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Jagdschloss Oesterholz, Schlangen
 

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts ließ Graf Simon VI. zur Lippe am Rande der wildreichen Senne einen einfachen Meierhof zu einer großzügigen Jagdschlossanlage ausbauen.
Graf Hermann Adolf zur Lippe ließ zur 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts das Jagdschloss weiter ausbauen. Neben seiner eigentlichen Funktion als Jagdschloss und als Reiseunterkunft diente die Anlage auch als Standort für Verhandlungen mit den Paderborner Fürstbischöfen.
Im Verlauf des 18. Jahrhunderts hatte man die Anlage vernachlässigt bis schließlich 1775 das Hauptgebäude der Anlage abgebrochen wurde. Die übrigen Bauten wurden anschließend als Wirtschaftshof verpachtet und als Oberförsterei genutzt. Seit 1929 wird die Anlage mit dem erhaltenen Wohnhaus des Grafen Simon VI. als Altersheim genutzt.

Externe ID: T-P363N403-20080728-0008
Erfassungsdatum: 28.07.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2000: Jagdschloss Oesterholz

Zugehöriges Objekt

Gärten am Jagdschloss Oesterholz (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Landesverband Lippe, Schloßstr. 18, 32657 Lemgo; die Anlage kann nur von Außen besichtigt werden.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland; zwischen Senne und dem Westhang des Teutoburger Waldes; Größe etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Gegen Ende des 16. Jahrhunderts ließ Graf Simon VI. zur Lippe am Rande der wildreichen Senne einen einfachen Meierhof zu einer großzügigen Jagdschlossanlage ausbauen. Während des Dreißigjährigen Krieges waren 1622 nacheinander der Heerführer der protestantischen Union und der katholischen Liga als Gäste des Grafen Simon VII. zu Gast. Trotzdem wurden das Schloss und die Meierei 1633/34 ausgeplündert. Graf Hermann Adolf zur Lippe ließ zur 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts das Jagdschloss weiter ausbauen. Neben seiner eigentlichen Funktion als Jagdschloss und als Reiseunterkunft diente die Anlage auch als Standort für Verhandlungen mit den Paderborner Fürstbischöfen. An der Südgrenze der lippischen Grafschaft kam man sich in Oesterholz vom nicht weit entfernten Paderborn auf halbem Wege entgegen. Auch der lippische Landesherr Graf Friedrich Adolf nutzte um 1700 das Jagdschloss ausgiebig. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts hatte man die Anlage vernachlässigt bis schließlich 1775 das Hauptgebäude der Anlage abgebrochen wurde. Die übrigen Bauten wurden anschließend als Wirtschaftshof verpachtet und als Oberförsterei genutzt. Seit 1929 wird die Anlage mit dem erhaltenen Wohnhaus des Grafen Simon VI. als Altersheim genutzt.

Gebäude und Ausstattung:
Von 1597 - 1599 wurde das "neue Wohnhaus" vom Baumeister des Brakeler Schlosses, Hermann Wulff, errichtet. Die gesamte Jagdschlossanlage hatte eine Ausdehnung von 92 m Breite und 153 m Länge und war von einem Wassergraben umgeben und nur über eine Zugbrücke erreichbar. Mit dem weiteren Ausbau der wehrhaften Anlage ließ Graf Hermann Adolf zur Lippe zwischen 1655 bis 1666 anstelle eines Fachwerkbaus ein großes Schlossgebäude aus Stein errichten. Die südlichen Eckpunkte der Jagdschlossanlage wurden durch zwei runde Türme gesichert und entlang der gesamten Westseite standen Wirtschaftsgebäude. Das Baumaterial des 1775 abgebrochenen steinernen Schlossgebäudes fand bei der Errichtung des Kurhauses "Zur Rose" in Bad Meinberg weitere Verwendung. Vom Süd- und Westflügel der ausgedehnten Jagdschlossanlage haben sich nur noch wenige Wirtschaftsgebäude aus Fachwerk und ein Teil der hohen Umfassungsmauer erhalten. An der Südostecke der Anlage ist noch die Ruine eines runden Turmes erkennbar. Von der Ausstattung der Anlage mit Skulpturen sind noch ein Wildschwein und der Torso eines Hirsches vorhanden. Beide Skulpturen wurden in Oesterholz neu aufgestellt werden.

Art der Grünanlage:
Historische Gartenanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Vermutlich existierten schon im 17. oder im frühen 18. Jahrhundert mehrere Gärten am Jagdschloss. Zwei kolorierte Pläne aus dem 18. Jahrhundert zeigen im Süden, der von einer Eichenallee flankierten Hauptzufahrt, eine Gartenfläche mit angrenzendem Baumgarten, die als "Garten vor dem Hofe" bezeichnet wurde. Ein weiterer, etwa zwei Hektar großer Garten, wurde durch ein kreuzförmiges Wegesystem gegliedert. Die, als "großen Garten hinter dem Hofe" kultivierte Fläche, hatte man im Westen des Jagdschlosses jenseits der Gräfte angelegt. Beide Gärten wurden wahrscheinlich als Nutzgärten bewirtschaftet. Die interessanteste Gartenanlage befand sich aber innerhalb des Hofbereichs des Jagdschlosses an der Nordseite. Diese als "Garten auf dem Hofe" bezeichnete Fläche lässt eine differenzierte Gestaltung erkennen und wurde vermutlich als kleiner dreiteiliger Lustgarten angelegt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Von den barocken Gartenanlagen ist bis auf die Eichenallee an der Zufahrt nichts mehr erhalten. Der ehemalige große Garten im Westen der Anlage ist heute mit einer Reithalle bebaut und wird als Reitplatz genutzt. Die Gräfte ist bis auf den südlichen Abschnitt verlandet oder verfüllt und überwiegend mit Obstbäumen bepflanzt worden. Innerhalb des Hofgeländes wird fast die gesamte nördliche Hälfte als Nutzgarten intensiv bewirtschaftet. Auf der gärtnerisch neu gestalteten, aber dennoch malerischen Anlage des ehemaligen Jagdschlosses finden sich nur noch wenige Altbäume.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1912): Blatt 4119 Horn (Horn-Bad Meinberg), 1896 - 1910. Herausgegeben 1912, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.2: Kreis Lippe. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Meier, Burkhard / Hesterbrink, Bernhard (1998): Lippische Residenzen. Schlösser und Burgen zwischen Teutoburger Wald und Weser. Lippischer Heimatbund (Hrsg.), Detmold, Seite 117 - 122.
  • Capelle, Walter, E. (1991): Das Jagdschloss Oesterholz in seiner Blüte um 1700. In: Beiträge zur Geschichte: Schlangen, Kohlstädt, Oesterholz, Haustenbeck, Schlangen, Seite 12 - 15.
  • Wiemann, Heinz (2000): Hirsch und Wildschwein auf dem Weg zurück nach Oesterholz. In: Heimatland Lippe 10/2000, Detmold, Seite 282 - 284, Seite 282 - 284.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
Externe ID: LWL-GUP00023
Erfassungsdatum: 06.09.2000
Kategorie: Schlossgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Archivauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1601
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034611


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2000: Jagdschloss Oesterholz
2001: Jagdschloss Oesterholz
2001: Jagdschloss Oesterholz
2000: Jagdschloss Oesterholz
1896: Jagdschloss Oesterholz