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Kloster Wormeln, Warburg
 

Zur Mitte des 13. Jahrhunderts stifteten die hessischen Landgrafen von Everstein in Wormeln südlich von Warburg ein Frauenkloster, dem die bereits am Ort vorhandene Kirche übertragen wurde.  Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster erheblich zerstört. Von der Säkularisation blieb das Kloster verschont; 1810 wurde das Kloster durch ­Jérôme Bonaparte, König des neu geschaffenen Königreichs Wesfalen, aufgehoben. Die Kirche ging in das Eigentum der katholischen Pfarrgemeinde über und die Klausurgebäude gelangten in Privatbesitz.

Externe ID: T-P363N403-20080409-0004
Erfassungsdatum: 09.04.2008
Kategorie: Religion
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2008: Kloster Wormeln

Zugehöriges Objekt

Park Klostergut Wormeln, Warburg (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist nicht öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Hessisches Bergland; etwa 3 km­­ südlich von Warburg im Talraum der Twiste; Größe etwa 2 Hektar.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Zur Mitte des 13. Jahrhunderts stifteten die hessischen Landgrafen von Everstein in Wormeln ein Frauenkloster, dem die bereits am Ort vorhandene Kirche übertragen wurde. Die Nonnen befolgten die Regeln des Zisterzienserordens, ohne rechtlich in den Orden inkorporiert zu sein.

Seit dem 16. Jahrhundert stand das Kloster unter dem Einfluss des Klosters Hardehausen. Im Dreißigjährigen Krieg zerstörte man das Kloster erheblich. 1810 wurde das Kloster aufgehoben. Die Kirche ging in das Eigentum der katholischen Pfarrgemeinde über und die Klausurgebäude gelangten in Privatbesitz.

Gebäude und Ausstattung:
Die gotische Saalkirche wurde 1315 geweiht. Die Kirche wurde gleichzeitig vom Frauenkonvent des Klosters und der Pfarrei des Dorfes genutzt. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten größere Wiederherstellungen von Außenbau und Gewölben sowie die Erneuerung des Dachreiters. Die barocken Klostergebäude des späten 17. Jahrhunderts schlossen sich mit zwei Flügeln an die Nord- und Ostseite der Kirche an. Während der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden die Konventgebäude umgebaut. Der nördliche Gebäudeflügel wurde 1887 abgebrochen. Im Osten und Süden der ehemaligen Klosteranlage stehen mehrere Wirtschaftsgebäude überwiegend aus dem 19. Jahrhundert. Im nordöstlichen Bereich erbaute der damalige Eigentümer und Gutsbesitzer um 1887 eine zweigeschossige Villa. Auf dem Gelände südlich der Villa steht ein als "Äbtissinnenhaus" bezeichnetes Gartenhaus vermutlich aus dem 18. oder frühen 19. Jahrhundert.

Art der Grünanlage:
Historischer Landschaftsgarten.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Der zum großen Teil von einer hohen Mauer umgebende Landschaftsgarten wurde wahrscheinlich zur gleichen Zeit wie die Villa der Gutsbesitzer angelegt. Vermutlich wurde das von Mauern umgrenzte Areal schon zur Zeit der Zisterzienserinnen als Nutzgarten bewirtschaftet. Als Relikt dieser Zeit hat sich vermutlich auch das volkstümlich als "Äbtissinnenhaus" bezeichnete schmucke Gartenhaus erhalten.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der gepflegte landschaftliche Garten wird durch eine leichte Bodenmodellierung, mit Kalkstein gepflasterte Wege, einem nierenförmigen Teich und dem erhaltenen Altbaumbestand charakterisiert. Die Gartenflächen um das vernachlässigte "Äbtissinnenhaus" sind zum zeitpunkt der Bestandsaufnahme (2000) verkrautet und haben keinen Altbaumbestand.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta V, S. 565 - 568

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1907): Blatt 4520, Warburg. Herausgegeben 1907, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • Rodenkirchen, Nikolaus (Bearb.) / Rave, Wilhelm (Hrsg.) (1939): Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen: Kreis Warburg. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 44, Münster, Seite 332 - 352.
  • Schmidt, Konrad (1996): Schatten und Licht. In: Die Warte 91/1996, Paderborn, Seite 3 - 7.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Bürgener, Martin (Bearb.) (1963): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 111 Arolsen. Bonn-Bad Godesberg.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld, Seite 565 - 568.
  • Möhring, Peter (2000): Ehemaliges Zisterzienserkloster Wormeln. In: Klosterführer für die Kreise Höxter und Paderborn. Informationen und Tipps zu den Klöstern der Klosterregion, Höxter, Seite 85 - 86.
Externe ID: LWL-GUP00136
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Landschaftsgarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1887
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10034120


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1998: Kloster Wormeln
1907: Warburg