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Schonlau Kapelle, Dringenberg
 

Die 1675 errichtete einschiffige Schonlau Kapelle bei Dringenberg ist dem Heiligen Liborius geweiht und wurde 1751 umgebaut. Auf der flachen Bergkuppe wurde jahrhundertelang das Freigericht, die Feme, abgehalten und in der Regel dreimal jährlich Recht gesprochen. Die erstmals im 13. Jahrhundert erwähnte Gerichtsstätte (Freistuhl) gehörte zur ehemaligen Freigrafenschaft Dingen, die sich etwa von Driburg bis Arolsen erstreckte. Gerichtsherren waren zunächst die Grafen von Everstein, im 14. Jahrhundert dann die Bischöfe von Paderborn. Nach der Einrichtung des Amtes Dringenberg im Jahre 1323 stieg das Schonlauer Freigericht zur obersten Paderborner Gerichtsinstanz östlich des Eggegebirges auf. An der Gerichtsstätte versammelten sich auch die Stände des Fürstbistums, um dort zu beraten. Der letzte dieser Landtage ist für 1593 überliefert. Im Jahre 1763 wurden die Freistühle durch fürstbischöfliche Verordnung abgeschafft.

Externe ID: T-P363N403-20080417-0002
Erfassungsdatum: 17.04.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Schonlau-Kapelle bei Dringenberg

Zugehöriges Objekt

Grünanlage an der Schonlau-Kapelle (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Katholische Gemeinde Dringenberg, Burgstraße 27, 33014 Bad Driburg; öffentlich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Oberwälder Land; inmitten der weiten Feldflur südlich von Dringenberg; Größe etwa 500 m2.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Auf der flachen Bergkuppe wurde jahrhundertelang das Freigericht, die Feme, abgehalten und in der Regel dreimal jährlich, am Dreikönigstag am 06. Januar, an Fronleichnam im Juni und am Montag nach dem Fest des Hl. Michael am 29. September., Recht gesprochen. Die erstmals im 13. Jahrhundert erwähnte Gerichtsstätte (Freistuhl) gehörte zur ehemaligen Freigrafenschaft Dingen, die sich etwa von Driburg bis Arolsen erstreckte. Gerichtsherren waren zunächst die Grafen von Everstein, im 14. Jahrhundert dann die Bischöfe von Paderborn. Nach der Einrichtung des Amtes Dringenberg im Jahre 1323 stieg das Schonlauer Freigericht zur obersten Paderborner Gerichtsinstanz östlich des Eggegebirges auf. An der Gerichtsstätte versammelten sich auch die Stände des Fürstbistums, um dort zu beraten. Der letzte dieser Landtage ist für 1593 überliefert. Im Jahre 1763 wurden die Freistühle durch fürstbischöfliche Verordnung abgeschafft.

Gebäude und Ausstattung:
Dem Hl. Liborius geweihte einschiffige Kapelle mit Fachwerkgiebel und Dachreiter. 1751 umgebaut. An der Eingangsseite eine steinerne Außenkanzel mit Inschrift: "1675 DEN 17 MAY. HAT CONRAD BECKER DIES. IN. DIE. EHR. GOTTES MACHEN LASSEN."

Art der Grünanlage:
Historisches Kulturlandschaftselement.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Eine großzügige Ringpflanzung aus mächtigen etwa 150 Jahren alten Buchen begrenzt den etwa 40 m langen und 30 m breiten Platz um die Kapelle. Südlich der Kapelle steht als Gerichtsbaum eine mehrere hundert Jahre alte Linde. Unter Linden wurde im Mittelalter und der frühen Neuzeit häufig Gericht gehalten.

Heutiger Zustand / Nutzung:

Die Anlage ist inmitten einer intensiv bewirtschafteten Feldflur ein weithin sichtbares historisches Kulturlandschaftselement.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4320, Willebadessen. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Rodenkirchen, Nikolaus (Bearb.) / Rave, Wilhelm (Hrsg.) (1939): Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen: Kreis Warburg. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 44, Münster, Seite 122 - 124.
  • Hömberg, Albert K. (1967): Westfälische Landesgeschichte. Band 1-3, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00041
Erfassungsdatum: 30.11.1999
Kategorie: Kapellenanlage
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1675
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034274


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2008: Schonlau-Kapelle bei Dringenberg
2008: Dringenberg von der Schonlau-Kapelle
1896: Schonlau Kapelle