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Schlossanlage Merlsheim, Nieheim
 

Beim Dorf Merlsheim erwarben die Herren von Oeynhausen seit der Mitte des 14. Jahrhunderts ausgedehnten Landbesitz. Um 1420 erhielt Sievert von Oeynhausen vom Paderborner Fürstbischof als Landesherren das Recht, beim Dorf eine Burg zu errichten. Bis 1632 blieb die adelige Familie von Oeynhausen im Besitz von Merlsheim. Von 1652 bis 1780 gelangte Merlsheim in den Besitz der Freiherrn von Ketteler. Nach der Aufhebung der Lehensverhältnisse in den Jahren 1803 bis 1804 erwarb nach mehreren Besitzerwechseln 1845 der Ökonom Joseph Freiherr von Hövel das Anwesen. Sein Nachfolger August Freiherr von Hövel, ehemals Regierungspräsident von Koblenz, setzte seine Nichte Eleonore von und zur Mühlen, geborene Freiin von Hövel als Erbin ein. Seit 1920 bewohnt die Familie von und zur Mühlen das Schloss.

Externe ID: T-P363N403-20080409-0007
Erfassungsdatum: 09.04.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1998: Schloss Merlsheim

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Merlsheim, Nieheim-Merlsheim (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland; zwischen Eggegebirge und Steinheimer Börde am Ortsrand von Merlsheim; die Größe des Gartens etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Beim Dorf Merlsheim erwarben die Herren von Oeynhausen seit der Mitte des 14. Jahrhunderts ausgedehnten Landbesitz. Um 1420 erhielt Sievert von Oeynhausen vom Paderborner Fürstbischof als Landesherren das Recht, beim Dorf eine Burg zu errichten. Bis 1632 blieb die adelige Familie von Oeynhausen im Besitz von Merlsheim. Von 1652 bis 1780 gelangte Merlsheim in den Besitz der Freiherrn von Ketteler. Nach dem Abzug des letzten Domherrn von Ketteler wurde um 1780 Christian von Oeynhausen belehnt. Nach der Aufhebung der Lehensverhältnisse in den Jahren 1803 bis 1804 erwarb nach mehreren Besitzerwechseln 1845 der Ökonom Joseph Freiherr von Hövel das Anwesen. Sein Nachfolger August Freiherr von Hövel, ehemals Regierungspräsident von Koblenz, setzte seine Nichte Eleonore von und zur Mühlen, geborene Freiin von Hövel als Erbin ein. Seit 1920 bewohnt die Familie von und zur Mühlen das Schloss.

Gebäude und Ausstattung:
Die Hauptburg ist von der quadratischen inneren Gräfte umgeben. Der Kernbau von 1420 ist im südlichen Gebäudeflügel enthalten. Im 16. Jh. wurde die Turmburg nach Süden, Osten und Westen erweitert, so dass der heutige Südflügel mit einem kleinen Anbau des Ostflügels entstand. Der Ostflügel mit dem Eingangsportal wurde nach Norden in den Jahren 1665-67 für den Paderborner Domdechanten Caspar Philipp von Ketteler errichtet. Die zweigeschossigen Süd- und Ostflügel des Herrenhauses haben an den Stirnseiten prächtige Schaugiebel. Die West- und Nordseite der Hauptburg wurde durch eine Mauer und einem zweigeschossigen Eckturm geschlossen. 1771 erfolgte die Errichtung des Stallgebäudes im Westen. Der Treppenturm mit historisierendem Giebel an der Hofseite des Ostflügels wurde erst 1920 errichtet. Die Ökonomiegebäude des ausgedehnten Wirtschaftshofes wurden nach verschiedenen Vorgängerbauten hauptsächlich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert errichtet.

Art der Grünanlage:
Historischer Barockgarten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Innerhalb der ursprünglich an allen vier Seiten von einer äußeren Gräfte und Mauer mit Ecktürmen umgebenen Gesamtanlage wurde zwischen innerer und äußerer Gräfte im Südosten ein längsrechteckiger Lustgarten angelegt. Der Garten nahm mehr als ein Viertel der Gesamtfläche der Anlage ein. Die Gestaltung des barocken Gartens erfolgte vermutlich zusammen mit dem Ausbau des Ostflügels in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Verschiedene Federzeichnungen aus dem Jahre 1737 zeigen die barocke Gartenanlage, die durch einen zentralen Längs- und drei Querwege in acht Felder aufgeteilt war. Der wohl detaillierteste Plan ist 1781 entstanden. Durch die Gestaltung der Wegeecken mit Viertelkreisbögen entstanden acht barocke Parterres, die symmetrisch mit kegelförmig oder pyramidal wachsenden Bäumen bepflanzt waren. Das Zentrum des Gartens bildete ein rundes Wasserbecken mit Fontäne. Entlang der östlichen und westlichen Außengräfte wurde eine doppelte Allee angepflanzt und die Ecktürme der Gesamtanlage vermutlich als Gartenhäuser genutzt. Südlich und nördlich der inneren Gräfte wurden umfangreiche Nutzgärten angelegt. Der barocke Garten wurde wahrscheinlich erst in den 20er und dann in 50er Jahren des 20. Jahrhunderts umgestaltet und erneuert. Besonders die kunstvollen Broderien hat man in pflegeleichte Rasenflächen umgewandelt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der ursprüngliche Barockgarten ist heute eine vereinfachte barockisierende Anlage. Das Zentrum des Gartens bilden vier hoch gewachsene und kegelförmig geschnittene Lebensbäume (Thuja). Die Eckpunkte der Wege werden durch niedrige kugel- oder kegelförmig geschnittene Eiben markiert. Zur Ausstattung des gepflegten Schlossgartens gehören eine Sonnenuhr vermutlich aus dem 18. Jahrhundert, eine klassizistische Urne von 1792 und anstelle der ehemaligen Ecktürme zwei erneuerte Gartenpavillons an der südlichen Außengräfte. Von der äußeren Gräfte ist heute noch ein Teil im Osten und der vollständige Graben im Süden und Westen erhalten. Der Nutzgarten im Süden ist heute als Ziergarten mit prachtvollen Stauden und Rosenrabatten umgestaltet worden. Der nördliche Nutzgarten wird weiterhin bewirtschaftet.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta, Band V, Seite 346 - 351.

Literaturangaben

  • Pöppel, Diether (1992): Merlsheim vor 700 Jahren (1292) zum ersten Mal genannt - vor 125 Jahren Erbauung der St. Lucia-Kirche. In: Jahrbuch Kreis Höxter 1992, Höxter, Seite 191 - 200.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Blume, Karl (1997): Merlsheim, das Amseldorf. In: Die Warte 93/1997, Bielefeld, Seite 15 - 17.
  • Maoro, Ernst (1986): Schloss Merlsheim in Merlsheim. In: Schlösser, Burgen Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 179 - 182.
  • Schopf, Regine von (1988): Barockgärten in Westfalen. Worms.
Externe ID: LWL-GUP00155
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
  • Archivauswertung
  • Auswertung historischer Fotos
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1651 - 1700
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034162


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1999: Schlosspark Merlsheim
1920: Schloss Merlsheim
1896: Nieheim
1737: Schloss Merlsheim
1737: Schloss Merlsheim