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Schlossanlage Welda, Warburg
 

Nahe der hessischen Grenze ließen Hermann Adolph von Haxthausen und seine Ehefrau Agnes Ursula von der Lippe ab 1734 ein repräsentatives Barockschloss errichten. Mit dem Tode Hermann Adolph von Haxthausen ging die Anlage in den Besitz der Familie von Brackel über, die bis 1932 im Schloss wohnten. Die im 19. Jahrhundert bekannte Schriftstellerin Ferdinande Freiin von Brackel wurde im Schloss geboren. Nach verschiedenen Besitzerwechseln hat man 1978 die Orangerie mit dem südlichen Parterre von der Schlossanlage abgetrennt.

Externe ID: T-P363N403-20080410-0002
Erfassungsdatum: 10.04.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Schlosspark Welda

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Welda, Warburg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.
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Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Hessisches Bergland; etwa 6 km­­ südwestlich von Warburg im Talraum der Twiste; Größe etwa 1 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Nahe der hessischen Grenze ließen Hermann Adolph von Haxthausen und seine Ehefrau Agnes Ursula von der Lippe ab 1734 ein repräsentatives Barockschloss errichten. Auf einer seiner Reisen wohnte auch Fürstbischof Clemens August im Schloss. Mit dem Tode Hermann Adolph von Haxthausen ging die Anlage in den Besitz der Familie von Brackel über, die bis 1932 im Schloss wohnten. Die im 19. Jahrhundert bekannte Schriftstellerin Ferdinande Freiin von Brackel wurde im Schloss geboren. Nach verschiedenen Besitzerwechseln hat man 1978 die Orangerie mit den südlichen Parterre von der Schlossanlage abgetrennt.

Gebäude und Ausstattung:
Nach einem Vorgängerbau wurde das Schloss als regelmäßige Anlage um eine Nord-Süd-Achse mit Vorhof, Garten und Orangerie errichtet. Die Baugeschichte von Schloss Welda ist eng mit der von Schloss Vinsebeck verbunden. Das ebenfalls wie Vinsebeck vom Barockbaumeister Justus Wehmer in Welda geplante zweigeschossige Schloss hat mit den kurzen symmetrisch angelegten Seitenflügeln einen fast H-förmigen Grundriss. Bis auf die Hofseite im Süden ist das Schloss von einer Gräfte umgeben. Der Zugang von der Hofseite führt über eine große doppelläufige Freitreppe. Von der Gartenseite führt eine symmetrisch geschwungene Freitreppe über eine Holzbrücke in den Garten. Als nördlicher Abschluss des Gartens hat man 1754 eine Orangerie fertiggestellt. Die Torhäuser und ein Teil der Wirtschaftsgebäude des Vorhofes stammen noch aus dem 17. und aus dem 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde der Wirtschaftshof in östlicher Richtung erweitert.

Art der Grünanlage:
Historischer Barockgarten/Landschaftsgarten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Parallel zur Ausgestaltung des Schlosses wurde an der Nordseite des Hauses ein barocker Garten angelegt. 1738 hat man die Gartenmauern errichtet. Der Hofgärtner von Schloss Neuhaus, Carl Hatzel, erhandelte im Auftrag Hermann von Haxthausen in Rheda 32 Pyramideneiben. Mit Hatzel wurde für die Anlage des Gartens ein Gartenkünstler verpflichtet, den Fürstbischof Clemens August zur Ausführung des Barockgartens für Schloss Neuhaus aus Wien hatte kommen lassen. 1754 wurde die Orangerie als nördlicher Abschluss des Gartens mit einer vorgelagerten Terrasse als Orangerieparterre fertiggestellt. Die Grundstruktur des barocken Gartens lässt sich gut aus einer Gartenansicht aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts erkennen. Von einem zentralen Mittelweg ausgehend, wurde der Garten mit Seitenwegen in acht symmetrische Parterres gegliedert. Die Bepflanzung der Parterres und der Rondelle lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Von der Verlängerung des Mittelweges aus gelangte man über eine Treppe zum Orangerieparterre und der Orangerie, die den Garten als "Point de vue" abschloss. Vermutlich wurde der Garten im Verlauf des 19. Jahrhunderts durch die Auflösung der regelmäßigen Grundformen zu einem landschaftlichen Garten umgestaltet. Der zentrale Mittelweg wurde als Sichtachse beibehalten. Auf die landschaftliche Umgestaltung lässt auch der alte Baumbestand schließen. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde der Schlossgarten als Gärtnerei genutzt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Eine Lindenallee entlang der Zufahrt führt aus südlicher Richtung über den Vorhof zum Schloss. Auffällig ist die gärtnerische Gestaltung des Vorplatzes mit einem Rondell, in dessen Mitte eine große Steinvase platziert ist. Trotz stellenweiser Verwilderungen und zahlreicher Baumstubben hat sich ein Teil des Altbaumbestandes noch erhalten. Gravierend hat sich das Abtrennen der Orangerie mit dem vorgelagerten Orangerieparterre auf die Gestaltung des Schlossgartens ausgewirkt.

Wegen der unterschiedlichen Besitzverhältnisse hat man die einheitliche Gestaltung des Schlossgartens durch einen aufgeschütteten Wall, einem Zaun und mit einer Sichtschutzpflanzung erheblich gestört.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta, Band V, Seite 563 - 565.

Literaturangaben

  • Flörke, Simone (1999): Die Renovierung des Barockschlosses in Welda. In: Die Warte 104/1999, Paderborn.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Püttmann, Klaus G. (1986): Die barocken Schlossbauten Justus Wehmers in Westfalen zu Bedingungen und Wegen in der Architekturrezeption. Denkmalpflege und Forschung in Westfalen, Band 13. Zugleich, Münster, Universität, Dissertation, Bonn.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartendenkmalpflege in Westfalen. In: Querbeet durch historische Gärten in Ostwestfalen-Lippe. Anja Schöne, Historisches Museum Bielefeld (Hrsg.), Schriften der Historischen Museen der Stadt Bielefeld, Band 16, Bielefeld.
  • Hake, Bruno (1999): Schloss Welda und die Orangerie. In: Die Warte 88/1999, Paderborn, Seite 11 - 13.
  • Bürgener, Martin (Bearb.) (1963): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 111 Arolsen. Bonn-Bad Godesberg.
  • Linten, Claudia Simone (1997): Orangerien in Westfalen. Europäische Hochschulschriften Reihe 28, Kunstgeschichte, Band 327. Zugleich: Münster, Universität, Dissertation, Frankfurt/Main.
Externe ID: LWL-GUP00168
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1738
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034190


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1999: Schloss Welda
1920: Schloss Welda
1907: Warburg
Schloss Welda