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Schlossanlage Schweckhausen, Willebadessen
 

Die dreiflügelige Wasserschloßanlage von Schloss Schweckhausen wurde um 1581 im Renaissancestil gebaut. 1845 kauften die Herzöge von Croy, ein altes Adelsgeschlecht aus Frankreich, die Schlossanlage und das Gut in Schweckhausen. Das Schloss wurde bis in die 1930er Jahre als Verwaltungsmittelpunkt des Ortes genutzt.

Externe ID: T-P363N403-20080410-0001
Erfassungsdatum: 10.04.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2008: Schloss Schweckhausen

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Schweckhausen, Willebadessen (Kulturlandschaft)

 

­Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum; der Park ist öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:

Weserbergland; am Nordrand der Warburger Börde im Uggetal; Größe etwa 3 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Schloss Schweckhausen ist entstanden, als 1577 der reiche Besitz von Johann von Spiegel zu Peckelsheim, 1559 verstorbener Erbmarschall des Hochstiftes Paderborn, unter seinen Söhnen geteilt wurde. Raban erhielt Schweckhausen, Werner Borlinghausen und David Peckelsheim und Helmern. Die Brüder traten zum evangelischen Glauben über. 1845 kauften die Herzöge von Croy, ein altes Adelsgeschlecht aus Frankreich, die Schlossanlage und das Gut. Das Schloss wurde bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts als Verwaltungsmittelpunkt des Ortes genutzt. Der landwirtschaftliche Gutsbetrieb war für viele Generationen der größte Arbeitgeber in Schweckhausen. Zurzeit wird nach einer Nutzung für das Schlossgebäude gesucht.

Gebäude und Ausstattung:
Johann von Spiegel zu Peckelsheim ließ im 16. Jahrhundert die malerische Wasserschlossanlage bauen. Das Schloss gruppiert sich hufeisenförmig mit drei Gebäudeflügeln auf der Gräfteninsel. Im Osten steht der langgestreckte, zweigeschossige Hauptflügel aus dem 16. Jahrhundert mit Fachwerkgiebeln an der Nord- und Südseite. An den Hauptflügel schließt sich am Binnenhof und an der Gartenseite jeweils ein achteckiger Turm an. Der Ostflügel wurde im 17. Jahrhundert um den südlichen "Kapellenflügel" mit Volutengiebeln und im 18. Jahrhundert um den schlichten Nordflügel erweitert. Von der Gartenseite des Hauptflügels führt eine lange Gräftenbrücke zu einer doppelläufigen Freitreppe mit einem Eisengeländer des 19. Jahrhunderts in den Garten. Die weit ausgreifende Treppenkonstruktion bildet zum Garten hin eine Nische oder Grotte. Davor hat man zentral einen Steintisch plaziert. Im Westen des Wasserschlosses liegt der vorgelagerte Wirtschaftshof mit Gebäuden des 18. und 19. Jahrhunderts. An der Straße in Richtung zum Vorwerk in Schönthal stehen noch zwei zum Wirtschaftshof gehörende kleinere Fachwerkbauten mit offener Laube, die bis vor einigen Jahrzehnten als Schmiede und Stellmacherei genutzt wurden.

Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftsgarten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Gartenanlage östlich des Wasserschlosses wurde auf der Grundfläche eines langgestreckten Rechtecks vermutlich im 18. Jahrhundert angelegt. Ein 1831 gezeichneter Lageplan zeigt die gesamte Anlage mit mehreren Alleen. Die Zufahrt erfolgte aus südlicher Richtung durch eine mächtige Eichenallee, vorbei an den beiden flankierenden kleinen Fachgebäuden an der Wegekreuzung und dann durch ein Torhaus auf den großen Wirtschaftshof. Westlich vom Wirtschafshof lag ein regelmäßiger Nutzgarten. Über eine steinerne Gräftenbrücke gelangte man zum Wasserschloss und vom Ostflügel über die Holzbrücke und die weit geschwungene Freitreppe in den Garten. Parallel zur nördlichen Gräfte wurde eine Lindenallee angelegt, die eine breite Wegeachse durch den Garten markierte und die Anlage nach Norden abschloss. Als südliche Begrenzung des Gartens wurde entlang der stattlichen Einfriedung eine Kastanienallee angepflanzt. Die begradigte Ugge durchquerte diagonal den Garten und wurde im Verlauf der nördlichen Lindenallee durch eine Brücke mit Bruchsteingewölbe überquert. Mehrere Schlängelwege erschlossen die Anlage. Nördlich der Lindenallee waren zwei rechteckige Teiche, von denen einer wahrscheinlich als Pferdeschwemme genutzt wurde. Dieser Bereich der Anlage hatte zu dieser Zeit vermutlich eher nützlichen Charakter. Eine detaillierte Teilansicht des Gartens bietet eine zwischen 1871 bis 1873 farbig gedruckte ­Lithografie. An der Gartenseite des Schlosses ist eine aufwendig gestaltete Anlage mit Pergola oder Berceau auf der Brücke und begrünten Läufen der Freitreppe dargestellt. Weite gepflegte Rasenflächen und verschieden geordneter Beete mit Zierpflanzen und Gehölzen zeigen eine Gestaltung als "Pleasureground". Im Hintergrund sind die mächtigen Bäume der Lindenallee zu erkennen. Bei der Preußischen Landesaufnahme von 1896 sind schließlich die nördlichen und östlichen Gartenbereiche in der landschaftlichen Gestaltung miteinander vereint. Der Schlossgarten wurde durch ein gerades Wegesystem mit mehreren Diagonalwegen erschlossen.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der in seiner Grundsubstanz noch deutlich erkennbare Schlossgarten ist zur Zeit der Bestandsaufnahme (2000) in weiten Bereichen verwildert und verwahrlost. Von den einstigen Gestaltungselementen haben sich noch die Lindenallee, Teile der Kastanienallee und ein geringer Altbaumbestand erhalten. Der ehemalige "Pleasureground" an der Gartenseite des Schlosses ist heute eine umzäunte Weide. Die Werksteinpfosten der Umfriedung des Schlossgartens sind nicht mehr standfest oder umgestürzt und die einzelnen Zaunelemente sind nicht mehr vorhanden. Bis auf die Schlossgebäude befinden sich alle anderen Baulichkeiten in einem fast schon ruinösen Zustand. Das Torhaus und ein Teil der Wirtschaftsgebäude sind abgerissen und die beiden kleinen, seltenen und ortsbildprägenden Fachwerkbauten an der ehemaligen Allee nach Schönthal sind baufällig.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4320, Willebadessen. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Seick, Carsten (1996): Studien zu landschaftlichen Gärten und Parks in Westfalen-Lippe unter besonderer Berücksichtigung der Anlagen privater Auftraggeber. Münster, Westfälische Wilhelm-Universität Münster, Dissertation, Band 1 - 4.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld.
  • Maoro, Ernst (1986): Schloss Schweckhausen in Uggetal. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 238 - 240.
  • Woltiri, Hubert (1993): Lange Debatten um das "Lange Haus" in Schweckhausen. In: Jahrbuch 1993 Kreis Höxter, Höxter, Seite 253 - 257.
Externe ID: LWL-GUP00162
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1701 - 1831
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034176


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2001: Schlosspark Schweckhausen
2001: Schlosspark Schweckhausen
1896: Willebadessen
Schloss Schweckhausen