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Schloss Fürstenberg, Wünnenberg
 

Keimzelle des Ortes Fürstenberg ist eine ehemalige Höhenburg, die im 14. Jahrhundert von den Paderborner Fürstbischöfen auf dem Sintfeld, am Rande der Paderborner Hochfläche, gegründet wurde. Die Burganlage ist seit 1446 Stammsitz der Familie von Westphalen. Während der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ließ der Paderborner und Hildesheimer Fürstbischof Friedrich Wilhelm von Westphalen durch den Kasseler Hofbaumeister Simon Louis Du Ry die Schlossanlage errichten.

Externe ID: T-P363N403-20080409-0006
Erfassungsdatum: 09.04.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Schloss Fürstenberg

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Fürstenberg, Wünnenberg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Alme-Afte-Bergland/am Übergang der Paderborner Hochfläche ins nördliche Sauerland; im Westen der Ortschaft auf einem Bergplateau; die gesamte Anlage hat eine Größe von etwa 6 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Keimzelle des Ortes ist eine ehemalige Höhenburg, die im 14. Jahrhundert von den Paderborner Fürstbischöfen am Rande der Paderborner Hochfläche, auf dem Sintfeld, gegründet wurde. Die Burganlage ist seit 1446 Stammsitz der Familie von Westphalen. Während der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ließ der Paderborner und Hildesheimer Fürstbischof Friedrich Wilhelm von Westphalen durch den Kasseler Hofbaumeister Simon Louis Du Ry die vornehm zurückhaltende Schlossanlage errichten.

Gebäude und Ausstattung:
Der Bau des als fürstbischöfliche Sommerresidenz geplanten Schlosses wurde vermutlich erst nach 1783 begonnen und war 1789 noch nicht vollendet. Die Schlossanlage entstand am Übergang vom späten Barock zum frühen Klassizismus. Von der Vorgängeranlage aus dem 15. Jahrhundert wurden noch die Keller mit Gewölben und ein runder Eckturm an der Nordostseite übernommen. Das zweigeschossige Schloss öffnet sich nach Süden mit seinen geschwungenen Verbindungstrakten und zwei großen quadratischen Seitenpavillons zur freien Landschaft hin. Nach Norden hat man vor die Fassade des Mittelbaus einen kleinen geometrischen Garten angelegt. Zur Einebnung des Bergplateaus waren gewaltige Erdarbeiten und hohe Stützmauern erforderlich. Gleichzeitig mit dem Schlossbau entstanden im Norden ein Marstall und eine Remise und im Nordosten der ausgedehnte Gutshof mit einem ehemaligen Richterhaus aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Art der Grünanlage:
Historische Gartenanlagen.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Vermutlich nach dem Abschluss der umfangreichen Baumaßnahmen wurde um 1800 auf dem vormals kahlen Bergplateau sowie im Süden und Westen des Schlossberghanges ein großzügiger landschaftlicher Garten mit verschiedenen Laub- und Nadelgehölzen gestaltet. Eine Besonderheit war die Anlage einer "Esplanade" an der Hauptzufahrt im Osten des Schlosses, an der ursprünglich vermutlich 12 Reihen mit Linden angepflanzt wurden. In unmittelbarer Schlossnähe wurden die gärtnerischen Anlagen als "Pleasureground" mit Blumenbeeten gestaltet. Den geometrischen Garten nördlich des Schlosses hat man wahrscheinlich erst in den 20er oder frühen 30er Jahren des 20. Jahrhunderts angelegt. Dieser Garten wurde zentral auf den Nordeingang des Schlosses hin mit sechs rechteckigen Parterres angelegt. Die Eckpunkte der tief abgesenkten Rasenflächen betonte man mit geschnittenen Buchsbäumen. Die vertikalen und horizontalen Ränder der Parterres wurden durch farbige Pflanzungen akzentuiert.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der geometrische Garten und die gärtnerischen Anlagen unmittelbar am Schloss werden intensiv gepflegt. Die äußeren Reihen der Lindenpflanzung auf der "Esplanade" hat man in den letzten Jahren nachgepflanzt. Die Struktur des Landschaftsgartens am Schlosshang ist nur noch schwer zu erkennen. Sichtachsen in die freie Landschaft sind inzwischen zugewachsen. In den Anlagen finden sich noch einige dendrologische Raritäten des 19. Jahrhunderts, ­u. a.­ ein gefleckter Ahorn mit gelb-grün gestreiften Blättern und ein eindrucksvoller Mammutbaum (Sequoia­dendron giganteum).

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta, Band V, Seite 587 - 589

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1894): Blatt 4418, Wünnenberg (Fürstenberg). Herausgegeben 1894, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Bonn-Bad Godesberg.

Literaturangaben

  • Bader, Dieter (1987): Die Freiheit Fürstenberg. In: Heimatbuch der Stadt Wünnenberg, Wünnenberg, Seite 195 - 197.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld.
  • Westphalen zu Fürstenberg, Friedrich Carl (1987): Geschichte von Burg und Schloss Fürstenberg. In: Heimatbuch der Stadt Wünnenberg, Wünnenberg, Seite 219 - 225.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Maoro, Ernst (1986): Schloss Fürstenberg in Fürstenberg. In: Schlösser, Burgen, Herrensitze in Ostwestfalen-Lippe, Bielefeld, Seite 94 - 96.
Externe ID: LWL-GUP00149
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
  • Auswertung historischer Karten
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1790 - 1810
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034148


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1999: Schloss Fürstenberg
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1933: Schloss Fürstenberg
1894: Wünnenberg
1837: Schloss Fürstenberg