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Haus Brunnen, Höxter
 

Mitte des 18. Jahrhundert wurde die Mineralquelle von Haus Brunnen entdeckt und durch den Corveyer Fürstabt gefördert. Die Corveyer Äbte nutzen es dann bis zum Ende des 18. Jahrhunderts als Sommerfrische. Nach der Säkularisation gelangte es in Privatbesitz.

Externe ID: T-P363N403-20080725-0010
Erfassungsdatum: 25.07.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1998: Haus Brunnen

Zugehöriges Objekt

Park am Haus Brunnen in Höxter-Godelheim (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland; südöstlich von Godelheim; Größe etwa 2,5 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Um 1730 wurde eine Mineralquelle in einem Bogen der Nethe unweit ihrer Mündung in die Weser entdeckt. 1746 veranlasste der Corveyer Fürstabt Caspar von Böselager die Untersuchung der Heilquelle und förderte den Ausbau mit seinem Privatvermögen. Nach der Errichtung eines stattlichen barocken Herrenhauses wurde die Anlage bis zum Ende des 18. Jahrhunderts überwiegend von den Corveyer Äbten als Sommerfrische genutzt. Der öffentliche Kurbetrieb am Godelheimer Brunnen dauerte nur von Ende des 18. bis in die 40er Jahre des 19. Jahrhunderts hinein. 1793 wird die Verwaltung der Anlagen vom Domkapitel auf einen privaten Pächter übertragen. Nach der Säkularisation gelangte die Anlage in das Eigentum des Landgrafen von Hessen-Rotenburg, der diese 1835 an Hannoverschen Geheimrat Dr. Carl Himley, Professor für Augenheilkunde in Göttingen, verkaufte. Nach dem Niedergang des Betriebes mit Trink- und Badekuren und einem zwischenzeitlichen Besitzerwechsel erfolgt 1844 der Verkauf an den Grafen von Bocholtz-Asseburg auf der Hinnenburg. Graf Johannes von Bocholtz-Asseburg hatte dann lange Jahre in Godelheim gewohnt. 1869 wurde schließlich das Badehaus abgebrochen und das Material beim Bau des Krankenhauses in Beverungen verwendet. Die heutigen Eigentumsverhältnisse sind unklar.

Gebäude und Ausstattung:
Ursprünglich dreigeschossiges, heute nur noch zweigeschossiges Herrenhaus mit Mansarddach. Von 1751 bis 1753 für den Caspar von Böselager vermutlich durch den Paderborner Barockbaumeister Franz Christoph Nagel errichtet. Das Gebäude ist 1937 durch das Abtragen des 2. Obergeschosses und Kürzung der Seiten um jeweils eine Achse insgesamt deutlich verkleinert worden.

Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
1746 gab Abt Caspar von Böselager ein Brunnenhaus in Auftrag und ließ dazu ein Gärtnerhaus von Kloster Corvey nach Godelheim versetzten. Vom 1749 errichteten achteckigen, zweigeschossigen hölzernen Brunnenhaus ausgehend, wurde in südwestlicher Richtung eine doppelte Allee mit wilden Kastanien angelegt. Schon 1755 wird nach der Errichtung des barocken Herrenhauses das Brunnenhaus abgebrochen. Mit der Errichtung des Herrenhauses sind vermutlich auch die gärtnerischen Anlagen, das sogenannte Bosquet, entstanden. Nach Beschreibungen von 1811 und 1813 war das Bosquet etwa acht Morgen groß. Durch Ankauf und Tausch zusätzlicher Grundstücke war 1828 eine Erweiterung und die Verlängerung der Allee hinter dem Bosquet mit der Anpflanzung von 50 Linden möglich. 1833 bis 1834 wird der Park nach Plänen des Hofgärtners Daniel Klein auf etwa 2,5 Hektar erweitert. Zusammen mit den Gärten und Wiesen hatte die gesamte Anlage nun eine Größe von etwa sechs Hektar. Der Plan von Klein zeigt im Bereich des Nethebogens eine gärtnerische Anlage, die durch eine umlaufende, gegenständige Doppelallee gekennzeichnet ist. Eine zentrale Achse vom Herrenhaus ausgehend, führte mit einer weiteren Allee zu einem achteckigen Wasserbecken (Alte Quelle = Brunnenfassung?) und von dort aus weiter zu dem Umgangsweg an der Nethe. Mehrere Aussichts- und Ruheplätze wurden durch ein System von Schlängelwegen erschlossen. Bereiche mit Blumenpartien, niedrigen und hohen Gehölzpartien und Tannenpflanzungen strukturierten die gärtnerische Anlage mit ihren weiten Wiesenflächen. Ein rundes Wasserbecken (Neue Quellen = Brunnenfassung?) befand sich nordöstlich des Herrenhauses.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Heute haben sich nur noch das umgebaute, barocke Herrenhaus und eine verwilderte Parkanlage mit Resten des Altbaumbestandes erhalten. Auffällig ist ein zentrales, rundes Wasserbecken auf der Wiese an der Gartenseite des Gebäudes. Vermutlich hat man den Park mit dem Umbau des Hauses 1937 mit umgestaltet. An der Südwestseite ist in den letzten Jahren ein buchsbaumgefasster Ziergarten angelegt worden. Die Pappelallee an der Zufahrt zum Haus Brunnen ist wahrscheinlich erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts angepflanzt worden und entspricht nicht der historischen Brunnenallee.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25.000 - Uraufnahme (1896): Blatt 4222, Höxter. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Brüning, Hans-Joachim (1984): Der Godelheimer Brunnen. In: Jahrbuch Kreis Höxter 1984, Höxter, Seite 217 - 231.
  • Hövermann, Jürgen (Bearb.) (1963): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 99 Göttingen. Bonn-Bad Godesberg.
  • Kaspar, Fred (1993): Brunnenkur und Sommerlust - Gesundbrunnen und Kleinbäder in Westfalen. Bielefeld.
Externe ID: LWL-GUP00132
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Landschaftsgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1755
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034457


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1998: Haus Brunnen
1896: Höxter