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Gut Böddeken, ehemaliges Kloster Böddeken
 

Die Gründung des Klosters Böddeken geht auf eine Stiftung des Paderborner Archidiakons Meinolfus zurück, der 836 nach der Überführung der Gebeine des Hl. Liborius von Le Mans nach Paderborn gelobte, an dieser Stelle ein Frauenkloster einzurichten. Die Kanonissen verließen nach einer Brandkatastrophe im Jahre 1370 das Kloster. 1409 bezogen Augustinerchorherren aus Zwolle die Anlage und stellten Kirche und Klostergebäude wieder her. Durch die führende Stellung des Konvents in der Windesheimer Kongregation gingen während des 15. Jahrhunderts von Böddeken insgesamt 26 Klosterneugründungen oder Erneuerungen aus. 1803 wurde das Kloster aufgehoben und zunächst als Staatsdomäne bewirtschaftet. 1822 erwarb der Freiherr von Mallinckrodt die gesamte Anlage, die seitdem im Familienbesitz geblieben ist und von den Nachkommen als Gutsanlage bewirtschaftet wird.

Externe ID: T-P363N403-20080404-0002
Erfassungsdatum: 04.04.2008
Kategorie: Staats- und Herrschaftswesen
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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2008: ehem. Kloster Böddeken

Zugehöriges Objekt

Garten am Kloster Böddeken (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Privateigentum. Die Anlage ist teilweise öffentlich zugänglich.

Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland/Paderborner Hochfläche; in einem Seitental etwa 2,5 km südöstlich von Wewelsburg; Größe der Anlage etwa 3 Hektar. 

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Die Gründung des Klosters geht auf eine Stiftung des Paderborner Archidiakons Meinolfus zurück, der 836 nach der Überführung der Gebeine des Hl. Liborius von Le Mans nach Paderborn gelobte, an dieser Stelle ein Frauenkloster einzurichten. Die Kanonissen verließen nach einer Brandkatastrophe im Jahre 1370 das Kloster. 1409 bezogen Augustinerchorherren aus Zwolle die Anlage und stellten Kirche und Klostergebäude wieder her. Durch die führende Stellung des Konvents in der Windesheimer Kongregation gingen während des 15. Jahrhunderts von Böddeken insgesamt 26 Klosterneugründungen oder Erneuerungen aus. 1803 wurde das Kloster aufgehoben und zunächst als Staatsdomäne bewirtschaftet. 1822 erwarb der Freiherr von Mallinckrodt die gesamte Anlage, die seitdem im Familienbesitz geblieben ist und von den Nachkommen als Gutsanlage bewirtschaftet wird.

Gebäude und Ausstattung:
Das Kirchenschiff der Klosterkirche wurde nach der Säkularisation abgebrochen. Als Reste der Kirche stehen noch der romanische Westturm aus dem 13. und die Außenmauern des gotischen Chores aus dem 15. Jahrhundert. Südlich an die ehemalige Klosterkirche schließen sich die drei Flügel der zweigeschossigen Konventgebäude aus dem 15. Jahrhundert an. Der Westflügel wird als Wohnung genutzt. Im Ostflügel befindet sich der Kapitelsaal und im Obergeschoss der einzig erhaltene Bibliothekssaal aus dem Mittelalter in Westfalen. Zur Gutsanlage gehören ein Torhaus aus dem 15. Jahrhundert und mehrere Wirtschaftsgebäude aus verschiedenen Jahrhunderten. Im Hof der Anlage steht ein runder Brunnen mit Marienfigur.

Art der Grünanlage:
Historische Gartenanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:
Am Kloster wurden aufgrund der engen Tallage vermutlich nur kleinere Nutzgärten angelegt. Nördlich der mittelalterlichen Klosterscheune hat man am Hang zwei große Terrassenstufen angelegt, deren Stützmauern aus Kalkstein errichtet wurden. Vermutlich hat man die terrassierte Anlage als Weinberg bewirtschaftet. In die obere Stützmauer ist ein Zugang in einen tonnengewölbten Keller integriert.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Die sachgerecht restaurierte ehemalige Klosteranlage wird vom Eigentümer als Gutsbetrieb bewirtschaftet. Die Gartenterrassen sind mit Rasen eingesät. Etwa 1 km südlich vom Gutshof entfernt steht an der Meinolfuskapelle aus dem 19. Jahrhundert eine alte Linde.


Weitere Abbildungen
Westfalia Picta, Band 5, Seite 217 - 222.


Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25000 - Neuaufnahme (1894): Blatt 4418, Wünnenberg (Fürstenberg). Herausgegeben 1894, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Bonn-Bad Godesberg.

Literaturangaben

  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld, Seite 217 - 222.
  • Möhring, Peter (2000): Böddeken, Büren-Wewelsburg. In: Klosterführer für die Kreise Höxter und Paderborn. Informationen und Tipps zu den Klöstern der Klosterregion. Kreis Höxter, Kreis Paderborn, Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.), Höxter, Seite 89 - 91.
  • Russell, Stuart / Conlé, Heinz (1993): Schöne Grüße aus Wewelsburg. Bildpostkarten und zeitgenössische Textbeiträge aus einem westfälischen Burgdorf von der Kaiserzeit bis zum 2. Weltkrieg. Kleine Reihe Wewelsburg, Band 1, Maresberg.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalen-Lippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe Band 3.4: Stadt Bielefeld, Kreis Herford, Kreis Paderborn. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Cohausz, Alfred (1976): Aus den letzten Tagen des Klosters Böddeken. In: Die Warte 9/1976, Paderborn, Seite 20 - 21.
  • Meisel, Sofie (1959): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 98 Detmold. Naturräumliche Gliederung Deutschlands 98, Bonn-Bad Godesberg.
Externe ID: LWL-GUP00024
Erfassungsdatum: 23.10.2000
Kategorie: Klostergarten
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Literaturauswertung
  • Geländebegehung/-kartierung
Touristische Bedeutung: Keine Angabe
Naturnähe: verändert/beeinflusst
Historischer Zeitraum: ab 836
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033840


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2008: ehem. Kloster Böddeken
1999: ehem. Kloster Böddeken
1999: ehem. Kloster Böddeken
1894: Kloster Böddeken
1863: Kloster Böddeken