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Wallanlage Höxter
 

Von der im 13. Jahrhundert erweiterten Befestigung hat sich noch ein großer Teil des Außenwalls und der Stadtmauer mit Resten von Türmen und des Wehrgangs erhalten. Der charakteristische halbkreisförmige Stadtgrundriss von Höxter reichte bis an die Weser heran, so dass der mittelalterliche Ort nach Osten durch den Fluss als natürliche Verteidigungslinie geschützt wurde. Zu den übrigen Seiten schützten umfangreiche Befestigungsanlagen die Stadt. Den Zugang zur damaligen Hansestadt ermöglichten fünf Tore. Das Corveyer Tor im heutigen Verlauf der Corbiestraße bildet dabei eine Besonderheit, weil es ursprünglich nahe der Weser lag und erst zum Beginn des 18. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem barocken Ausbau des Corveyer Klosters an die jetzige Stelle versetzt wurde. Nach dem 30jährigen Krieg verlor die Befestigung ihre strategische Funktion. Im 17. und 18. Jahrhundert diente der Wall als Wäschebleiche und wurde als Weide verpachtet. Die Wassergräben wurden zur Fischzucht genutzt oder mit Wehren aufgestaut, um mit der Wasserkraft mehrere Mühlen anzutreiben. Ein trockener Graben vor der Stadtmauer an der Weser diente den Schützen als Übungsgelände. 1805 begann man mit dem Abbruch der mittelalterlichen Stadttore und ersetzte sie durch  Sandsteinpfeiler, die noch heute an der Westerbachstraße, der Nicolaistraße und der Corbiestraße stehen. 1830 wurde der erste Abschnitt des Stadtwalls zwischen Wilhelmstor und Petritor eingeebnet und auf dem Gelände ein Friedhof angelegt. Um Platz für das Holzlager einer Wachsbleiche zu schaffen, hat man 1847 den Wall im Bereich des Nicolaitores abgetragen. 1881 wurde der Bereich zwischen Nicolaitor und Corveyer Tor für die Anlage eines Exerzierplatzes planiert. 

Externe ID: T-P363N403-20080317-0005
Erfassungsdatum: 17.03.2008
Kategorie: Siedlung
Datenherkunft: Redaktion


Übergeordnetes Objekt:
  • (keins)
Untergeordnete Objekte:
  • (keine)



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1999: Wallanlagen Höxter

Zugehöriges Objekt

Wallanlage Höxter (Kulturlandschaft)

 

Eigentümer und Zugänglichkeit:
Stadt Höxter, Postfach 100 640, 37669 Höxter. Die Anlage ist öffentlich zugänglich.
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Naturräumliche Situation, Lage und Größe:
Weserbergland, im Talraum der Weser; die historische Altstadt umschließend.

Allgemeine Angaben zur Geschichte:
Der charakteristische halbkreisförmige Stadtgrundriss von Höxter reichte bis an die Weser heran, so dass der mittelalterliche Ort nach Osten durch den Fluss als natürliche Verteidigungslinie geschützt wurde. Zu den übrigen Seiten schützten umfangreiche Befestigungsanlagen die Stadt. Den Zugang zur damaligen Hansestadt ermöglichten fünf Tore. Das Corveyer Tor im heutigen Verlauf der Corbiestraße bildet dabei eine Besonderheit, weil es ursprünglich nahe der Weser lag und erst zum Beginn des 18. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem barocken Ausbau des Corveyer Klosters an die jetzige Stelle versetzt wurde. Der Verlauf der Straße mit seiner prachtvollen Allee bildet seither eine repräsentative Achse von der Stadt zum Kloster hin.

Gebäude und Ausstattung:
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Art der Grünanlage:
Historische Wallanlage.

Entstehungs- / Entwicklungsgeschichte:

Von der im 13. Jahrhundert erweiterten Befestigung hat sich noch ein großer Teil des Außenwalls und der Stadtmauer mit Resten von Türmen und des Wehrgangs erhalten.

Nach dem 30jährigen Krieg verlor die Befestigung ihre strategische Funktion. Im 17. und 18. Jahrhundert diente der Wall als Wäschebleiche und wurde als Weide verpachtet. Die Wassergräben wurden zur Fischzucht genutzt oder mit Wehren aufgestaut, um mit der Wasserkraft mehrere Mühlen anzutreiben. Ein trockener Graben vor der Stadtmauer an der Weser diente den Schützen als Übungsgelände.

1805 begann man mit dem Abbruch der mittelalterlichen Stadttore und ersetzte sie durch  Sandsteinpfeiler, die noch heute an der Westerbachstraße, der Nicolaistraße und der Corbiestraße stehen. 1830 wurde der erste Abschnitt des Stadtwalls zwischen Wilhelmstor und Petritor eingeebnet und auf dem Gelände ein Friedhof angelegt. Um Platz für das Holzlager einer Wachsbleiche zu schaffen, hat man 1847 den Wall im Bereich des Nicolaitores abgetragen. 1881 wurde der Bereich zwischen Nicolaitor und Corveyer Tor für die Anlage eines Exerzierplatzes planiert.

Heutiger Zustand / Nutzung:
Der Verlauf der historischen Stadtbefestigung wird in seiner gesamten Länge als Grünanlage genutzt. Sie bildet zusammen mit der Weserpromenade einen grünen Ring um die Altstadt. Der westliche Bereich wird durch eine alte Lindenallee geprägt. Hier finden sich auch noch historische Grabsteine vom ehemaligen Friedhof. Im weiteren Wallverlauf kann man noch gut das mittelalterliche Befestigungssystem mit Doppelgraben, vorgelagertem Wall und Stadtmauer erkennen. Von der Wallpromenade hat man malerische Blicke auf die Altstadt und die Waldgebiete des jenseits der Weser ansteigenden Sollings. Von der Grubestraße bis zur Corbiestraße erstreckt sich eine landschaftlich gestaltete Parkanlage mit altem Baumbestand. An der Corbiestraße ist ein Bereich des Walls bebaut worden. Der noch verbliebene Wallabschnitt führt durch eine Lindenallee bis zum Ufer der Weser.

Vor einigen Jahren sind die Wallanlagen als Rundweg um den mittelalterlichen Stadtkern von Höxter neu ausgebaut worden.

Weitere Abbildungen:
Westfalia Picta, Band V, Seite 253 - 290.

Quellenangaben

  • Königlich Preußische Landesaufnahme 1:25.000 - Uraufnahme (1896): Blatt 4222, Höxter. Herausgegeben 1896, Berlin. Neuherausgegeben Geobasis NRW, Köln.

Literaturangaben

  • bearb. von Ludorff, Albert (1893): Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Lippstadt. In: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Band 35, Münster.
  • Bufe, Thomas / Neuling, Walter et al. (2002): Garten-Landschaft OstWestfalenLippe. Dokumentation bedeutender Park- und Gartenanlagen im Regierungsbezirk Detmold. Beiträge zur Landschafts- und Baukultur in Westfalen-Lippe. Band 3.1: Kreis Höxter. Zugleich CD-ROM, Münster.
  • Luckhardt, Jochen (Bearb.) et al. (1995): Kreis Höxter, Kreis Paderborn. In: Westfalia Picta, Band 5, Bielefeld.
  • Hövermann, Jürgen (Bearb.) (1963): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 99 Göttingen. Bonn-Bad Godesberg.
  • Bufe, Thomas (2000): Gartenreise - Ein Führer durch Gärten und Parks in Ostwestfalen-Lippe. Münster, Seite 225 - 226.
  • Kemkes, Gerhard (1975): Die Baugeschichte der Stadt Höxter vom Beginn des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1973 unter besonderer Berücksichtigung der Profanbaukunst. Berlin, Technische Universität, Dissertation 1975, Berlin.
Externe ID: LWL-GUP00192
Erfassungsdatum: 01.01.2000
Kategorie: Ringwallanlage
Erfassungsmaßstab: keine Beschränkung
Erfassungsmethode:
  • Auswertung historischer Karten
  • Geländebegehung/-kartierung
  • Literaturauswertung
Touristische Bedeutung: mittel - ist einen Abstecher wert
Naturnähe: Keine Angabe
Historischer Zeitraum: ab 1201 - 1300
Datenherkunft: LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen
Seiten-URL: https://www.lwl.org/geodatenkultur/objekt/10033714


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1999: Wallanlagen Höxter
Höxter
1896: Höxter