Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Benutzername:  
Passwort:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Gut Eckendorf, Leopoldshöhe
 

Das Gut Eckendorf wird erstmals 1036 als Schenkung des Paderborner Bischofs Meinwerk an das Kloster Busdorf erwähnt, es gehörte damit zu den Paderborner Tafelgütern. 1628 ging das Gut auf den gräflich-lippischen Oberforst- und Jägermeister Arnold Schmerheim über, durch einen Akt der lippischen Grafen wurde Eckendorf Rittergut. Die Blütezeit des Gutes begann mit dem Erwerb durch die Familie von Borries 1774. Seit dieser Zeit, insbesondere unter Wilhelm v. Borries (1815 bis 1890) entwickelte sich das Gut zu einem der modernsten landwirtschaftlichen Betriebe in der Region.

Externe ID: T-P363N403-20080728-0005
Erfassungsdatum: 28.07.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

2000: Gutspark Eckendorf

Zugehöriges Objekt

Gutspark Eckendorf, Leopoldshöhe (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Ravensberger Hügelland, etwa. 3,5 ­km­ nordwestlich des Ortskerns Leopoldshöhe, Größe etwa 3,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Das Gut Eckendorf wird erstmals 1036 als Schenkung des Paderborner Bischofs Meinwerk an das Kloster Busdorf erwähnt, es gehörte damit zu den Paderborner Tafelgütern. Der Meyer zu Eckendorf gehörte im Mittelalter zu den vier Amtsmeiern des Amtes Barkhausen. 1628 ging das Gut auf den gräflich-lippischen Oberforst- und Jägermeister Arnold Schmerheim über, durch einen Akt der lippischen Grafen wurde Eckendorf Rittergut.

Die Blütezeit des Gutes begann mit dem Erwerb durch die Familie von Borries 1774. Seit dieser Zeit, insbesondere unter Wilhelm v. Borries (1815 bis 1890) entwickelte sich das Gut zu einem der modernsten landwirtschaftlichen Betriebe in der Region. Besondere Bedeutung hatte die Pflanzenzüchtung, vor allem die Rübenzucht. Der 1849 gegründete Pflanzenzuchtbetrieb besteht bis heute und nutzt die Wirtschaftsgebäude des Gutes. Das Gut ist bis heute über die weibliche Erbfolge im Besitz der Familie.

Gebäude und Ausstattung:
Die dreiflügelige Anlage liegt auf einer Gräfteninsel, die über eine Brücke mit der Straße und eine kleinere Brücke mit dem Park verbunden ist. Der Nordflügel des Gebäudes sowie der freistehende "Südturm" (ehemals Lager, heute Wohnungen) wurden ab 1630 von Arnold Schierheim erbaut. Der Ostflügel wurde 1776 durch Franz Christian von Borries im klassizistischen Stil als Wohntrakt errichtet.

Die Wirtschaftsgebäude südlich der Straße sind nach einem Großbrand im Jahre 1873 am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden.

Art der Grünanlage:
Historischer Gutspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Der Park wurde durch Franz von Borries im Zusammenhang mit dem Bau des Ostflügels angelegt. Dieser Park bestand nach schriftlichen Quellen aus einem barocken Parterre sowie einem terrassenförmigen Parkteil mit Orangenbäumen und Statuen nach antiken Vorbildern griechischer Helden und Götter.

Wann dieser Park in einen Landschaftspark umgewandelt wurde, ist nicht bekannt. Nach dem Alter einzelner Bäume zu schließen dürfte diese Umwandlung in die Blüte des landwirtschaftlichen Betriebes um die Mitte des 19. Jahrhunderts fallen. Die Preußische Landesaufnahme von 1896 zeigt einen zweiteiligen Landschaftspark. Der südliche Teil in Gebäudenähe mit einem großen Teich im Zentrum ist durch Einzelbäume in Rasenflächen und Schlängelwege gekennzeichnet, nach Norden schließt ein von Wegen durchzogenes Wäldchen an. Nördlich der Gebäude wird ein auch heute noch vorhandener künstlicher "Berg" dargestellt. Hinter diesem "Berg" wurde der Park in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Norden erweitert.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der Gutspark ist in seiner Struktur bis heute erhalten und stellt sich als einer der eindrucksvollsten und am besten gepflegtesten Parks in der Region dar. Die Parkanlage wird beherrscht von den Wasserflächen der Gräften und des Teiches, in dem sich der Altbaumbestand spiegelt sowie eine etwa 750 Jahre alte Stieleiche mit einem Stammumfang von 13 Metern. Der Baumbestand besteht insgesamt aus 47 Holzarten der subtropischen und gemäßigten Zonen, darunter besonders hervorzuheben eine Flusszeder aus Nordamerika, eine Regenschirm-Magnolie aus dem Südosten der USA sowie ein Ostasiatischer Zürgelbaum.

Das Wegenetz ist deutlich reduziert, der waldartige Parkteil ist heute in den forstlich bewirtschafteten Wald einbezogen.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 3917, Bielefeld. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Harms, Harry (1980): Gehölze in den Parkanlagen von Lippe. In: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde, Band 49, Detmold, Seite 168 - 284.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.2: Kreis Lippe. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Maoro, Ernst (1986): Gut Eckendorf in Bielefeld. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 29 - 31, Seite 29 - 31.
  • Wehrmann, Volker (zusammengestellt u. bearbeitet) (1985): Burgen, Schlösser, Herrensitze, Kirchen, Bauernhöfe, Bürgerhäuser in Lippe. Lippischer Heimatbund (Hrsg.), Detmold.
Externe ID: LWL-GUP00050
Erfassungsdatum: 25.10.1999
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1845 - 1855
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034569


In Karte anzeigen

2000: Gut Eckendorf
2000: Gutspark Eckendorf
1895: Gut Eckendorf