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Burg Calenberg, Warburg
 

Die Höhenburg wurde 1299 erstmals erwähnt. Wohl zur Sicherung des Territoriums des Paderborner Fürstbistums wurde Raveno von Pappenheim als Lehen eingesetzt. Einen bescheidenen Aufschwung nahm der Ort nach der Übernahme der Burg durch den Großagrarier Friedrich Schuchard, der die Burg als seinen Wohnsitz ab 1880 im neugotischen Stil umbauen ließ.

Externe ID: T-P363N403-20080725-0012
Erfassungsdatum: 25.07.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2008: Burggarten Calenberg

Zugehöriges Objekt

Burggarten Calenberg bei Warburg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Warburger Börde; in herausragender landschaftlicher Lage auf einer Bergkuppe gelegen; Größe etwa 1,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die Höhenburg wurde 1299 erstmals erwähnt. Wohl zur Sicherung des Territoriums des Paderborner Fürstbistums wurde Raveno von Pappenheim als Lehen eingesetzt. Einen bescheidenen Aufschwung nahm der Ort nach der Übernahme der Burg durch den Großagrarier Friedrich Schuchard, der die Burg als seinen Wohnsitz ab 1880 im neugotischen Stil umbauen ließ.

Gebäude und Ausstattung:
Die von einer Ringmauer umgebene Burg war ursprünglich durch einen Graben von der nordwestlich vorgelagerten Burgfreiheit getrennt. Ältester Bau der Burganlage ist der Palas oder Wohnturm vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Das benachbarte "Zehnthaus" wird mit seinem quadratischen Turm als Wohnbau genutzt. Der gesamte Burgenkomplex ist 1880 - 1882 vom Kölner Baumeister Heinrich Wiethase im Sinne der Burgenromantik mit durchgreifenden Veränderungen des alten Baubestandes und ergänzenden Neubauten wie Rundturm, Galerie und einer Kapelle rekonstruiert worden.

Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftsgarten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Den Zustand des Schlosshofes und der vorgelagerten Freiheit vor dem grundlegenden Umbau zeigt eine 1877 datierte Zeichnung. Außer dem Palas und dem Zehnthaus sind keine Gebäude der mittelalterlichen Burganlage erhalten geblieben. Ebenso sind der Burggraben und die Zugbrücke nicht mehr vorhanden. Die einfache landschaftliche Gestaltung des Schlosshofes zeigt niedrige Gehölzgruppen und an der Auffahrt eine ovale Rasenfläche mit einem runden Fontänebecken. Zur Ausstattung gehörten zwei steinerne Vasen, aufgestellte Pflanzkübel mit kugelig geschnittenen Gehölzen und nordwestlich des mittelalterlichen Palas eine Pergola. Ein vermutlich von Wiethase im Jahre 1881 gezeichneter Situationsplan zeigt maßstabsgetreu die neugestaltete Außenanlage des Burghofes. Unmittelbar vor den Gebäuden wurden auf den terrassenartig ausgebauten Flächen intensiv gestaltete Schmuck- bzw. Teppichbeete angelegt. Am Fuße der Terrasse blieb das Wasserbecken mit der Fontäne erhalten. Die vorgelagerte Burgfreiheit war mit Schlängelwegen, großzügigen Rasenflächen und einzelnen Gehölzgruppen landschaftlich gestaltet. Die gärtnerischen Anlagen außerhalb des umfriedeten Burgbereiches entstanden vermutlich zur gleichen Zeit. Hier hat man auch einen Rundweg mit Aussichtspunkten, Ruheplätzen sowie einen Pavillon und eine Grotte angelegt. Am Osthang des Burgberges gab es ursprünglich einen Rosengarten.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Am verwilderten Hang des Berges sind noch der Umgangsweg, der Treppenaufgang vom Dorf, der Pavillon und die Grotte am Weg erhalten geblieben. Wesentlich vereinfacht hat man die gärtnerischen Anlagen vor der Burg. Von der einstigen Gestaltung haben sich nur noch einige Altbäume und das inzwischen bepflanzte, runde Wasserbecken erhalten. Auffällig ist ein schöner achteckiger Pavillon an der nordwestlichen Außenmauer.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1907): Blatt 4520, Warburg. Herausgegeben 1907, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.
  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1907): Blatt 4521, Liebenau. Herausgegeben 1907, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4, Band 3, Seite 449.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Rodenkirchen, Nikolaus (Bearb.) / Rave, Wilhelm (Hrsg.) (1939): Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen: Kreis Warburg. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 44, Münster, Seite 230 - 233.
  • Strümper, Hannelore (1995): Calenberg: Ein Bildband über Kunst, Baudenkmäler, christliche Zeichen und Erinnerungen. Warburg.
Externe ID: LWL-GUP00011
Erfassungsdatum: 31.03.1999
Kategorie: Burggarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1877 - 1881
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034485


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2008: Burg Calenberg
1906: Burg Calenberg
1881: Burg Calenberg Burggarten
1877: Burg Calenberg Burggarten