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Stift Neuenheerse, Bad Driburg
 

868 wurde in der heutigen Ortschaft Neuenheerse vom Paderborner Bischof Liuthard und seiner Schwester Walburga das adlige Damenstift Heerse gegründet. Die damalige karolingische Kirche wurde 1131 durch eine Säulenbasilika ersetzt und im gleichen Jahrhundert nach einem Brand umgebaut, anschließend mehrfach verändert und erneuert. Das Abteigebäude des Damenstiftes, im Volksmund "Schloss" genannt, ist an drei Seiten vollständig von einer Gräfte umgeben. Das Gebäude wurde zwischen 1599 und 1603 erbaut und im frühen 18. Jahrhundert umgebaut. Das Stift wurde 1810/11 aufgehoben und seitdem die Kirche als Pfarrkirche genutzt. Das Stift und die dazugehörige Abtei wechselten mehrmals die Besitzer, bis es die Missionare vom Kostbaren Blut kauften und darin ein Internat mit Unterrichtsräumen einrichteten, das 1957 eröffnet wurde. 1967 erforderte der aufstrebende Internatsbetrieb einen modernen Neubau im Westen des Abteigebäudes. Seit 1989 gehört das Anwesen dem Generalkonsul von Ghana.

Externe ID: T-P363N403-20080417-0001
Erfassungsdatum: 17.04.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Stift Neuenheerse

Zugehöriges Objekt

Gärten am Stift Neuenheerse (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Gelände mit natur-, völker- und heimatkundlicher Sammlung, nur zu den Öffnungszeiten bzw. nach Anmeldung zugänglich (Vereinigte Museen des Wasserschlosses Heerse, Stiftstraße 2, 33014 Bad Driburg-Neuenheerse).

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland, am Ostrand des Eggegebirges; im Ortskern von Neuenheerse, Größe etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
868 wurde in der heutigen Ortschaft Neuenheerse vom Paderborner Bischof Liuthard und seiner Schwester Walburga das adlige Damenstift Heerse gegründet. Die damalige karolingische Kirche wurde 1131 durch eine Säulenbasilika ersetzt und im gleichen Jahrhundert nach einem Brand umgebaut. Durch einen weiteren Umbau im 14. Jahrhundert verändert man das Langhaus auf der Südseite zur Halle. Der Kirchenbau wurde im 17. Jahrhundert mehrfach verändert und erneuert. Das Stift wurde 1810/11 aufgehoben und seitdem die Kirche als Pfarrkirche genutzt. Das Stift und die dazugehörige Abtei wechselten mehrmals die Besitzer, bis es für längere Zeit in den Besitz der Familie von Zitzewitz überging. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Abteigebäude als Quartier für Besatzungssoldaten sowie für polnische Offiziere genutzt, die auf ihren Heimattransport warteten. Im Anschluss daran diente das Gebäude als Altersheim, bis es die Missionare vom Kostbaren Blut kauften und darin ein Internat mit Unterrichtsräumen einrichteten, das 1957 eröffnet wurde. 1967 erforderte der aufstrebende Internatsbetrieb einen modernen Neubau im Westen des Abteigebäudes. Seit 1989 gehört das Anwesen dem Generalkonsul von Ghana.

Gebäude und Ausstattung:
Das Abteigebäude des Damenstiftes, im Volksmund "Schloss" genannt, ist an drei Seiten vollständig von einer Gräfte umgeben. Das Gebäude wurde zwischen 1599 und 1603 erbaut und im frühen 18. Jahrhundert umgebaut. Im frühen 20. Jahrhundert wurde das ursprünglich verputzte Obergeschoss mit Fachwerk erneuert.

Art der Grünanlage:
Reste einer historischen Gartenanlage und moderne Grünanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Historische Belege für eine Garten- oder Parkanlage sind bisher nicht bekannt. Ein historischer Stich von 1845 lässt im Westen des Abteigebäudes eine dichte Gehölzkulisse und zwei aufrechtwachsende Pyramidenpappeln erkennen. Auf einem 1931 gezeichnetem Lageplan des ehemaligen Stiftsbereiches sind westlich und südlich des Abteigebäudes großzügige Freiflächen dargestellt. Noch heute lässt sich oberhalb des Bachlaufs der Nethe, am ansteigenden Hang ein alter Baumbestand erkennen, der die Anlage eines Gartens oder repräsentativen Parks nahelegt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
An der Gartenseite des Gebäudes bestimmen heute Rasenflächen und kegelförmig geschnittene sowie symmetrisch angeordnete Hainbuchen die Fläche. Zwischen der Kirche und dem Stiftsgebäude ist noch die steinerne Randeinfassung eines alten Rondells erkennbar. Hinzuweisen ist auch auf den großen Kirchhof nördlich der Stiftskirche, der sich heute als eine moderne Grünanlage mit einem mächtigen Kriegerehrenmal darstellt.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4319, Lichtenau. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.
  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4320, Willebadessen. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Kreis Höxter, Kreis Paderborn, Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.) / Brehm, Oliver (Gesamtred.) (2000): Ehemaliges Kanonissenstift Heerse. In: Klosterführer für die Kreise Höxter und Paderborn. Informationen und Tipps zu den Klöstern der Klosterregion, Höxter, Seite 63 - 65.
  • Broer, Werner / Fremdenverkehrsverband Teutoburger Wald e.V. (Hrsg.) (1992): Bäder, Parks und Gärten. Detmold, Seite 32.
  • Werntze, Annette (1994): Die Stiftskirche in Neuenheerse. Mainz, zugleich: Aachen, Technische Universität, Dissertation.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
  • Naumann, Elfriede (1994): Rendezvous mit den Tieren der Welt im ehemaligen adeligen Damenstift. In: die Warte 83/1994, Paderborn.
  • Schröder, Markus (1986): Schloß Neuenheerse in Neuenheerse. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen, Bielefeld, Seite 187 - 189.
  • Bonk, Peter (1988): Von der Abtei zum Museum. In: Jahrbuch Höxter, Höxter, Seite 11 - 17.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00037
Erfassungsdatum: 30.08.1999
Kategorie: Garten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1801 - 1845
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034260


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2008: Stift Neuenheerse
1896: Stift Neuenheerse
1845: Stift Neuenheerse