerteich. Das romantische Gartenhaus am Teich ist das Pumpenhaus der Gärtnerei, auf deren Gelände man auch einen eigenen Wasserturm zur Versorgung der gezüchteten Pflanzen baute.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1910): Blatt 3919, Lemgo. Herausgegeben 1910, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster.
  • Harms, Harry (1980): Gehölze in den Parkanlagen von Lippe - Wallanlagen in Lemgo. In: Lippische Mitteilungen für Geschichte und Landeskunde 49/1980, Detmold, Seite 229 - 236.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.2: Kreis Lippe. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Brandes, Hans-Jürgen / Meiercord, Hans-Friedrich (1997): Aktuelle Gestaltungspflege in den Wallanlagen der Alten Hansestadt Lemgo. In: Aktuelles aus dem Rathaus, Lemgo.
Externe ID: LWL-GUP00193
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Stadtverteidigung
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034709


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