Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Gut Hornoldendorf, Detmold
 

Die erste Erwähnung findet Hornoldendorf im 9. Jahrhundert als Vorwerk der Paderborner Domkirche, die einen Haupthof in Heiligenkirchen hatte. Erst im 17. Jahrhundert wurde dem Landgut in Hornoldendorf im Besitz des Familiengeschlechts von Hammerstein die adlige Freiheit zugestanden. Nach dem Vorgängerbau einer vermutlich mittelalterlichen Wasserburg wurde wohl im späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert ein zweigeschossiges klassizistisches Herrenhaus errichtet.

Externe ID: T-P363N403-20080729-0001
Erfassungsdatum: 29.07.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

1998: Gut Hornoldendorf

Zugehöriges Objekt

Gutspark Hornoldendorf, Detmold (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland; am Ostrand des Teutoburger Waldes im Talraum der Wiembecke am westlichen Ortsrand; Größe etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die erste Erwähnung findet Hornoldendorf im 9. Jahrhundert als Vorwerk der Paderborner Domkirche, die einen Haupthof in Heiligenkirchen hatte. Bischof Meinwerk übertrug im 11. Jahrhundert den Zehnten des Hofes in Hornoldendorf dem Paderborner Kloster Busdorf. Der ursprünglich auf den landesherrlichen Burgen und in den Städten ansässige niedere Adel zog im 16. Jahrhundert auf das Land, wo es bis dahin nur einige wenige befestigte Landsitze gab. Erst im 17. Jahrhundert wurde dem Landgut in Hornoldendorf im Besitz des Familiengeschlechts von Hammerstein die adlige Freiheit zugestanden.

Gebäude und Ausstattung:
Nach dem Vorgängerbau einer vermutlich mittelalterlichen Wasserburg wurde wohl im späten 18. oder frühen 19. Jahrhundert ein zweigeschossiges klassizistisches Herrenhaus errichtet. Die Fassade ist im Untergeschoss durch eine Rustikaquaderung und im Obergeschoss durch Pilaster gegliedert. Das Dach wird an den Vorder- und Rückseiten von einem zentralen Dreiecksgiebel geschmückt. Von der Gartenseite des Hauses gelangt man durch einen angebauten Wintergarten über eine repräsentative Freitreppe in den Garten. Der ausgedehnte Wirtschaftshof liegt östlich des Herrenhauses.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Disposition der barocken Anlage zeigt ein im Jahre 1756 vom lippischen Landvermesser Heimburg gezeichneter Plan. Zwischen dem Bachlauf der Wiembecke und einer alten Wegeverbindung von Horn über Fromhausen nach Detmold ist auf dem bisher unbekannten Plan das Landgut des Freiherrn von Hammerstein detailliert dargestellt. Neben den Wirtschaftsgebäuden im Osten lag im Zentrum der Anlage die von einer rechteckigen Gräfte und von Süden über eine Brücke zugängliche Burg. Westlich der Burg hatte man einen regelmäßigen barocken Lustgarten angelegt, der zum großen Teil von einer Mauer mit mehreren Zugängen umgrenzt war. Der Garten wurde durch einen zentralen Mittelweg und Seitenwege in acht Parterres gegliedert und hatte an seinem nördlichen Endpunkt oberhalb der Wiembecke einen runden Pavillon. Nach dem Abriss der Burg wurde auch die Gräfte verfüllt und südwestlich vom bisherigen Standort ein neues Herrenhaus erbaut und ein kleiner landschaftlicher Garten angelegt.

Heutiger Zustand / Nutzung:

Der heutige Garten wird durch eine großzügige unmodellierte Wiesenfläche mit mehreren Solitärbäumen und Rhododendronpflanzungen charakterisiert. Im südlichen Bereich liegt ein Wasserbecken mit einer Brunnenskulptur. Die nach Westen hin abschließende Mauer ist mehrfach durchbrochen und wird stellenweise durch eiserne Zaungitterelemente des 19. Jahrhunderts ergänzt. Eine Besonderheit ist die 1000-jährige Eiche, die mitten in der südlichen Gartenmauer aus Bruchstein steht.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1912): Blatt 4019, Detmold. Kartierung 1910, Herausgegeben 1912, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Kittel, Erich (1978): Heimatchronik des Kreises Lippe. Sonderveröffentlichungen des Naturwissenschaftlichen und Historischen Vereins für das Land Lippe Band 28. Heimatchroniken der Städte und Kreise des Bundesgebietes Band 44, Köln, 2. verbesserte u. ergänzte Aufl.
  • Peter, August-Wilhelm (1970): LIPPE - Eine Heimat- und Landeskunde. Mit Beiträgen von Hans-Friedrich Gorki und Wilhelm Süvern; Hersg. vom Lippischen Heimatbund. Lippische Heimatbücher, Detmold, 500 S.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.2: Kreis Lippe. Zugleich CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00060
Erfassungsdatum: 06.12.1999
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1756
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034639


In Karte anzeigen

1999: Gut Hornoldendorf
1910: Gut Hornoldendorf