Für die Menschen, für Westfalen-Lippe Signet: LWL-GeodatenKultur
Username:  
Password:  
Trennlinie; Beginn des Seitenfußes
  Start     Karte     Suche     Auswahlliste     Objektansicht     Hilfe  
Wallfahrtsanlage Kleinenberg, Lichtenau
 

Am Westrand des Eggegebirges liegt der weit über die Grenzen von Ostwestfalen-Lippe hinaus bekannte Marienwallfahrtsort Kleinenberg. Ziel der Wallfahrten ist im Nordosten des Ortes die ab 1742 erbaute barocke Wallfahrtskirche "Mariä Heimsuchung" mit einer 350 m­­ langen Prozessionsallee. In der Westachse der Kirche liegt der 1754 fertiggestellte Prozessionsweg mit insgesamt vierzehn Kreuzwegstationen. Die Verbindung zwischen der Wallfahrtskirche und dem Kalvarienberg wird durch eine erstmals im Jahre 1771 gepflanzte Lindenallee hergestellt.

Externe ID: T-P363N403-20080410-0006
Erfassungsdatum: 10.04.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



In Karte anzeigen

1999: Wallfahrtsanlage Kleinenberg

Zugehöriges Objekt

Wallfahrtsanlage Kleinenberg in Lichtenau-Kleinenberg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Kath. Kirchengemeinde Kleinenberg, Pöhlenstr. 13, 33165 Lichtenau-Kleinenberg; Stadt Lichtenau, Postfach 11 44, 33162 Lichtenau. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Paderborner Hochfläche, am Westrand des Eggegebirges; am westlichen Ortsausgang; Größe etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Am Westrand des Eggegebirges liegt der weit über die Grenzen von Ostwestfalen-Lippe hinaus bekannte Marienwallfahrtsort Kleinenberg. Ziel der Wallfahrten ist im Nordosten des Ortes die Wallfahrtskirche "Mariä Heimsuchung" mit einer 350 ­m­ langen Prozessionsallee. Verehrt wird eine gotische Madonnenstatue, welche im 18. Jahrhundert den Namen "Helferin vom Berge" bekam.

Gebäude und Ausstattung:
Die prachtvolle Barockkirche wurde ab 1742 nach Plänen des Paderborner Baumeisters Franz Christoph Nagel erbaut. In der Westachse der Kirche liegt der 1754 fertiggestellte Prozessionsweg mit insgesamt 14 Kreuzwegstationen. Die Bildstöcke mit Volutenschmuck stammen noch aus der Entstehungszeit der Anlage, während die schlichteren Stationen erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgestellt wurden. Der Endpunkt des leicht ansteigenden Prozessionsweges wird durch eine steinerne, fast lebensgroße Kreuzigungsgruppe markiert, einem sogenannten "Kalvarienberg".

Art der Grünanlage:
Historische Grünanlage (Wallfahrtsanlage).

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Verbindung zwischen der Wallfahrtskirche und dem Kalvarienberg wird durch eine erstmals im Jahre 1771 gepflanzte Lindenallee hergestellt. Die Anpflanzung der Bäume diente einerseits zur Betonung des Kreuzweges in der Landschaft, andererseits sollten sie den Gläubigen bei den sommerlichen Prozessionen auch Schatten spenden. Den Abschluss des Prozessionsweges bildet eine halbkreisförmig angepflanzte Baumgruppe in der Art einer "Exedra". Die gesamte Anlage ist in ihrer Geschlossenheit ein außergewöhnliches Beispiel für eine barocke Wallfahrtsstätte.

Nicht weit von der Wallfahrtsanlage entfernt, befindet sich südwestlich der Hauptstraße ein weiterer Andachtsort, der Marienbrunnen. In der Nähe von Wallfahrtsstätten findet man vielerorts Quellen, die besonders geachtet werden. So wird von diesem Ort die Legende erzählt, dass er der Fundort der mittelalterlichen Marienstatue sein könnte.

Die Anlage entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Heute befindet sich an der zu einem Teich aufgestauten Quelle eine kleine Gartenanlage mit dem Marienbrunnen sowie eine Brunnenkapelle. Dem Wasser des Brunnens wird eine besondere Heilwirkung zugeschrieben. Im angrenzenden Steilhang findet sich eine aus Bruchsteinen gestaltete Nische, die der Grotte von Lourdes nachempfunden wurde, mit dem steinernen Bildnis einer Madonna.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Aus Altersgründen mussten 1990 große Teile der Allee gefällt und durch Neuanpflanzungen ersetzt werden.

Sonstiges:
Dorfentwicklungsplan Kleinenberg: Bestandsanalyse Wallfahrtsbereich /Friedhof. Wolters & Partner, September 1993.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25.000 - Neuaufnahme (1894): Blatt 4419, Kleinenberg. Herausgegeben 1894 Berlin, Neuherausgegeben von der Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Borgmeier, Hans-Günther (1998): 100 Jahre Lourdesmadonna. In: Lichtenauer Heimatblätter 4/1998, Lichtenau, Seite 22 - 24.
  • Borgmeier, Hans-Günther (1998): 750 Jahre Kleinenberg. In: Lichtenauer Heimatblätter 4/1998, Lichtenau, Seite 4 - 9.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 154 - 155.
  • Hagelüken, Bernhard (1998): Ein Dorf an der Schwelle zum dritten Jahrtausend. In: Lichtenauer Heimatblätter 3/1998, Lichtenau, Seite 13 - 17.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
Externe ID: LWL-GUP00196
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Wallfahrtskirche
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1771
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034246


In Karte anzeigen

1999: Wallfahrtsanlage Kleinenberg
1999: Wallfahrtsanlage Kleinenberg
1896: Lichtenau