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Schloss Borlinghausen, Willebadessen
 

Im Jahre 1338 verließen die Ritter von Spiegel ihre Stammburg auf dem Desenberg bei Warburg und siedelten sich in Peckelsheim, Schweckhausen und Borlinghausen an. Seit Anfang des 15. Jahrhunderts waren Dorf, Burg und Kirche im Besitz der Familie von Spiegel zu Peckelsheim. Werner und Katharina von Spiegel ließen in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts das Weserrenaissanceschloss errichten. Bis ins 19. Jahrhundert befand es sich in Familienbesitz, bis - nach mehreren Besitzerwechseln im weiteren Verlauf des 19. und frühen 20. Jahrhunderts - schließlich 1926 der Reichsfreiherr von Weichs zur Wenne die Anlage erwarb. Seine Nachkommen wohnen noch heute im Schloss.

Externe ID: T-P363N403-20080409-0005
Erfassungsdatum: 09.04.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2001: Schloss Borlinghausen

Zugehöriges Objekt

Schlosspark Borlinghausen, Willebadessen (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland; am Osthang des Eggegebirges; Größe etwa 3 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:

Im Jahre 1338 verließen die Ritter von Spiegel ihre Stammburg auf dem Desenberg bei Warburg und siedelten sich in Peckelsheim, Schweckhausen und Borlinghausen an. Seit Anfang des 15. Jahrhunderts waren Dorf, Burg und Kirche im Besitz der Familie von Spiegel zu Peckelsheim. Werner und Katharina von Spiegel ließen in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts das Weserrenaissanceschloss errichten. 1839 verkauft Marie Louise Freifrau von Elmendorff-Borlinghausen, als letztes Familienmitglied der Linie von Spiegel in Borlinghausen, dass Schloss mit der Gutsanlage an den Bankier Bierbaum aus Braunschweig. Nach mehreren Besitzerwechseln im weiteren Verlauf des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, unter anderen gelangte das Schloss mit den Gutsgebäuden an den Grafen Franz von Stolberg-Stolberg aus Westheim und an die Gemahlin des Freiherrn von Fürstenberg aus Körtlinghausen, erwarb schließlich 1926 der Reichsfreiherr von Weichs zur Wenne die Anlage. Seine Nachkommen wohnen noch heute im Schloss.

Gebäude und Ausstattung:
Das Wasserschloss besteht aus einem Süd- und Westflügel und einem achteckigen Treppenturm auf der Hofseite. 1587 wurde die Anlage der Weserrenaissance vollendet. Bei der Errichtung des Schlosses wurde wohl auch ältere Bausubstanz aus der Spätgotik verwendet. Der Nordgiebel stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. Der Südflügel wurde im 18. Jahrhundert. barock verändert und am Ende des 19. Jahrhunderts mit Stilelementen der Neorenaissance umgebaut und mit einem Süd- und Ostgiebel ausgestattet.

Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftsgarten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Die Gestaltung der landschaftlichen Gartenanlage ist maßstabsgerecht auf einer im Sommer 1831 aufgenommenen Planzeichnung erkennbar. Nach Norden war die Schlossinsel oberhalb des Schlosshofes durch eine dichte Gehölzpflanzung mit einem Schlängelweg gekennzeichnet. An den drei verbliebenen Gebäudeseiten hat man einen geschwungenen Weg angelegt, der durch eine gärtnerische Gestaltung mit einzelnen Pflanzbeeten oder Gehölzgruppen führte. Die Gestaltung des "Kunstgartens" im Bereich jenseits der breiten Gräfte im Süden und Osten der Schlossanlage wurde durch ein kleinteiliges System aus Schlängelwegen mit Ruheplätzen gegliedert. Dem südlichen Schlossflügel gegenüber lag eine weite Wiesenfläche mit einzelnen Pflanzbeeten oder Gehölzgruppen am Randbereich, die auf eine Gestaltung als "pleasureground" schließen lassen. Neben zwei kleineren Gebäuden, von denen das östliche als Gartenhaus bezeichnet ist, lässt sich vor allem in den Randbereichen eine dichte Gehölzpflanzung erkennen. Im südwestlichen Bereich des Landschaftsgartens war ebenfalls eine weite Wiesenfläche angelegt. Auffällig führt eine Allee in der Verlängerung eines südlichen Wirtschaftsweges mitten durch den Park auf dem "Recepturhof" an der westlichen Gräfte. Die Preußische Landesaufnahme vom Ende des 19. Jahrhunderts zeigt in der detailgetreuen Vermessung in der Verlängerung des südlichen Wirtschaftsweges im Park einen langgestreckt ovalen Weg, der über eine große Freitreppe auf eine neu errichtete Brücke zum südlichen Gebäudeflügel führt. Der ehemalige "Recepturhof" ist inzwischen in die gärtnerische Gestaltung mit einbezogen worden. Der südwestliche Bereich des Schlossgartens ist als landschaftliche Gartenanlage dargestellt.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der gepflegte Landschaftsgarten wird heute durch weite Rasenflächen und den alten Baumbestand mit Raritäten des 19. Jahrhunderts charakterisiert. Das historische Wegesystem ist weitgehend verändert. Auffällig sind ein großes rundes Wasserbecken mit Sprudel oder Fontäne an der Gartenseite des Südflügels und eine historische Gartenskulptur am östlichen Rand des Schlossgartens. Bemerkenswert ist eine mehrere hundert Meter lange Lindenallee, die außerhalb des Schlossgartens entlang des Wirtschaftsweges eine Sichtachse bildet, die genau auf den Eingang des südlichen Schlossflügels führt. Unterbrochen wird die lange Achse durch ein kunstvoll geschmiedetes zweiflügeliges Gittertor.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta Band V, Seite 573 - 575.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25.000 - Neuaufnahme (1896): Blatt 4420, Peckelsheim. Herausgegeben 1894, Berlin, Neuherausgegeben von der Bezirksregierung Köln, Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Wengerzink, Lothar (1992): Adelssitze im Kreis Höxter in lithografischen Ansichten des 19. Jahrhunderts. In: Jahrbuch Kreis Höxter 1992, Höxter.
  • Rodenkirchen, Nikolaus (Bearb.) / Rave, Wilhelm (Hrsg.) (1939): Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen: Kreis Warburg. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 44, Münster, Seite 250 - 252.
  • Lippert, Fritz (1965): Borlinghausen - Heimatgeschichte der Landschaft und des Dorfes in Wort und Bild. Borlinghausen, Seite 45 - 53.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld.
Externe ID: LWL-GUP00147
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Schlosspark
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 1587
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034134


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2008: Schloss Borlinghausen
2001: Allee bei Schloss Borlinghausen
1896: Willebadessen
Schloss Borlinghausen