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Gut Abbenburg, Brakel
 

Haus Abbenburg ist eine ehemalige Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert. Die Abbenburg ist Stammsitz des westfälischen Adelsgeschlechts derer von Haxthausen und befindet sich seit 1465 ununterbrochen im Besitz der Familie. Abbenburg und der nicht weit entfernte Bökerhof waren in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts Treffpunkt für den sogenannten "Bökendorfer Märchenkreis", dem neben vielen anderen die Gebrüder Grimm und Annette von Droste-Hülshoff angehörten.

Externe ID: T-P363N403-20080724-0002
Erfassungsdatum: 24.07.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Gut Abbenburg

Zugehöriges Objekt

Gutspark Abbenburg, Brakel-Bellersen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Oberwälder Land; nördlich von­ Bellersen in der freien Landschaft, Größe etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Haus Abbenburg ist eine ehemalige Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert. 1220 wird ein Ritter Hermann von Abbenhusen urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert war die Burg Abbenborgh im Besitz der Paderborner Kirche. Die Abbenburg ist Stammsitz des westfälischen Adelsgeschlechts derer von Haxthausen und befindet sich seit 1465 ununterbrochen im Besitz der Familie. Werner von Haxthausen und August von Haxthausen beherbergten in Abbenburg und dem nicht weit entfernten Bökerhof in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts einen literarisch einflussreichen Kreis, dem neben vielen anderen die Gebrüder Grimm und Annette von Droste-Hülshoff angehörten. Sie hielt sich als Nichte der Brüder von Haxthausen häufiger in Abbenburg auf.

Gebäude und Ausstattung:
Der noch bestehende älteste Teil der Burg ist die "Alte Rentei" mit einem Torhaus, das auch als Kapelle bezeichnet wird. Beide Gebäude stammen aus einer Anlage von 1558. Südlich daran schließt sich das neue Herrenhaus von 1833 an, das von den Brüdern Moritz, Friedrich, Karl, Werner, Wilhelm und August von Haxthausen anstelle eines Vorgängerbaus errichtet wurde.

Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftspark.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Bis auf den westlichen Bereich, der von weitläufigen Wirtschaftsgebäuden eingenommen wird, war das Gut von mehreren Zier- und Nutzgärten umgeben. Eine Beschreibung Annette von Droste-Hülshoffs verdeutlicht die Gestaltung eines Gartenbereichs zur 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts: "Ungefähr 200 Schritte vom Hause (nach der stillen Seite) ein sehr hoher und breiter Laubengang, in der Mitte abgebrochen, wo eine herrliche Linde steht mit steinernem Tische und Bänken drum her." An diesen Bereich östlich des Herrenhauses schließt sich eine leicht modellierte Wiese an, die von prächtigen alten Laubbäumen und Koniferen gesäumt wird. Die landschaftliche Gestaltung des 19. Jahrhunderts setzt sich mit einem Teich als Abschluss der Anlage fort. Der Bereich südlich der alten Bruchsteinmauer (Burgmauer?) wurde vermutlich als Nutzgarten bewirtschaftet.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der von Annette von Droste-Hülshoff beschriebene Bereich ist heute nördlich der Hauptzufahrt zum Gut noch gut als Hügel erkennbar. Im dichten Buschwerk sind auch noch einige wenige Hainbuchen auszumachen, die wahrscheinlich zum Restbestand des Laubenganges gehörten, der zum Aussichtsplatz/-hügel führte. Auf dem Hügel steht noch immer eine Linde. Der sich östlich anschließende landschaftliche Gartenbereich ist ebenso wie die hausnahen Bereiche gut gepflegt. Der Bereich um den Teich nahe der Landstraße nach Bellersen und Vörden ist verwildert.

Abbildungen:
Weitere Abbildungen: Westfalia Picta, Band 5, Seite 172 - 174.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4221, Brakel. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Alber-Longère, Christine (1986): Abbenburg in Brakel. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen, Bielefeld, Seite 51 - 53.
  • Bieker, Josef / Romeis, Ulrike / Wollheim, Ulrich (1995): Auf Annette von Droste-Hülshoffs Spuren. Hamburg, 2. Auflage.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00042
Erfassungsdatum: 30.08.1999
Kategorie: Gutspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1801 - 1850
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034316


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1999: Gut Abbenburg
Gut Abbenburg
1896: Gut Abbenburg
Gut Abbenburg
Gut Abbenburg